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CDU-Mitglieder im
Schulausschuss:


Ulrich Offermann
Bernd Goffart
Josef Mohren
Günter Scheidt
Sascha Schlepütz
Sachkundige Bürger:
Andreas Hermanns,
Stefan Greuel
Renate Scheidt

 
Nordeifel

24.10.2012

Sekundarschule startet nun doch gleich in Simmerath

Die beiden Hauptschulen werden in Monschau zusammengeführt. Auch die Elwin-Christoffel-Realschule läuft in Monschau aus.

Die Sekundarschule Nordeifel soll nun doch direkt am Standort Simmerath, im heutigen Hauptschulgebäude starten. Dies hat ein interkommunaler Schulausschuss der Gemeinden Hürtgenwald, Roetgen und Simmerath sowie der Stadt Monschau gestern Abend den jeweiligen Räten em-pfohlen. Parallel zum Hauptstandort der neuen Schule in Simmerath wird ein zweizügiger Teilstandort der Sekundarschule ebenfalls ab 2013/14 am Schulzentrum in Hürtgenwald-Kleinhau eingerichtet.

In Änderung der von den Bürgermeistern im August vorgeschlagenen Standortfrage werden die Elwin-Christoffel-Realschule Monschau und die Gemeinschaftshauptschule Monschau-Roetgen bis 2018 in Monschau auslaufen. Die Schüler der verbleibenden fünf Jahrgänge an der Hauptschule Simmerath wechseln bereits zum kommenden Schuljahr 2013/14 zur Hauptschule auf der Haag in Monschau.

Konzept und Elternbefragung

Ob ab dem Schuljahr 2015/2016 die verbleibenden Real- und Hauptschulklassen in einem der beiden Monschauer Gebäude untergebracht werden, soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Somit lässt die Politik auch vorerst offen, ob bereits ab 2015 an einem der beiden – dann leer stehenden – Schulgebäude eine Gemeinschaftsgrundschule aller Orte der Stadt Monschau errichtet werden kann.

Wie die Mitglieder der Schulausschüsse aller vier Kommunen bei der Sitzung in der Aula der künftigen Sekundarschule erfuhren, sind die Vorbereitungen für den Antrag auf Errichtung einer Sekundarschule in vollem Gange und gut im Zeitplan.

Ein Arbeitskreis aus Schulleitungen und Lehrern ist derzeit dabei, ein pädagogisches Konzept für die Sekundarschule zu erstellen und stellte am Donnerstagabend erste Ergebnisse vor. In der Woche ab 5. November (Montag bis Donnerstag) wird es nun Informationsveranstaltungen für alle interessierten Eltern, besonders für Eltern der Dritt- und Viertklässler aller Grundschulen geben, und am Freitag, 9. November, werden die Fragebögen einer Elternbefragung in den Grundschulen verteilt, die ebenfalls verpflichtend zu den Antragsunterlagen gehört und daher bis 16. November abgeschlossen sein soll.

Somit werde nach Abstimmung der weiteren Antragsunterlagen mit der Bezirksregierung der Antrag auf Errichtung einer Sekundarschule fristgerecht bis zum 30. November vorgelegt, wie es gestern Abend hieß.(hes)


Mit breiter Harmonie und viel Zuspruch startet die Sekundarschule Nordeifel in den Werbefeldzug um Schüler und Eltern in unserer Region. Wie berichtet, hat ein interkommunaler Schulausschuss der Gemeinden Simmerath, Roetgen und Hürtgenwald sowie der Stadt Monschau am Donnerstag wesentliche Punkte zur Errichtung der neuen Schule beschlossen oder zustimmend zur Kenntnis genommen.

Der Beschluss über die Standortfragen der Sekundarschule sowie der später darin aufgehenden Real- und Hauptschulen ging durchweg einstimmig über die Bühne; lediglich die beiden Monschauer SPD-Vertreter enthielten sich bei der Abstimmung über den Standort der neuen Schule, weil sie, so Sprecherin Brigitte Olschewski, «zwar die neue Schulform voll mittragen, aber Monschau gerne zumindest als Teilstandort gesehen» hätten.

Ein Kernpunkt des Antrags, das pädagogische Konzept der Sekundarschule, stand auch im Mittelpunkt der Sitzung. Im Namen der 16-köpfigen, schulformübergreifenden Arbeitsgruppe trugen Ursula Mertens, Rektorin der Hauptschule Hürtgenwald, und Albert Rieger, Konrektor der Elwin-Christoffel Realschule Monschau, ein erstes Ergebnis ihrer Arbeit vor.

Man habe «sehr produktiv und zielführend gearbeitet» und werde dies auch bis zum endgültigen Ergebnis Ende November weiterhin tun, kündigte Ursula Mertens an. Die Sekundarschule werde eine «Schule für alle», versprach die Hürtgenwalderin. «Sie bietet mehr Chancengleichheit durch längeres gemeinsames Lernen und individuelle Förderung. Gleichzeitig trägt sie den Gegebenheiten des demografischen Wandels Rechnung und sichert nicht nur die Bildungsabschlüsse vor Ort, sondern ermöglicht selbst bei rückläufigen Schülerzahlen ein erweitertes und differenziertes Bildungsangebot», warb Mertens. «Und sie wird das ermöglichen, was sich derzeit viele Eltern zurückwünschen, nämlich das Abitur in neun Jahren», sagte Günter Scheidt, schulpolitischer CDU-Sprecher in Simmerath.

Der wichtige nächste Schritt auf dem Weg zur neuen Schule ist nun, die Eltern heutiger Dritt- und Viertklässler von der Sekundarschule zu überzeugen.

Dies soll bei Informationsveranstaltungen am 5. November in Roetgen (19 Uhr, Bürgersaal), 6. November in Simmerath (19.30 Uhr, Hauptschule), 7. November in Monschau (18 Uhr, Elwin-Christoffel-Realschule) sowie am 8. November in Hürtgenwald (19.30 Uhr, Schulzentrum Kleinhau) geschehen, wo Konzept und Einzelheiten vorgestellt und Fragen der Eltern beantwortet werden.

Erfreut wurde das Lob aus Roetgen für die Sekundarschule zur Kenntnis genommen. Die Roetgener Eltern hätten sich seinerzeit wegen Unsicherheiten und Unstimmigkeiten von den Eifeler Schulen abgewandt, «aber nun kann man ihnen ruhigen Gewissens wieder empfehlen, den Blick nicht nur nach Aachen, sondern in den Süden zu richten», sagte Ingrid Karst-Feilen (Grüne), und Roetgens Schulausschuss-Vorsitzender Ronald Borning (CDU) sprach von «positiven Signalen im Rat» bezüglich einer Roetgener Beteiligung am Schulzweckverband.

Erst gemeinsames Lernen, dann Differenzierung und das Abitur in neun Jahren

Einige Punkte aus dem vorläufigen Konzept für die Sekundarschule:

Die Schüler der Sekundarschule werden an den Standorten Simmerath (dreizügig) und Hürtgenwald-Kleinhau (zweizügig) jeweils in den Klassen 5 bis 10 unterrichtet (vertikale Gliederung). An der Sekundarschule können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I und nach Qualifikation das Abitur an den Kooperationsgymnasien in Vossenack und Monschau erworben werden.

Zum pädagogischen Leitgedankenheißt es: Jeder einzelne Schüler steht im Mittelpunkt der Arbeit. Er wird so angenommen, wie er ist, mit seinen Stärken und Schwächen, seinen Bedürfnissen und Ängsten. Das wichtigste Ziel besteht darin, den Schülerinnen und Schülern die Gewissheit zu geben, etwas wert zu sein, denn nur dann kann erfolgreiches Lernen gelingen. Dies wird in erster Linie durch Beziehungsaufbau und Kontinuität erreicht. Die Jugendlichen werden auf vielfältige Weise dahin gehend unterstützt, dass sie für sich selbst Ziele in ihrem Leben finden und diese konsequent verfolgen. Die Vermittlung fundierten Wissens, von Schlüsselqualifikationen und Sozialkompetenz bildet das Fundament einer ganzheitlichen Bildung. Gestärkte, selbstbewusste Jugendliche finden leichter einen Platz in der Arbeitswelt und sind fähig, aktiv und selbst bestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Die Sekundarschule verfolgt eine teilintegrierte Konzeption. Der Unterricht findet in den Klassen 5 und 6 im heterogenen Klassenverband mit Binnendifferenzierung statt. Bereits ab Klasse 5 werden die Schüler individuell gefördert. Ab Klasse 6 erfolgt eine Differenzierung im Wahlpflichtbereich. Ab Klasse 7 werden in einigen Fächern Kurse auf zwei Anforderungsebenen gebildet.
An der Sekundarschule wird im gebundenen Ganztag an drei Nachmittagen Unterricht stattfinden, wobei Hausaufgaben weitgehend zu Schulaufgaben werden. Es wird angestrebt, ein Netz von externen Kooperationspartnern für Arbeitsgemeinschaften und Projekte zu knüpfen.

Die Veränderung der Lernstrukturen, mehr individuelles und selbst gesteuertes Lernen lassen sich in einem Stundentakt mit 45, 60 oder 90 Minuten pro Lerneinheit umsetzen; über die Stundenlänge wird die neue Schulkonferenz entscheiden.


Förderschule Nordeifel: Inklusion jetzt noch kein Thema

29.10.2012, 17:17

Nordeifel. Wie viele Lehrer werden an der Sekundarschule Nordeifel unterrichten? Wie wird der Ganztag an dieser neuen Schule aussehen?

Welche Kurse und Arbeitsgemeinschaften wird es außerhalb des Unterrichtsplans geben? Und: Werden auch Sonderpädagogen zum Lehrerkollegium gehören, um die angestrebte Inklusion zu gewährleisten?

Viele Fragen standen im Raum, als der interkommunale Schulausschuss am Donnerstag über die Sekundarschule beriet. Doch für einige dieser Fragen ist derzeit noch keine Antwort möglich, da über die Lehrerausstattung von der Bezirksregierung erst nach Genehmigung der Schule entschieden wird und Themen wie Stundentaktung und außerschulische Angebote Sache der künftigen Schulkonferenz sein werden.

Verfrüht ist derzeit auch noch die Frage, ob Inklusion, also das gemeinsame Unterrichten von Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf, ein Teil des pädagogischen Konzepts der neuen Schule sein wird. Im vorgestellten, ersten Entwurf des Konzepts sei «schon viel Inklusion drin», sagte Förderschulleiter Robert Knauf, der den Schulausschüssen ein umfangreiches Konzept zur Einbindung der Inklusion in die Sekundarschule vorlegte.

Knauf machte deutlich, dass das Thema Inklusion aber bislang nur als Referentenentwurf vorliege und somit noch nicht Gesetz sei. Mit dieser Begründung beurteilte auch Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter die Diskussion als «verfrüht» und ihr Simmerather Kollege Karl-Heinz Hermanns verwies darauf, dass der Referentenentwurf heftig umstritten sei, «da er die Kosten der Inklusion alleine auf die Kommunen abwälze.»

Erst wenn die Sekundarschule Nordeifel genehmigt und angelaufen ist, soll das Thema erneut behandelt werden.

Quelle: Aachener Zeitung/Nachrichten

 
 

Nordeifel

05.10.2012

Sportlicher Zeitplan bei der Sekundarschule

Projekt- und Arbeitsgruppe zur Erstellung eines pädagogischen Konzeptes gebildet. Zahlreiche Termine geplant. Antrag bis Ende November.

Nordeifel. Viele an Eifeler weiterführenden Schulen tätige Lehrer werden ihre Freizeitaktivitäten in den bevorstehenden Herbstferien etwas zurücknehmen müssen, um dafür verstärkt an ihrer veränderten beruflichen Zukunft zu arbeiten.

Bis Ende November 2012 soll der noch zu gründende Schulzweckverband Nordeifel den Antrag bei der Bezirksregierung auf Errichtung einer Sekundarschule beginnend zum Schuljahr 2013/2014 stellen.

Wesentlicher Punkt des Antrags ist die Erstellung eines pädagogischen Konzeptes, an dem nun mit Hochdruck gearbeitet wird. Der Zeitplan bis zur Antragstellung (s. Box) ist sportlich hoch ambitioniert.

Anfang der Woche fanden sich im Monschauer Rathaus Vertreter der vier Kommunen Hürtgenwald, Monschau, Roetgen und Simmerath ein, um eine mit Fachleuten besetzte Projekt- und Arbeitsgruppe aus der Taufe zu heben, die sich mit dem pädagogischen Konzept für die Sekundarschule befassen wird. An dem interkommunalen Treffen in Monschau nahmen neben den kommunalen Vertretern die betroffenen Schulleitungen, Schulpflegschaften und Lehrerräte teil. Am heutigen Freitag findet ein weiteres Treffen der Projektgruppe statt, um den Fahrplan für die kommenden Schul-Intensiv-Wochen festzulegen.

In der Tat sei der Zeitplan „sehr ambitioniert“, sieht auch Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter arbeitsreiche Wochen auf die Beteiligten zukommen, aber es sei wichtig, den Eltern, möglichst bald ein umfassendes Konzept vorzulegen. Bei den anstehenden Eltern-Informationsveranstaltungen sollen möglichst keine Fragen mehr offen bleiben, egal ob es sich um die Schülerbeförderung, das Thema Inklusion oder um die auslaufenden Schulformen handele.

Welche Rolle spielt Roetgen?

Den Schulzweckverband Nordeifel sollen die in kommunaler Trägerschaft befindlichen weiterführenden Schulen in Hürtgenwald, Monschau und Simmerath (Realschule Hürtgenwald, Gemeinschaftshauptschule Hürtgenwald, St. Michael-Gymnasium Monschau, Elwin Christoffel-Realschule Monschau, Gemeinschaftshauptschule Monschau-Roetgen und Gemeinschaftshauptschule Simmerath) bilden.

Noch nicht klar ist, welche Rolle die Gemeinde Roetgen bei der Bildung des Schulzweckverband einnehmen wird. Immerhin aber unterstützt man die gemeinsame Linie, wie auch diese Woche in einem einstimmigen Ratsbeschluss zum Ausdruck gebracht wurde, nachdem Kämmerer Heinz Mertens dem Rat ausführlich über das interkommunale Arbeitstreffen in Monschau berichtet hatte.

Roetgen möchte sich demnach „aktiv am Gründungsprozess der Sekundarschule Nordeifel“ beteiligen. Außerdem nimmt man an der gemeinsamen Sitzung aller vier Schulausschüsse teil, wo das pädagogische Konzept sowie schulorganisatorische Regelungen vorstellt werden sollen.

Ob Roetgen dann auch dem Schulzweckverband beitreten wird, ließ der Rat allerdings noch offen. Diese Entscheidung soll später fallen. Dann wird es um das Thema Kostenbeteiligung für die Gemeinde gehen. „Das ist für uns ein ganz wichtiger Punkt“, so Bürgermeister Manfred Eis. Die Kommunen Monschau und Simmerath würden Roetgen als Mitglied im Zweckverband, dessen Satzung derzeit erarbeitet wird, gerne sehen. (P. St.)

Bis zum 30. November muss der Antrag gestellt sein

Terminlich eng gestrickt ist der Zeitplan in den nächsten Wochen für die Gründung der Sekundarschule Nordeifel:

Heute tagt erstmals die Anfang der Woche gebildete Projekt- und Arbeitsgruppe, am 25. Oktober findet eine gemeinsame Sitzung der vier Schulausschüsse der Kommunen Hürtgenwald, Monschau, Roetgen und Simmerath statt.

Am 29. Oktober, 30. Oktober, 31. Oktober und 5. November sind Infoveranstaltungen für die Eltern geplant; am 6. November sollen Fragebögen verteilt werden. Diese sollen bis 9. November eingesammelt, am 10. November ausgewertet und die Ergebnisse am 12. November in eine Ratsvorlage eingearbeitet werden.

Am 26. November tagen die Räte in Monschau, Simmerath und Hürtgenwald. Am 26. November soll der Antrag für Errichtung einer Sekundarschule Nordeifel an die Bezirksregierung Köln geschickt werden, damit dieser rechtzeitig bis zum Ende der Antragsfrist am 30. November vorliegt.

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten


 

Nordeifel

25.09.2012

„Bei den Eltern für Sekundarschule werben“

Auch Simmerather Gemeinderat spricht sich einstimmig für Schulzweckverband und Sekundarschule aus

Simmerath. „Wir haben eine gute Sache vor uns“, blickte Günter Scheidt, schulpolitischer Sprecher der Simmerather CDU optimistisch nach vorne. Die Sekundarschule sei „die Zukunft, und die Bedingungen für diese neue Schule sind in Simmerath optimal“, unterstrich der Pädagoge und sprach damit im Sinne aller fünf Fraktionen. Nach knapp 90-minütiger Information und Beratung in der vorangehenden Schulausschusssitzung gab der Gemeinderat einmütig die Simmerather Zustimmung zu einem Schulzweckverband Nordeifel. Dieser wird, nachdem auch die Stadt Monschau und die Gemeinde Hürtgenwald am Dienstagabend gleichlautende Beschlüsse fassten, zunächst Träger der sechs kommunalen Schulen in diesem Verbund und ab dem kommenden Schuljahr Träger der Sekundarschule Nordeifel. Voraussetzung für Letzteres ist die Zustimmung des Landes zur Neugründung einer Sekundarschule; der Antrag dazu muss bis Ende November in Düsseldorf vorliegen.

Bis dahin wartet nun eine Menge Arbeit auf alle Beteiligten, gilt es doch, ein pädagogisches Konzept zu erarbeiten sowie viele schulrechtliche und schulorganisatorische Dinge zu klären. Übernehmen sollen dies Experten und Beteiligte, wie man im Rat befand. Gemeint sind damit die Schulverwaltungen der Kommunen, vor allem aber auch die Schulleitungen und Lehrer sowie Eltern. Ein gemeinsamer Schulausschuss wird den Entwurf beraten und schließlich den jeweiligen Räten zum Beschluss vorlegen.

Nicht zum Tragen kam ein gemeinsamer Vorschlag der vier Grünen-Fraktionen, die Ausarbeitung des Konzepts einem Projektausschuss zu überlassen. Es sei für das Verfahren nicht beschleunigend, noch ein Gremium zwischenzuschalten, meinte Hermann-Josef Bongard, und Siegfried Peeters bediente sich des geflügelten Wortes „Viele Köche verderben den Brei“. Gleichwohl bekräftigte auch Klaus Stockschlaeder für die Grünen später „vorbehaltlose Unterstützung für den Zweckverband und die neue Schulform“.

Breite Zustimmung fand ein Zusatzantrag der CDU, dass auch die Lehrkräfte der künftigen Sekundarschule an den auslaufenden Schulen in Monschau, Simmerath und Hürtgenwald für eine bestmögliche Versorgung eingesetzt werden sollten. „Das ergibt Sinn, und das sind wir den Haupt- und Realschulen schuldig“, sagte Günter Scheidt, der vom Konzept der Sekundarschule überzeugt ist: „Sehr gut ist, dass die Kinder hier in der Klasse 5 und 6 noch gemeinsam unterrichtet werden, denn nach der vierten Klasse ist sehr oft noch gar nicht klar, wie ein Schüler sich entwickelt.“ Nicht umsonst dauere in vielen Ländern die Primarschulphase sechs Jahre. Dazu biete die Sekundarschule Ganztag und ein breites Fächer- und Kursangebot an einer aufwendig sanierten und bestens ausgestatteten Schule, warb Scheidt und rief die Eltern auf, „keine Angst vor der neuen Schulform zu haben, sondern diese offen anzunehmen.“ SPD-Sprecher Siegfried Peeters sprach im Schulausschuss von einer „Optimallösung für Simmerath“, und sein Fraktionskollege Franz-Josef Hammelstein später im Rat von einem „guten Kompromiss“, den man daran erkenne, „dass es weder Sieger noch Besiegte gibt und weder Triumphgesang noch Wehklagen zu vernehmen“ sei. Die Tür sei nun geöffnet für eine regionale Schullandschaft, und die SPD knüpfe durchaus die Hoffnung daran, „dass künftig auch in anderen Fragen regional statt lokal gedacht“ werde.

Auf die Frage von UWG-Vertreter Stephan Weber, ob der Sonderschulzweckverband im neuen Schulzweckverband aufgehen könne, befanden Verwaltung und Ratsmehrheit, dass hier keine Eile geboten sei. Nach Aussage des Förderschulleiters Robert Knauff liegt erst seit einer Woche der erste Referentenentwurf zur Inklusion vor, darüber hinaus leiste die Förderschule in Eicherscheid „hervorragende Arbeit“ und sei deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Frage zu stellen, wie Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns bekräftigte.

Offen ließ man in Simmerath die Frage, ob es sinnvoll und machbar ist, zum Schuljahr 2015 drei Schulformen in Simmerath unterzubringen. Auch dies soll Gegenstand der nun folgenden Konzept-Erarbeitung sein.(hes)

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten


 

Nordeifel

Startet neue Schule doch in Simmerath?
Monschauer Schulausschuss macht sich auf den Weg zur Sekundarschule, möchte dabei aber Pädagogen und Eltern miteinbeziehen

20.09.2012

Monschau. Arbeitsreiche Wochen stehen Verwaltung, Politik und den Vertretern der Schulen bevor. Am 30. November soll der Antrag auf Errichtung der Sekundarschule „Nordeifel“ an das Düsseldorfer Schulministerium geschickt werden, und bis dahin gilt es, noch viele offene Fragen rund um die neue Schule zu klären.

Gemeinsamer Schulausschuss?

Als ersten Schritt in den heißen Schulherbst empfahl der Monschauer Schulausschuss am Dienstagabend dem Stadtrat, der am 25. September tagt, die Gründung eines Schulzweckverbandes (wir berichteten). Fast zeitgleich stimmte auch der Schulausschuss der Gemeinde Hürtgenwald der Bildung dieses Zweckverbandes zu, dem alle kommunalen Schulen der Stadt Monschau sowie der Gemeinden Simmerath und Hürtgenwald angehören sollen. Die Simmerather Gremien beraten dazu ebenfalls kommende Woche, ausdrücklich warb man am Dienstag in Monschau auch um eine Beteiligung der Gemeinde Roetgen, die aber bislang noch nicht im Boot ist.

Für den weiteren Weg gab es zunächst zwei Meinungen: Die Grünen-Fraktionen aller vier Kommunen wollten einen Projektausschuss installieren, doch später wurde beschlossen, lieber die vier Schulausschüsse der Kommunen gemeinsam tagen zu lassen, da man dann auch Beschlussempfehlungen aussprechen könne. Wenn alle Ratsbeschlüsse vorliegen, soll nun also ein interkommunaler Schulausschuss die anstehenden und drängenden Fragen diskutieren und entscheiden.

Bürgermeisterin Margareta Ritter skizzierte die wendungsreiche Geschichte der Bemühungen um eine neue Schulform im S1-Bereich und nannte die Beweggründe aus Monschauer Sicht für die letztlich vorgetragene Lösung. „Wenn Sie das so beschließen, werden wir zwei Schulen schließen. Und das ist bitter. Aber wir müssen auch die politische Verantwortung gegenüber einem Nachbarn sehen, der auch seine berechtigten Ansprüche hat und der sich sonst von uns abgewandt hätte“, begründete sie den Schulterschluss mit Simmerath. Es sei „möglicherweise noch nicht alles rund“ und „nicht die Meinung aller“, was nun als Lösung auf dem Tisch liege, meinte Ritter. Man wolle die Sekundarschule für zwei Jahre in Monschau starten, weil die ECR die am besten angenommene Schule sei, die dortigen Lehrer den Wechsel besser mitgestalten könnten und dies auch für manches Geschwisterkind von Vorteil sei.

Peter Groten bedauerte, dass mit der Schließung der ECR „weit und breit keine Realschule für Jungen mehr im Angebot sei“, wertete es aber als „positiv, dass nun Klarheit für die Eltern geschaffen wird, denn die Unsicherheit der letzten Jahre hat schon viele Roetgener Eltern nach Aachen abwandern lassen“, so der Leiter der Elwin-Christoffel Realschule. Groten machte keinen Hehl daraus, dass für ihn der Start der Sekundarschule gleich in Simmerath erfolgen und die Realschule stattdessen an ihrem jetzigen Ort auslaufen sollte. Denn: „Drei Schulformen unter einem Dach – das wird schulorganisatorisch eine Herausforderung“, meinte Groten schon mit Blick auf unterschiedliche Schulstundentaktung (Haupt- und Realschule 45 Minuten, Sekundarschule 60 Minuten).

„Als wir vor zwei Jahren das Konzept für die Gemeinschaftsschule erarbeitet haben, wollten wir alle Vorteile von Haupt- und Realschule mitnehmen“, erinnerte sich Peter Groten. Nun aber sei ein neues Konzept gefordert, denn bei zwei Standorten sei „pädagogisch vieles nicht möglich oder sinnvoll“, so der ECR-Leiter.

Auch sein Kollege Franz Anton Dénes von der Gemeinschafts-Hauptschule Monschau-Roetgen regte ein „Auslaufen der Hauptschule(n) an ihrem jetzigen Standort“ an, wiewohl man die Sekundarschule für die „einzig richtige Lösung“ halte.

Unterricht an der Geisterschule?

CDU-Sprecher Micha Kreitz, selbst Lehrer, mochte sich nicht vorstellen, an einer „Geisterschule“ zu unterrichten, an der nur noch ein oder zwei Jahrgangsstufen seien. Was aber ab 2013/14 passiere, sei vor allem vom Elternwillen abhängig zu machen, der bei der weiteren Ausarbeitung dringend zu berücksichtigen sei, „denn es geht um die Kinder!“ so Kreitz.

Diesen Gedanken griff auch Bernd Händler (Grüne) auf und mahnte fast flehend, „nach dem Beton nun endlich die Kinder in den Mittelpunkt zu stellen und nach der Politik auch die Fachleute, sprich: Lehrer, zu Wort kommen zu lassen“. Händler: „Drei CDU-Bürgermeister haben das bis hierher entschieden – nun sollten wir die Schulen mitnehmen und sie gestalten lassen“, so der Grünen-Schulsprecher.

Für die SPD, die sich später beim Beschluss enthielt, kritisierten Brigitte Olschewski und Susanne Evans heftig das Prozedere. Nach Monaten, ja sogar Jahren der Offenheit hat man die Entscheidungsgremien nach den Ferien plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt. Da frage ich mich doch, warum ich hier sitze“, ereiferte sich Evans und konnte nicht erkennen, „wo für Monschau der Kompromiss ist, wenn hier alles geschlossen wird“.

Damit nun bis Ende November der Antrag auf Einrichtung einer Sekundarschule gestellt werden kann, sind noch viele schulorganisatorische und -rechtliche Fragen zu klären, ebenso ist ein pädagogisches Konzept zu erarbeiten. „Das sollte bis Anfang November passieren, damit noch Zeit für eine Information und Befragung der Eltern bleibt“, erläuterte Werner Krickel einen Zusatzantrag der Grünen, der dann ebenfalls dem Rat am kommenden Dienstag empfohlen wurde.(hes)

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten

 

Nordeifel

Sekundarschule kommt nun doch
Monschau und Simmerath einigen sich nach monatelangen Gesprächen auf einen Kompromiss. 2013/14 Start in Elwin-Christoffel-Realschule in Monschau, ab 2015 dann dauerhaft in Hauptschule Simmerath.

Von Heiner Schepp

Endlich den gemeinsamen Draht gefunden: Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter und ihr Simmerather Bürgermeister-Kollege Karl-Heinz Hermanns legten das neue Schulkonzept am Dienstag sogar auf gemeinsamem Briefpapier vor. Foto: P. Stollenwerk

Die Nordeifel bekommt nun doch ihre Sekundarschule. Bereits 2013/14 wird die neue Schulform im jetzigen Gebäude der Elwin-Christoffel-Realschule Monschau dreizügig starten und ab 2015 dauerhaft in der heutigen Hauptschule Simmerath untergebracht. Darauf haben sich nach monatelangen Gesprächen Bürgermeisterin Margareta Ritter und ihr Simmerather Amtskollege Karl-Heinz Hermanns (beide CDU) verständigt.

Träger der Sekundarschule Nordeifel wird ein neuer Schulzweckverband Nordeifel, den die Räte der Kommunen Monschau, Simmerath und Hürtgenwald am 25. September beschließen sollen, und dem nach jetzigem Stand die sechs weiterführenden Schulen in kommunaler Trägerschaft der drei Gemeinden angehören werden.

„Die demografischen Entwicklungen mit rückläufigen Schülerzahlen und die sich verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfordern ein zukunftsfähiges pädagogisches Gesamtkonzept für unsere Region“, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten, gemeinsamen Erklärung der Stadt Monschau und der Gemeinde Simmerath.

Nach ausführlichen Gesprächen über die gemeinsame Bestandssicherung eines schulischen Bildungsangebotes in der Nordeifel sei man „zu einem tragfähigen und partnerschaftlichen Ergebnis“ gekommen, das den Fraktionen in den Räten der Eifelkommunen am Montagabend vorgelegt worden sei. Dafür bitte man nun um Zustimmung in den Ratssitzungen, so Ritter und Hermanns.

Parallel zum Start der Sekundarschule laufen Hauptschule und Realschule ab kommendem Schuljahr aus, werden also keine fünften Klassen mehr anbieten. Dabei werden die Hauptschulen komplett am jetzigen Standort Simmerath zusammengelegt, so dass das Hauptschulgebäude Monschau ab dem Sommer 2013 nicht mehr genutzt wird. Die Realschule läuft zunächst für zwei Jahre in Monschau und ab 2015 in Simmerath aus.

Kooperationspartner der Sekundarschule werden auch die Gymnasien Monschau (bisher städtisch) und Vossenack (privat). Ausdrücklich erwünscht wird in Monschau und Simmerath auch eine Beteiligung der Gemeinde Roetgen am neuen Schulzweckverband.

Gerade die Eltern aus Roetgen hätten sich durch ihre Schulwahl mehr und mehr in Richtung Aachen gewandt, erläuterte Bürgermeisterin Ritter. Amtskollege Hermanns ergänzte, dass die neue Sekundarschule deshalb hoffentlich ein starkes Signal an die Roetgener Kinder und Eltern sende, auch die Monschauer Schulen bei der Planung der Schullaufbahn wieder in ihre Überlegungen einzubeziehen.

„ Wir sind zu einem tragfähigen und partnerschaftlichen Ergebnis gekommen. “

Aus einer gemeinsamen Erklärung der beiden Kommunen

Das Thema: schulpolitik in der nordeifel
Sekundarschule ab 2015 in Simmerath

Neue Schulform startet 2013 in Monschau und zieht dann um. Hauptschulen ab kommendem Schuljahr gemeinsam im Kranzbruch.

Endlich den gemeinsamen Draht gefunden: Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter und ihr Simmerather Bürgermeister-Kollege Karl-Heinz Hermanns legten das neue Schulkonzept am Dienstag sogar auf gemeinsamem Briefpapier vor.

Von Heiner Schepp

Der gordische Knoten scheint durchschlagen, die Zukunft des Sekundarbereichs der Nordeifeler Schullandschaft endlich auf den Weg gebracht: Noch in diesem Jahr soll ein „Schulzweckverband Nordeifel“ gegründet werden, dem die weiterführenden Schulen in kommunaler Trägerschaft in Monschau und Simmerath angehören.

Haupt- und Realschule laufen aus

Dieser neue Schulzweckverband wird ab kommendem Schuljahr 2013/14 eine Sekundarschule gründen – zunächst für zwei Jahre an der jetzigen Elwin-Christoffel-Realschule Monschau, ab 2015/16 dann dauerhaft am Standort der jetzigen Hauptschule in Simmerath.

Parallel dazu laufen bis 2018 die letzten Jahrgänge der beiden Hauptschulen und der Realschule aus. Die Monschauer Hauptschule wird schon zum kommenden Jahr komplett geschlossen, die Monschau-Roetgener GHS-Jahrgangsstufen sechs bis zehn besuchen ab August 2013 gemeinsam mit den Simmerather Hauptschülern das frisch sanierte Schulgebäude im Simmerather Kranzbruch. Ab 2015 steht dann auch die Städtische Realschule Monschau leer, sofern nicht eine neue Nutzung gefunden wird.

Die Bürgermeisterin schaffte vor dem Pressegespräch am Dienstagmorgen den Flaggenbaum eigenhändig von der Mitte des Ratssaales in die Ecke – so staatstragend war es dann doch nicht, was Margareta Ritter und ihr Simmerather Kollege Karl-Heinz Hermanns zu verkünden hatten. Für die Region allerdings ist es schon ein großer politischer Schritt, der da vollzogen werden soll, und einen monate-, ja jahrelangen Konflikt beilegen wird. Gebahnt wurde der Weg dorthin in zahlreichen Gesprächen zwischen den Verantwortlichen der vier Nordeifel-Kommunen Monschau, Simmerath, Roetgen und Hürtgenwald, Städteregionsrat Helmut Etschenberg und den Schulbehörden, wie die beiden Bürgermeister im Pressegespräch berichteten.

Man sei „überzeugt, dass dies der richtige Weg ist“, so Margareta Ritter, die unterstrich, dass dieser Weg vor allem der Stadt Monschau eine sehr hohe Kompromissbereitschaft abverlangt habe: „Schließlich verlieren wir als Schulstadt zunächst die Hauptschule und ab 2015 auch die Realschule.“ Andererseits sei auch die Gemeinde Simmerath „einen Schritt in die Mitte gegangen“, habe sie sich doch im Gegenzug bereit erklärt, sich bereits ab dem kommenden Schuljahr an den Kosten des St.-Michael-Gymnasiums zu beteiligen. Das MGM ist somit ab Sommer 2013 keine städtische Schule mehr, sondern das Gymnasium des Schulzweckverbandes Nordeifel und Kooperationsschule der neuen Sekundarschule.

Auch mit der Gemeinde Hürtgenwald, so heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung, „wurde die Beteiligung im Schulzweckverband Nordeifel vereinbart, mit dem Ziel, am Standort Kleinhau einen zweizügigen Teilstandort einzurichten“. Das private Franziskus-Gymnasium Vossenack sei, wie das Monschauer Gymnasium, Kooperationspartner für den gesicherten Besuch der gymnasialen Oberstufe, ohne dem Schulzweckverband anzugehören, wie Karl-Heinz Hermanns erläuterte. Dies sei der ausdrückliche Wunsch aus Hürtgenwald gewesen, das sich aus der Historie heraus zumindest in Teilen nach wie vor dem Altkreis Monschau zugehörig fühle, so Simmeraths Bürgermeister.

Eingebunden in die neuen Planungen war von Beginn an auch die vierte Kommune im Bunde, die Gemeinde Roetgen, auch wenn sich die Eltern in den letzten Jahren durch ihre Schulwahl „leider mehr und mehr in Richtung Aachen gewandt“ hätten, so Margareta Ritter. Der nun gefundene Lösungsvorschlag sei aber „hoffentlich ein Signal an die Roetgener Kinder und Eltern, auch die Monschauer Schulen bei der Planung der Schullaufbahn wieder in die Überlegungen miteinzubeziehen“, so Karl-Heinz Hermanns. „Wir würden es begrüßen, wenn auch Roetgen Mitglied des Zweckverbandes würde, wobei die Finanzierung nur eine untergeordnete Rolle spielt“, so Simmeraths Bürgermeister.

Kontroverse Reaktionen

Margareta Ritter hatte im Anschluss an das Pressegespräch am Dienstag die nicht angenehme Aufgabe, die Lehrkräfte der Elwin-Christoffel-Realschule über die neueste Entwicklung zu informieren. „Das ist eine tolle Schule, die seit 50 Jahren hervorragende Arbeit leistet. Und diese Entscheidung muss man dort wie auch anderswo sicher erst einmal sacken lassen“, zeigte die Bürgermeisterin Verständnis für durchaus kontroverse Reaktionen der direkt Betroffenen. Sie hoffe aber, „dass die Bürger verstehen, dass wir an einem Scheideweg stehen und Kräfte bündeln müssen“. Letztes Jahr erst habe man an der ECR 50-jähriges Bestehen gefeiert – „jetzt beginnen die nächsten 50 Jahre der Schulzukunft in anderer Form“, so Margareta Ritter.

Was mit dem teilweise sanierten Gebäude nach 2015 passiere, sei abzuwarten. Dass hier einmal die Grundschulen der Stadt zusammengeführt werden könnten, sei „Zukunftsmusik, derzeit nicht das Thema und Sache der Politik“, sagte Ritter. Gleiches gelte für das Hauptschulgebäude.

Das für sieben Millionen Euro energetisch sanierte, jetzige Simmerather Hauptschulgebäude sei mit 24 Klassen- und weiteren 16 Nebenräumen optimal für die dreizügige Sekundarschule ausgestattet und biete auch genügend Platz für die Übergangszeit mit Haupt- und Realschule.

Die nun vorgetragene Lösung wird am 25. September, wenn zufällig in Monschau, Simmerath und Hürtgenwald die Räte tagen, in allen Kommunen thematisiert. Beschlossen werden dann die Eckpunkte des neuen Schulzweckverbandes, zudem wird dann, so die beiden Bürgermeister, der Antrag für die erste Sekundarschule Nordeifel auf den Weg gebracht.

„Einer Alibilösung hätte ich nicht zugestimmt.“

Karl-heinz Hermanns,
Bürgermeister Simmerath

„Mit dieser Lösung steht auch künftig in jeder der drei Kommunen eine Schule der Sekundarstufe.“

Margareta Ritter,
Bürgermeisterin Monschau



Kommentiert
Vernunftlösung für alle: Nordeifeler Schulfrieden im zweiten Versuch

Peter Stollenwerk

Nach „ausführlichen Gesprächen zwischen Monschau und Simmerath über die gemeinsame Bestandssicherung eines schulischen Bildungsangebotes in der Nordeifel sind diese zu einem tragfähigen und partnerschaftlichen Ergebnis gekommen.“
So lautet der zentrale Satz einer gemeinsamen Presseerklärung, die die beiden Nachbarkommunen gestern herausgaben. Was in diesen Zeilen wie watteweiche Schönwetter-Politik klingt, dürfte hinter den Kulissen Schwerstarbeit gewesen sein. Dass zuletzt über die zukünftige Gestaltung der Schullandschaft in der Nordeifel keine neue Wasserstandsmeldungen mehr nach außen drangen, ist auch ein Signal dafür, dass man diesmal unter allen Umständen von ortspolitischen Eitelkeiten geprägte Nebenkriegsschauplätze vermeiden wollte. Mancher hatte ja schon die Hoffnung aufgegeben, dass es Bürgermeisterin Margareta Ritter aus Monschau und Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns aus Simmerath gelingen würde, einen gemeinsamen Lösungsvorschlag zu erarbeiten, der das schulische Bildungsangebot in der Nordeifel langfristig sicherstellt.
Der Preis für die nun gefundene Lösung ist hoch: Die städtische Realschule und die Hauptschule Monschau sind ebenso Auslaufmodelle wie die Hauptschule Simmerath.
Die Schulstadt Monschau musste bei der jetzt gefundenen Lösung Verluste hinnehmen, aber das Eingeständnis in die Realitäten der demografischen Entwicklung ließ wohl keine andere Lösung zu. Diese bittere Erkenntnis müssen jetzt auch die betroffenen Lehrerkollegien, denen ebenso die Auflösung bevorsteht, erst einmal verarbeiten.

Der jetzt hergestellte Schulfrieden wird, vorbehaltlich der Zustimmung der Bezirksregierung, länger halten als der bereits vor einem Jahr gefundene Kompromiss. Damals hatten die Kommunen Monschau, Simmerath, Roetgen und Hürtgenwald schon einmal die Bildung eines Schulzweckverbandes für die Bildung einer Sekundarschule Eifel ins Auge gefasst. Doch die Beteiligten hatten sich zu früh gefreut. Ein halbes Jahr später kippte Düsseldorf den vor Ort gefundenen Kompromiss schon wieder, weil er nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprach.

Wenn es nun im zweiten Anlauf gelungen ist, den Schulfrieden in der Nordeifel herzustellen, ist vor allem den Eltern gedient, die nun wieder Planungssicherheit besitzen.

Die jetzt gefundene Lösung ist eine Vernunftlösung und kein Flickwerk, das aus den unterschiedlichen politischen Interessen gestrickt wurde. Die verantwortlichen Kommunalpolitiker haben ihre Verantwortung ernst genommen und sich durch Lernfähigkeit gute Noten verdient.

p.stollenwerk@zeitungsverlag-aachen.de

 

 


Nordeifel

Sekundarschule: Was, wenn Schülerzahlen nicht reichen?

17.07.2012

Nachdem es Monschau, Simmerath und Hürtgenwald nicht gelungen ist, ein genehmigungsfähiges Konzept für die Sekundarschule Eifel auf die Beine zu stellen, nimmt sich jetzt die Monschauer SPD-Fraktion des Problems an.

Sie wartet mit einen Vorschlag auf, wonach sich der Standort Monschau mit Sekundarschule und Gymnasium der allgemeinen schulischen Bildung widmen, der Standort Simmerath mit seinem Berufskolleg eine für die Region zielführende Bildungseinrichtung mit allgemein- und berufsbildenden Abschlüssen im Sekundarbereich I und II sein solle.

Dies für den Fall, dass aufgrund der Schülerzahlen eine gemeinsame Sekundarschule nicht an zwei Standorten möglich sei. Das Ziel soll aber zunächst eine «attraktive, moderne und zukunftsfähige gemeinsame Sekundarschule für Monschau, Roetgen und Simmerath» sein. Da für den geplanten Start zum Schuljahresbeginn 2013/2014 spätestens im Herbst dieses Jahres eine Entscheidung getroffen sein müsse, sehen die Monschauer Sozialdemokraten um Antragstellerin Brigitte Olschewski dringenden Handlungsbedarf.

17.07.2012

Die SPD-Landesregierung hat entschieden. eine Sekundarschule für die Nordeifel in der von den Kommunen Hürtgenwald, Simmerath und Monschau erhofften Form wird es nicht geben.

Die neue Situation wurde in beiden Räten diskutiert. Die Verwaltungsspitzen sind bereits mit neuen Überlegungen beschäftigt.

Im Nachlauf fordert die Monschauer SPD die Bürgermeisterin auf, bis zum Ende der politischen Sommerpause in «konstruktiven Gesprächen» mit den Verantwortlichen in Simmerath und Roetgen eine für alle Beteiligten tragbare, gemeinsame Lösung zu finden. Hierfür bedarf es keinen erneuten Antrag, da bereits alles auf dem Weg ist.

Die SPD sollte sich lieber fragen, weshalb die SPD-Bezirksregierung die drei Kommunen monatelang mit falschen Lösungsmodellen an der Nase herum führte?

Die Situation persönlichen Differenzen der Verwaltungsspitzen zuzuschieben ist ein ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver und absoluter Unfug!

Die zurückgehenden Schülerzahlen, die Ergebnisse und Empfehlungen zur Schulentwicklungsplanung durch das Institut «biregio» sowie der «Elternwille für eine Sekundarschule in Monschau» seien Kriterien, die keinen weiteren Aufschub erlaubten.

In ihrem Antrag fordert die Parteivorsitzende und SPD-Ratsfrau die Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter auf, bis zum Ende der politischen Sommerpause in «konstruktiven Gesprächen» mit den Verantwortlichen in Simmerath und Roetgen eine für alle Beteiligten tragbare, gemeinsame Lösung zu finden.

Vor einigen Tagen noch hatte SPD-Fraktionsvorsitzender Gregor Mathar öffentlich erklärt, die bisher gescheiterte Schulpolitik in der Nordeifel sei zu einem nicht geringen Teil auf das ausgesprochen störanfällige Verhältnis der beiden Verwaltungschefs Ritter und Hermanns zurückzuführen.

Wenn zwischen Margareta Ritter und Karl-Heinz Hermanns die Chemie nicht stimme, dann dürfe das nicht zu Lasten der Kinder gehen, für deren Bildung ein vernünftiges Schulkonzept erstellt werden müsse, so Brigitte Olschweski bei gleicher Gelegenheit.

Quelle: Eifeler Zeitung

 

 

Simmerath

09.07.2012

Die Sekundarschule soll Schwerpunkt der Arbeit sein
Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns berichtet vor dem Rat über das Treffen in Düsseldorf. Reaktionen der Ratsmitglieder.


Die gemeinsame Sekundarschule für die Eifelgemeinden will Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit machen. Das erklärte er jetzt auf der Sitzung des Simmerather Gemeinderates. Aus aktuellem Anlass hatte der Bürgermeister das Thema als weiteren Punkt auf die Tagesordnung gesetzt.

Hermanns informierte die Ratsmitglieder über den Besuch der Bürgermeister aus Monschau, Simmerath und Hürtgenwald in Düsseldorf und ließ das Gespräch noch einmal Revue passieren. Hermanns sagte, es sei eine Vielzahl von Möglichkeiten vorgestellt und konstruktiv mit den Nachbarkommunen gesprochen worden. Nun müsse in den nächsten Monaten eine Entscheidung fallen. Die Bürger hätten kein Verständnis mehr für eine weitere Verzögerung.

Zurück ins Schneckenhaus

Klaus Stockschlaeder (Grüne) war bei dem Gespräch in Düsseldorf dabei und kam zu einem anderen Ergebnis. Zwischendurch habe er den Eindruck gehabt, „es komme Bewegung in die Sache“. Dies sei ja auch der eigentliche Grund für das Gespräch gewesen. „Unter dem Strich hat sich jeder der Bürgermeister aber wieder in sein Schneckenhaus zurückgezogen und wir stehen da, wo wir vor zwei Jahren waren“, sagte Stockschlaeder. Er appellierte, konstruktiv an einer Lösung zu arbeiten und erklärte sich bereit, erneut Kontakte zur Landesregierung zu knüpfen.

Dieser Darstellung widersprach Bürgermeister Hermanns. „Wir sind zu dritt gemeinsam angereist und auch so wieder abgereist.“ Auch im Auto habe man weiter über das Thema gesprochen.

„Ich glaube, dass die meisten im Raum stocksauer sind“, sagte Ratsmitglied Franz-Josef Hammelstein (SPD). Er ging auf die Rolle des Schulministeriums ein und fragte, warum dort nicht schneller entschieden wurde. „Hat man dort etwas verschleppt?“, fragte Hammelstein. Außerdem hätte er sich eine andere Reaktion aus dem Monschauer Stadtrat gewünscht. Er hätte mehr Betroffenheit erwartet, „dass eine Chance für die Kinder vertan wurde“.

Zuverlässige Partner

Es sei klar, dass die Gemeinde Simmerath eine Schule im Sekundarbereich wolle. Dabei solle man sich nun im weiteren Vorgehen „auf Partner stützen, die verlässlich sind und nicht auf solche Partner oder Partnerinnen, die sich in der Vergangenheit als nicht so zuverlässig erwiesen haben“.

„Die Kinder sind die Leidtragenden in dieser Sache und bleiben auf der Strecke“, sagte Klaus Brust (UWG).

Christoph Poschen (CDU) wollte der Diskussion nicht mehr viel hinzufügen, stellte aber fest, dass man nach dem Gespräch in Düsseldorf zumindest eine leicht andere Situation habe. „Die Lokalpolitiker in allen Kommunen sind jetzt den Kindern verpflichtet“, betonte Poschen.

Gregor Harzheim (SPD) forderte einen Fahrplan und stellte die Rolle der Bezirksregierung in Frage. Im Gegenzug sprach sich Bürgermeister Hermanns für eine weitere Beteiligung der Bezirksregierung aus. Er fühle sich gut vertreten und sehe keine Veranlassung an der Zuständigkeit und Kompetenz der Bezirksregierung zu zweifeln. (ag)

Quelle: Eifeler Zeitung


 

Monschau

04.07.2012

Sekundarschule, oder was auch immer: Die Zeit drängt
Werner Krickel (Grüne) erinnert im Monschauer Stadtrat an die „große Skepsis“ im Parlament schon bei der Beschlussfassung


Aus dem Plan, für Monschau, Simmerath, Roetgen und Hürtgenwald eine gemeinsame Sekundarschule an drei verschiedenen Standorten einzurichten, wird, wie berichtet, zumindest vorerst nichts. Das sei „nicht möglich, weil rechtlich nicht zulässig“, bedauerte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter, als sie am Dienstagabend den Stadtrat über ein Gespräch in Düsseldorf informierte. Dieses Gespräch im Landtag war auf Initiative der Grünen zustandegekommen. Daran beteiligt waren von den Grünen unter anderem die Abgeordneten Gudrun Zentis und Sigrid Beer. Gesprächspartner dabei waren die vier Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns (Simmerath), Axel Buch (Hürtgenwald), Manfred Eis (Roetgen) und Margareta Ritter aus Monschau.

Bei 153 Kindern pro Jahrgang wäre eine Sekundarschule zwar möglich, doch der Hauptstandort müsse dreizügig gestaltet sein. Wie es jetzt mit dem Projekt gemeinsame Sekundarschule weitergeht, ist ungewiss. „Im Augenblick gibt es keine Lösung“, betonte Bürgermeisterin Ritter vor dem Stadtrat. Nun müsse man abwarten, wie die Gemeinde Simmerath sich in diesem Thema positioniere. Für die Bürgermeisterin ist es wichtig, öffentlich zu dokumentieren, dass der Antrag, dem der Rat zugestimmt habe, „nicht zulässig“ sei.

Ende des vergangenen Jahres hatte der Stadtrat beschlossen, zum Schuljahresbeginn 2013 eine dreizügige Sekundarschule einzurichten. Dabei war die Kooperation mit den Nachbarkommunen geplant. Ein Trost für die Bürgermeisterin, wie sie im Stadtrat erklärte: „Wir haben eine Realschule, die gut funktioniert.“

Bei der Einrichtung einer Sekundarschule, so der Beschluss des Rates damals, wären die Gemeinschaftshauptschule Monschau-Roetgen und die Elwin-Christoffel-Realschule geschlossen worden. Im Parlament hatte die SPD-Ratsvertreterin Brigitte Olschewski nach dem Stand der Dinge gefragt, zumal die Lokalzeitung am Tag der Ratssitzung über die neuen Probleme mit der Einrichtung im Hinblick auf den demografischen Faktor und die sinkenden Schülerzahlen berichtet hatte.

Zweifel waren berechtigt

Werner Krickel von den Grünen machte darauf aufmerksam, dass der Stadtrat schon bei seinem Beschluss, die gemeinsame Sekundarschule einzurichten, „große Skepsis“ gehegt habe. Er erinnerte ferner daran, dass die Bezirksregierung in Köln darauf gedrängt habe, die gemeinsame Schule einzurichten.

Die Skepsis in Monschau sei aber berechtigt gewesen, wie sich nunmehr zeige. „Jetzt haben wir ein halbes Jahr Zeit verloren“, beklagte Krickel, der fragte, welche Lösungen überhaupt noch möglich seien. Der Stadtverordnete der Grünen mahnte: „Es bleibt nicht viel Zeit, wenn wir im nächsten Jahr mit der Sekundarschule starten wollen.“

Krickel forderte die kommunalpolitisch Verantwortlichen auf, „einen Weg zu finden“. Dazu sollten die Fraktionen auch Gespräche mit den Fraktionen in den anderen Kommunen suchen. (rpa)

Quelle: Eifeler Zeitung


 

Nordeifel

03.07.2012

NRW-Ministerium kippt Sekundarschule

Lösung mit drei Standorten in Hürtgenwald, Simmerath und Monschau verstößt gegen Gesetz. Zukunft ungewiss.

Von Ernst Schneiders

Die Sekundarschule für die Nordeifel in der von den Kommunen Hürtgenwald, Simmerath und Monschau erhofften Form wird es nicht geben. Den Bürgermeistern wurde am Montag im NRW-Schulministerium mitgeteilt, dass eine gemeinsame Schule mit drei Standorten und jeweils zwei Eingangsklassen nicht genehmigungsfähig sei. Nach dem Schulgesetz muss es einen dreizügigen Hauptstandort geben und einen zweizügigen Nebenstandort.

Weil jedoch keine der drei Kommunen als Schulstandort passen wollte, hatte die Kölner Bezirksregierung im Dezember 2011 die sogenannte Zwei-Zwei-Zwei-Lösung als Kompromiss ins Spiel gebracht, womit die drei Standorte sowie die vierte Eifelkommune Roetgen, die keine Standortansprüche gestellt hatte, gut hätten leben können.

Die Projektgruppe „Bildung und Region“ (Biregio) hatte bereits zuvor Befürchtungen geäußert, dass das beabsichtigte Schulkonstrukt wegen sinkender Schülerzahlen nicht zu realisieren sei. „Wir hatten dennoch gehofft, dass der Kompromiss umsetzbar ist“, verhehlte Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns seine Enttäuschung nicht.

Damit liegt das wichtigste schulpolitische Projekt der Nordeifel zunächst auf Eis. Hermanns richtet den Blick nach vorne und mahnt eine „zeitnahe gemeinsame Lösung unabhängig von Schulstandorten“ an. Die Sekundarschule solle zum Beginn des Schuljahres 2013/2014 ihre Arbeit aufnehmen. Es sei deshalb dringend geboten, auf allen Ebenen vielleicht schon in den Sommerferien, spätestens jedoch danach „vertrauensvolle Gespräche“ zu führen. Nach dem Schulfrieden in NRW müsse es jetzt einen tragfähigen Schulkonsens in der Eifel geben, signalisierte der Simmerather Verwaltungschef Gesprächsbereitschaft.

Die dürfte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter erwidern. Die Stadt Monschau werde jetzt zunächst einmal abwarten, wie sich die Gemeinde Simmerath positioniert: Kommt sie auf Monschau zu oder bevorzugt sie eine Zusammenarbeit mit Hürtgenwald?

Quelle: Eifeler Zeitung



 

Simmerath

02.07.2012

Genug Schüler für die Sekundarschule?

Projektgruppe „Biregio“ hat besorgniserregende Zahlen ermittelt. In den Rathäusern der drei Schulstandorte ist man optimistisch.

Die Elwin-Christoffel-Realschule in Monschau: Sie ist eine der Schulen, die bei einer Sekundarschule im Verbund der Kommunen Hürtgenwald-Monschau-Simmerath aufgelöst werden. Archivfoto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Wird eine Sekundarschule mit den drei Standorten Hürtgenwald, Simmerath und Monschau funktionieren? Wird es genügend Eltern geben, die ihre Kinder in diese Schule schicken? Diese Fragen hat sich in den vergangenen Monaten die Projektgruppe „Bildung und Region“ (Biregio) –mit Wolf Krämer-Mandau an der Spitze gestellt. Mit einem besorgniserregenden Ergebnis: Es könnten zu wenig Schüler sein.

Beauftragt wurde Biregio von den Gemeinden Hürtgenwald, Simmerath und Monschau, deren Kommunalpolitiker letztlich entscheiden müssen, ob es die Sekundarschule an drei Standorten einmal geben wird oder nicht. Bei der Schulentwicklung ist zunächst die demografische Entwicklung zu berücksichtigen. Biregio hat Schülerzahlen, die Anzahl der Klassen, Klassenfrequenzen, Anteile der Jungen und Mädchen und Anteile von Kindern mit ausländischen Pässen sowie deren Pendelbewegungen analysiert.

380 Schüler pro Jahr

Über die Jungen und Mädchen, die in den nächsten sechs Jahren aus den Grundschulen kommen und sich auf die weiterführenden Schulen verteilen, sagt Biregio folgendes: 380 Schüler aus der Region wechseln pro Jahr von der Grundschule in die Sekundarschulen (100 in Monschau, 80 in Roetgen, 130 in Simmerath und 70 in Hürtgenwald). Abgerechnet werden die Kinder, die zum Gymnasium gehen und die zu Schulen in anderen Orten auspendeln. Hinzugerechnet werden Kinder, die von anderen Orten als Monschau, Simmerath und Hürtgenwald einpendeln. Abgerechnet werden dann wieder die Kinder, die in Monschau die St. Ursula-Mädchenrealschule besuchen. Und so kommen die Fachleute auf nur 153 Kinder pro Jahrgang und auf 6,1 Parallel-Klassen à 25 Schüler. Bei drei Sekundarschulen wären dies 51 Kinder pro Standort und zwei Parallelklassen à 25 Schüler.

Und das ist noch positiv gezeichnet, denn es ist mittelfristig mit weniger Geburten zu rechnen, als in den vergangenen sechs Jahren.

„Optimalverteilungsschlüssel“

Um die gute Verteilung aller Kinder auf die drei Standorte zu erreichen, müssten „Optimalverteilungsschlüssel“ dirigistisch durchgesetzt werden, steht in der Analyse. Das bedeutet: Alle 50 Schüler aus Hürtgenwald gehen auch wirklich nach Hürtgenwald und nicht etwa einige nach Kreuzau, Düren oder Simmerath. Alle 52 aus Simmerath gehen auch wirklich nach Simmerath und nicht etwa einige nach Monschau. Und alle 51 Kinder aus Monschau und Roetgen gehen nach Monschau. Die Studie rät, daran zu denken, dass gerade im Raum Hürtgenwald, Simmerath, Monschau die Beliebtheit der Gymnasien und Gesamtschulen steigt. Außerdem sei auch langfristig nicht damit zu rechnen, dass es für die drei Standorte besonders viele Einpendler geben werde. Die Städteregion Aachen, die Kreise Düren und Euskirchen seien bestens mit allen Schulen versorgt.

Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch meinte gleichwohl: „Im Moment gehe ich davon aus, dass die Schule kommt.“ Man werde sicher Kinder von außerhalb aufnehmen können. Und: „Wir werden eben mit anderen Schulen in einen Wettbewerb treten und müssen überzeugen.“

Gestern waren Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter sowie ihre Kollegen aus Hürtgenwald, Simmerath und Roetgen, Axel Buch, Karl-Heinz Hermanns und Manfred Eis, auf Einladung der Landtags-Grünen in Düsseldorf, um über das gemeinsame Projekt zu sprechen. Ritter wertet diese Einladung kurz vor den Sommerferien als ein positives Signal.

Die Kommunen hätten ihre Hausaufgaben gemacht, „belastbare Zahlen“ seien in die Planungen eingeflossen, der politische Wille an den drei Standorten sei klar und eine Ausnahmeregelung, wie von der Bezirksregierung angedeutet, rücke näher. Demnach wäre es möglich, in Hürtgenwald, Simmerath und Monschau ortsnah zu unterrichten, jeweils zweizügig mit Klassen à 25 Kindern. Ritter: „Dann hätte jeder etwas. Jede Kommune wäre Schulstandort.“

„Auslaufende Auflösung“

Roetgen, wenn auch ohne eigenen Schulstandort, ist trotzdem als Mitträgerin der Gemeinschaftshauptschule Monschau-Roetgen im Boot. Wird die Sekundarschule von den zuständigen Stellen durchgewunken, müssen einige Schulen geschlossen werden. Dazu zählt auch die Elwin-Christoffel-Realschule in Monschau, der dann die so genannte „auslaufende Auflösung“ bevorsteht. (mv/ess)

Quelle: Eifeler Zeitung

 

Simmerath

12.05.2012

Hürtgenwald steht zu Schulplänen
CDU/FDP-Mehrheit im Gemeinderat nach wie vor für Sekundarschule mit Monschau und Simmerath. Ein Antrag der Grünen, stattdessen mit Kreuzau und Nideggen zu kooperieren, wurde zurückgewiesen.


VON STEPHAN JOHNEN

Kleinhau. Die Gemeinde Hürtgenwald hält an ihrem Plan fest, mit Monschau und Simmerath eine Sekundarschule zu gründen. Einen Antrag der Grünen, mit der Gemeinde Kreuzau und der Stadt Nideggen in Kontakt zu treten, um sich der dortigen Sekundarschule anzuschließen, hat der Gemeinderat mehrheitlich mit den Stimmen von CDU und FDP am Donnerstagabend abgelehnt. Die einzige Enthaltung kam von Ludwig Prinz von der Partei „Die Linke“.

Der Rat der Gemeinde Hürtgenwald hatte Ende 2011 einstimmig grünes Licht für die Errichtung einer Sekundarschule mit drei Standorten in einem Schulzweckverband mit Monschau und Simmerath beschlossen.

Die Grünen berufen sich auf Medienberichte und befürchten, dass der Schulstandort Kleinhau zwar in der Lage wäre, weiter zweizügig zu existieren, die betreffenden Schulen der Gemeinde Simmerath und der Stadt Monschau dagegen in Zukunft zu wenige Anmeldungen zu verzeichnen hätten.

Während die Abstimmung über den Antrag ohne Diskussion verlief, fragte die SPD-Fraktion im späteren Verlauf der Ratssitzung bei der Verwaltung nach, wie es denn um die Zahlen bestellt sei.

Bürgermeister Axel Buch berief sich auf einen Vorentwurf des Schulplanungsbüros „biregio“, das an den Planungen eines organisatorischen Konzeptes beteiligt ist. „Zwei Züge an drei Standorten sind durchaus realistisch“, bilanzierte Buch. Der endgültige Bericht soll in Kürze fertiggestellt sein.

Die diesbezüglichen Gespräche mit der Bezirksregierung seien gut verlaufen, das Thema Sekundarschule liege nun beim Ministerium.

Mit einer Entscheidung rechnet Buch allerdings erst „in den nächsten drei Wochen“. „Bei einer sehr konservativen Rechnung sind die Schülerzahlen gewährleistet“, beruhigte Buch.

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten

Quelle: Eifeler Zeitung


 

Simmerath

30.03.2012

Die Hauptschule baut kräftig ab

Schülerzahlen in Simmerath: Grundschulen hingegen weisen stabile Zahle auf.

Simmerath. Zahlen lügen nicht: Die demografische Entwicklung hinterlässt auch ihre Spuren bei der Entwicklung der Schülerzahlen in der Gemeinde Simmerath. Der aktuellen Verwaltungsstatistik der Gemeinde Simmerath für das Jahr 2011 ist zu entnehmen, dass die Schülerzahlen insgesamt rückläufig sind.

Während die vier Grundschulen in der Gemeinde noch auf sich eren Füßen stehen, ist die gemeindlichen Hauptschule ein Auslaufmodell. Aufgrund geringer Anmeldezahlen konnte schon zum Schuljahr 2011/2012 keine Eingangsklasse gebildet werden. In diesem Jahr liegen 12 Anmeldungen vor.

Besser sieht die Situation an den Grundschulen aus. Die Gesamtanzahl aller Simmerather Grundschüler beträgt 594 nach dem Stand vom 1. Januar 2011. Im Jahr davor lag diese Zahl mit 603 Schülern nur geringfügig höher. Die Grundschule Simmerath kommt auf 170 Schüler (Vorjahr 177) , in Lammersdorf sind es aktuell 181 Schüler (177), in Steckenborn sind es 155 Schüler (151). Etwas stärker fällt mit 10 Prozent der Rückgang in Kesternich auf 88 Schüler ins Gewicht (Vorjahr 98).

Starke Schwankungen

1984 gab insgesamt 503 Grundschüler in der Gemeinde, deren Zahl sich dann bis zum Jahr 2000 auf 828 steigerte. Danach folgte ein kontinuierlicher Rückgang. In elf Jahren zeigt sich eine markante Differenz von 234 Grundschulkindern.

Noch markanter sind die Schwankungen an der Hauptschule Simmerath. Im Jahr 2011 besuchten nur noch 131 Schüler die einzige weiterführende Schule in der Gemeinde Simmerath (Vorj ahr 177). Im Jahr 1984 besuchten noch 387 Schüler die Hauptschule. Einen vorläufigen Tiefpunkt gab es dann 1993 mit 225 Schülern, ehe es im Jahr 2004 mit 316 Schülern noch einmal ein kleines Zwischenhoch an der Hauptschule gab.

Um die Jahrtausendwende gab es die höchste Schülerzahl in der Gemeinde Simmerath mit 1113 Schülerinnen und Schüler an den Grundschulen und der Hauptschule. Derzeit liegt die Gesamt-schülerzahl nur noch bei 725, was in einem Zeitraum von 10 Jahren einem Rückgang von 35 Prozent entspricht. (P. St.)

Quelle: Eifeler Zeitung

 

 

Monschau

28.03.2012

Roetgener Eltern wenden sich ab

Roetgener Eltern wenden sich ab
Neuanmeldungen für das Schuljahr 2012/2013 an den weiterführenden Schulen der Stadt Monschau offenbaren eine dramatische Entwicklung. An der Hauptschule kommt keine Eingangsklasse zustande.

An der Hauptschule in Monschau wird trotz aller Bemühungen zum neuen Schuljahr keine Eingangsklasse zustande kommen. Foto: P. Stollenwerk

Die Zahlen sind teils dramatisch, doch es ist wohl erst der Anfang: Erstmals ist die demografische Entwicklung mit einem deutlichen Rückgang der Schülerzahlen nun auf die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen in der Stadt Monschau durchgeschlagen. Bürgermeisterin Margareta Ritter sprach von einem „Rückgang auf breiter Front“, als sie nun im Rat der Stadt erste Vorabzahlen vermeldete.

Rückgang auch an der ECR

Eine besonders drastische Entwicklung erfährt dabei die Monschauer Hauptschule, für die in der Anmeldezeit ganze fünf Anmeldungen eingingen. „Damit wird es im kommenden Schuljahr keine Eingangsklasse an der Gemeinschaftshauptschule Monschau-Roetgen geben“, kündigte die Bürgermeisterin an. Derzeit liefen Bemühungen, die fünf für die GHS angemeldeten Schüler an der Elwin-Christoffel-Realschule zu beschulen, „vorausgesetzt, die Eltern geben ihre Zustimmung“, so Ritter. Für die Städtische Realschule hätte dies auch den Charme, dass die Eingangsstufe doch dreizügig gefahren werden könnte, denn aktuell fehlen der ECR bei nur 61 Anmeldungen dazu einige Schüler.

Auch am St. Michael-Gymnasium wird im kommenden Jahr der Geburtenrückgang erstmals richtig durchschlagen: Mit 88 Anmeldungen wird keine Vierzügigkeit mehr erreicht, was aber nicht nur der demografischen Entwicklung geschuldet ist: „Wir haben für das Schuljahr 2012/2013 genau null Anmeldungen aus der Gemeinde Roetgen“, bedauerte die Monschauer Bürgermeisterin, „dass sich die Roetgener Eltern leider trotz der Qualität unseres Gymnasiums komplett nach Aachen orientieren“.

Dieses Wahlverhalten gilt übrigens auch für die anderen Schulformen: Für die Klasse fünf an der Städtischen Realschule wurden nur fünf Roetgener Kinder angemeldet, für die Hauptschule zwar drei, „aber dies auch nur, weil sie zuvor an Aachener Schulen nicht untergekommen waren“, wie Margareta Ritter wusste.

An der Privaten St. Ursula Mädchenrealschule erfreut man sich zwar mit 87 Anmeldungen noch konstant guter Zahlen, doch scheint auch hier die Roetgener Klientel (9 Anmeldungen) lieber auf Aachener Gesamt- oder Mittelschulen zu setzen. „Für die fünfte Klasse an St. Ursula wurden mehr Schülerinnen aus dem Stolberger Raum – Breinig, Zweifall, Vicht, Venwegen – angemeldet als aus Roetgen“, sagte Ritter.

Immerhin hatte sie auch Erfreuliches zu berichten: Mit 24 jungen Damen, die von der Abschlussklasse an St. Ursula in die gymnasiale Oberstufe an St. Michael wechseln, verbucht man eine Rekordzahl an ehemaligen Realschülerinnen, die das Abitur anstreben. „Dies sichert die Breite in den Leistungskursen der Oberstufe am Gymnasium“, freute sich die Bürgermeisterin.

Ein schwacher Trost ist es für die Schulstadt Monschau hingegen, dass die Gemeinde Hürtgenwald als designierter Partner einer „Sekundarschule Eifel“ (ab Schuljahr 2013) ebenfalls rückläufige Zahlen verzeichnet. Mit 18 Anmeldungen kommt an der Hauptschule Kleinhau aber zumindest eine Eingangsklasse zusammen, 31 Mädchen und Jungen wurden für die gemeindliche Realschule in Kleinhau angemeldet. Das Franziskus-Gymnasium in Vossenack vermeldete bislang 70 Anmeldungen.

Gespräche nach den Osterferien

„Wir werden uns nach den Osterferien erneut mit den Biregio-Schulentwicklungsplanern zusammensetzen und die weitere Vorgehensweise beraten“, kündigte Margareta Ritter an, dann auch die Planungen für die Sekundarschule weiter voranzutreiben.

Sicher scheint indes, dass die politisch Verantwortlichen nächstes Jahr um die gleiche Zeit mit noch weitaus drastischeren Zahlen werden jonglieren müssen. „Denn“, orakelte die Bürgermeisterin, „dann ist nach den vorliegenden Geburtenzahlen nochmals mit einem Einbruch um 20 Prozent zu rechnen.“ (hes)

Quelle: Eifeler Zeitung

 

 


Nordeifel

13.12.2011

«Große Lösung» bei der Sekundarschule

Zug um Zug geht die energetische Sanierung des Hauptschulgebäudes in Simmerath weiter. Ein Standort Simmerath bei Errichtung einer Sekundarschule ist für den Gemeinderat unverzichtbar. Foto: P. Stollenwerk

Kurz vor dem Jahresende 2011 und kurz vor der möglichen Zerschlagung der Schullandschaft in der Nordeifel haben alle Beteiligten dann doch noch die Kurve bekommen, um gemeinsam auf die Zielgerade einzubiegen.

Der Errichtung einer gemeinsamen Sekundarschule der vier Eifelkommunen Hürtgenwald, Monschau, Roetgen und Simmerath zum Schuljahr 2013/14 steht nichts mehr im Wege.

Der Gemeinderat Simmerath sprach sich in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig für die «große Lösung» aus; zeitgleich verabschiedete auch der Stadtrat Monschau einen wortgleichen Beschluss, ein Konzept für die Errichtung einer gemeinsamen Sekundarschule zu erarbeiten.

Der ebenfalls am Dienstag tagende Roetgener Gemeinderat kam zwar noch zu keiner politischen Willensbildung, steht aber der Mitgliedschaft in einem noch zu gründenden Schulzweckverband durchaus positiv gegenüber sobald die Rahmenbedingungen geklärt sind. Heute tagt der Rat der Gemeinde Hürtgenwald, wo die Verwaltung vorgeschlagen hat, dass sich die Kommune im Interesses eines regionalen Konsens' zur Weiterentwicklung der Schullandschaft an der Errichtung einer Sekundarschule beteiligt.

Kritik am Projektbüro

Die Diskussion im Simmerather Gemeinderat wurde bestimmt von der Erleichterung darüber, schließlich doch noch einen gemeinsamen Weg gefunden zu haben, aber auch von dem ernsthaften Appell, dass bei der Aufstellung einer Konzeption für die Sekundarschule Fairness und Gleichbehandlung aller Partner das oberste Gebot sind. Unverzichtbar und «Voraussetzung für eine gemeinsame Lösung» ist laut Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns dabei ein Schulstandort Simmerath,

CDU-Fraktionssprecher Bruno Löhrer sprach rückblickend von einer «erstaunlichen Entwicklung», die man vor einigen Monaten noch nicht für möglich gehalten hätte. Begünstigt worden sei diese Entwicklung auch dadurch, dass Simmerath sich zwecks Kooperation in Richtung Hürtgenwald orientiert habe, vor allem aber durch die Feststellung der Bezirksregierung, dass die Errichtung einer Sekundarschule ohne regionalen Konsens nicht machbar sei.

Als «wohltuend» bezeichnete er es, dass in der Schulfrage in Simmerath stets Einmütigkeit geherrscht habe. Weniger wohl fühlte sich Löhrer allerdings mit der Beauftragung der Projektgruppe «biregio» aus Bonn zur Fortschreibung des Schulentwicklungsplans für die Region.

Das Büro hatte bereits Anfang des Jahres, damals beim Start der Verhandlungen der drei Eifelkommunen über die Errichtung einer Gemeinschaftsschule, einen Schulentwicklungsplan vorgelegt, laut Löhrer mit einer «einseitigen Darstellung.» Um so mehr solle die Verwaltung daher auf eine objektive Vorgehensweise des Büros achten.

Laut Beschluss soll das Büro, das bereits Erhebungen vorgenommen hat, einen gemeinsamen Schulentwicklungsplan für die vier an der Sekundarschule beteiligten Kommunen aufstellen mit dem Ziel drei Schulstandorte (Hürtgenwald, Monschau und Simmerath) mit jeweils mindestens zwei Zügen der Jahrgangsstufen 5 bis 10 zu schaffen.

Die Bedenken über die Beauftragung der «biregio» teilte auch Hermann-Josef Bongard (FDP), wenngleich es nun entscheidend sei, dass man die Chance ergreife, um um in der Eifel ein neues Kapitel in der Schullandschaft aufzuschlagen mit drei gleichwertigen Standorten.

Erleichtert zeigte sich Franz-Josef Hammelstein (SPD) darüber, dass nun eine «große Lösung» gefunden worden sei, auch wenn man verschmerzen müsse, dass die Sekundarschule erst zum Schuljahr 2013/14 starten könne. Durch die Verzögerung aber habe man auch Zeit gewonnen, um ein solides und qualitativ gutes Angebot zu schaffen.

Ein Schulstandort Simmerath sei unverzichtbar, da er für die Kommune auch einen Standortvorteil bedeute. Bei der Aufstellung des Schulentwicklungsplans gelte es daher, auf Gleichbehandlung zu achten. Er lobte das «partnerschaftliche Verhalten» der Gemeinde Hürtgenwald; doch nun gelte es, «die Hand in Richtung Monschau auszustrecken.»

«Wachsam bleiben»

Klaus Stockschlaeder (Grüne) sah in der Bezirkregierung den wesentlichen Auslöser, «dass sich alle noch einmal bewegt haben.»

Auf Distanz zur «biregio» gingen auch Claus Brust («Das Büro ist voreingenommen») und Stephan Weber (UWG), der Zweifel daran äußerte, ob es möglich sei, im Beschluss von vorneherein drei Schulstandorte festzulegen.

Bernd Goffart (CDU) bat darum, jetzt gemeinsam den neuen Weg zu beschreiten und ein Signal zu geben, «dass wir gemeinsam mit Monschau die Chance ergreifen wollen.» Diese Chance sah auch Ulrich Offermann (CDU). Auch er appellierte an «Gleichbehandlung und ehrliche Zusammenarbeit», wenngleich es gelte, «wachsam zu bleiben.» In diesem Sinne äußerte sich auch Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. «Wir wollen den ernsthaften Versuch starten, auf Augenhöhe zu kooperieren.»

Die Kritik am Projektbüro «biregio» könne er nachvollziehen, aber das Büro habe bereits zahlreiche Daten erhoben, so dass es keinen Sinn mache, den Auftrag neu zu vergeben. Außerdem werde sich zeigen, «wie die Anmeldezahlen für die Sekundarschule in Simmerath sein werden. Hermanns warb um «Vertrauensvorschuss» und hielt fest: «Die Eltern wollen, dass wir zusammenarbeiten.»

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten

 

Simmerath

25.11.2011

Sekundarschule:
Simmerath will die «große Lösung»

«Die große Lösung», also eine Sekundarschule mit vier Eifelkommunen an drei Standorten, wollen alle Fraktionen in Simmerath.

Dennoch benötigte der Generations-, Schul- und Sozialausschuss der Gemeinde Simmerath am Donnerstagabend nochmals über eine Stunde Diskussionszeit und sogar eine Sitzungsunterbrechung, ehe man die richtige Formulierung für den Beschlussvorschlag gefunden hatte. Schließlich sollte darin zum Ausdruck kommen, dass Simmerath lieber schon nächstes Jahr mit der Sekundarschule starten würde und man größten Wert auf einen Teilstandort Simmerath legt.

Klare Wort aus Köln

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns skizzierte noch einmal die Chronologie der bewegten Novembertage, die die große Wende im scheinbar festgefahrenen Schulstreit gebracht hatten. Entscheidend sei letztlich gewesen, dass die Bezirksregierung in aller Deutlichkeit Alleingängen ohne regionalen Konsens eine Absage erteilt habe.

«Weder Monschau und Roetgen noch Simmerath und Hürtgenwald hätten also alleine eine Sekundarschule genehmigt bekommen», stellte Hermanns fest. Oder wie Hermann-Josef Bongard es formulierte: «Die positive Wendung war nicht der Einsicht der Beteiligten geschuldet, sondern der klaren Ansage der Bezirksregierung».

Auch Ministerium stimmt zu

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns berichtete, dass zunächst die Bezirksregierung und wenige Tage später auch das Schulministerium in Düsseldorf «eine Zweizügigkeit an drei Standorten als genehmigungsfähig anerkannt» hätten. Damit sei der Weg frei für eine große Lösung, die es nun unter den vier Kommunen mit Leben zu füllen gelte.

Während Josef Mohren für die CDU einen «nach langer Diskussion in unserer Fraktion» erarbeiteten Beschlussentwurf vorlegte, starteten die Sozialdemokraten noch einmal den Versuch, Konkurrenzdenken zwischen den Nachbargemeinden zu schüren. Auf der Fotomontage mit den vier Bürgermeistern in der Tageszeitung von Mittwoch sei «ja deutlich zu sehen, wer am Steuer sitze», interpretierte Sprecher Siggi Peeters, und sein Genosse Stefan Kaever warf Bürgermeister Hermanns gar vor, er habe sich beim Starttermin für die Sekundarschule «erneut von Frau Ritter unterbuttern lassen».

Der Bürgermeister aber ließ diesen SPD-Angriff schmunzelnd als «politisches Scharmützel» an sich abperlen und verteidigte sogar die Kollegin: «Frau Ritter wäre auch lieber schon 2012 gestartet, musste sich aber letztlich den Fakten und dem Willen der Politik in ihrem Rat beugen», so Hermanns. Nach einer Sitzungsunterbrechung räumte dann auch die SPD-Vertreter ein, «dass gut' Ding Weile haben will», und man den Start erst zum Schuljahr 13/14 mittrage, immer vorausgesetzt, dass die «große Lösung» kommt.

Immerhin wurde die SPD-Formulierung in den langen Beschlussvorschlag aufgenommen, dass der Ausschuss «die zeitliche Verzögerung des Projektes um ein Jahr bedauert, da dadurch einem weiteren Jahrgang die Chance auf gemeinsames Lernen verwehrt wird».

Gisela Kampshoff-Enderle hätte für die Grünen auch gerne einen Start schon im August 2012 gesehen, aber letztlich habe die Verschiebung einige Vorteile: «Das Konzept kann so gründlich ausgearbeitet, Schulkonferenz-Beschlüsse können in Ruhe gefasst und den Eltern Zeit für ihre Entscheidung gegeben werden», fasste die Grünen-Vertreterin zusammen. Kampshoff-Enderle erinnerte daran, «dass letztlich die Eltern die Standortfrage entscheiden», es also zum jetzigen Zeitpunkt müßig sei, festzulegen, wo wie viele Züge untergebracht würden.

Das bekräftigte auch Uli Offermann (CDU): «Das können wir nicht bestimmen. Und wenn aufgrund der Elternentscheidung oder der demografischen Entwicklung Kinder felen, dann muss leider Gottes ein Stzandort aufgegeben werden», so der Abgeordnete aus Kesternich. Offermann sieht es als «Gebot der politischen Fairness», den späteren Start zuzustimmen, wenn eine Partnerkommune darum bitte, weil sie noch nicht so weit sei.

Dem pflichtete auch Hermann-Josef Bongard bei: «Es ist zwar schade, aber ein neues Verfahren braucht seine Zeit». Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns setzte den Deckel auf die termindebatte: «Lieber eine große Lösung 2013 als eine kleine nächstes Jahr».

Mit dem mühsam erarbeiteten Beschlussvorschlag konnten sich schließlich alle Fraktionen anfreunden, auch UWG-Vertreter Stephan Weber, der sich als Vertragsjurist zunächst an der ein oder Formulierung in den Vorschlägen von CDU und SPD gestört hatte. Teil dieses einstimmig verabschiedeten Beschlusses ist neben der weiteren Verfahrensweise auch der Hinweis, wie mit den bisherigen Beschlüssen umzugehen ist: «Die Umsetzung des Ratsbeschlusses, wonach die Verwaltung zielführende Verhandlungen mit der Gemeinde Hürtgenwald über die Bildung einer Sekundarschule führen soll, wird bis auf weiteres umgesetzt».

Positiver Impuls

Und schlussendlich gab Simmeraths Generationenausschuss mit seinem Beschluss der weiteren Entwicklung einen positiven Impuls mit auf den weg: «Der Ausschuss hofft, dass nun ein Weg gefunden ist, damit für die Kinder und Jugendlichen der vier Kommunen eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe, gemeinsame Sekundarschule angebeoten werden kann».

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten

 

Nordeifel

22.11.2011

Gemeinsame Schule erst ab 2013 möglich

Nicht mit heißer Nadel soll die Sekundarschule Eifel gestrickt werden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die neue Schulform als Zweckverband der vier Eifelkommunen Hürtgenwald, Monschau, Roetgen und Simmerath jetzt doch erst zum übernächsten Schuljahr, also ab 1. August 2013, starten kann.

Das Tempo wird zurückgefahren, damit mehr Zeit bleibt, ein pädagogische Konzept aufzustellen oder auch die Vielzahl von organisatorische Fragen zu klären.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns ließ Bereitschaft erkennen, dass Simmerath und Hürtgenwald sich auch mit einem späteren Start anfreunden könnten.

So lautete auch der Tenor einer informellen Zusammenkunft der Gemeinderäte aus Simmerath und Hürtengwald, die am Montagabend im Franziskus-Gymnasium Vossenack stattfand. Hier wurden zwar keine Beschlüsse gefasst, aber den Verwaltungen mit auf den Weg gegeben, bei der Planung einer Sekundarschule auch die Stadt Monschau und die Gemeinde Roetgen in die Verhandlungen einzubeziehen. «Es herrschte Einigkeit darüber, dass ein Zweckverband der vier Eifelkommunen die erstrebenswerte und sinnvolle Lösung darstellt,» Fasst Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns die Essenz des Gespräches zusammen.

«Zielführende Verhandlungen»

Die aktuelle Beschlusslage in Simmerath lautete immer noch, dass die Gemeinde Simmerath mit der Gemeinde Hürtgenwald «zielführende Verhandlungen zur Gründung einer Sekundarschule» führen soll. Diese Verhandlungen befanden sich auch bereits auf einem gut Weg, nachdem die Gemeinschaftshauptschule Simmerath, die Realschule Kleinhau und das Franziskus-Gymnasium Vossenack bereits eine pädagogisches Konzept erarbeitete hatten, das bei einer Informationsveranstaltung am 26. November im Vossenacker Gymnasium vorgestellt werden sollte. Parallel zu diesen Aktivitäten liefen Gespräche der Stadt Monschau mit der Gemeinde Hürtgenwald ebenfalls zwecks Schaffung einer Sekundar-Schulangebotes.

Die Informationsveranstaltung in Vossenack ist inzwischen abgesagt worden, nachdem ein Gespräch bei der Bezirksregierung am 14. November die Wende brachte. Bei diesem Termin war den Beteiligten deutlich gemacht worden, dass weder ein Monschauer noch ein Simmerather Antrag auf Bildung einer Sekundarschule genehmigungsfähig sei, wenn kein regionaler Konsens unter den vier Eifelkommunen hergestellt werden könne. Anders sähe diese bei einem gemeinsamen Antrag aus.

Ein mindestens sechszügige Sekundarschule an drei Stadtaorten (Monschau, Simmerath und Hürtgenwald) könnte dann eingerichtet werden. Aufgrund dieser Sachlage beschloss der Monschauer Stadtrat bereits einen Tag später, die Kooperationsverhandlungen auf Monschau und Hürtgenwald auszudehnen unter Sicherung eines Standortes Monschau.

Zwei Tage später fand der erste Schulgipfel zu Sekundarschule mit allen vier Eifel-Bürgermeistern im Rathaus Monschau statt, wo ebenfalls der Wille zu einer gemeinsamen Lösung ausgesprochen wurde. Während Simmerath und Hürtgenwald den Schulstart im Herbst 2012 für möglich halten, sieht Monschau diese Möglichkeit wegen der vielen zu klärenden Fragen nicht.

Karl-Heinz Hermanns ließ Bereitschaft erkennen, dass Simmerath und Hürtgenwald sich auch mit einem späteren Start anfreunden könnten.

Vor der Schulausschusssitzung am kommenden Donnerstag in Simmerath, wo das Thema Sekundarschule zur Beratung ansteht, betont der Simmerather Bürgermeister, dass es immer sein Ziel gewesen sei, gemeinsam mit Monschau und Roetgen ein Schulangebot mit einem Standort Simmerath einzurichten». Er hege die Hoffnung, dass nun weiter konstruktiv an der Bildung einer Sekundarschule Eifel gearbeitet werde.

Hermanns: «In NRW gibt es den großen Schulkonsens, da muss uns auch auf kleiner Ebene der Konsens gelingen.»

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten

 

Kleinhau

21.11.2011

Sekundarschule auch mit Monschau

Das Tempo wird gedrosselt, damit mehr Zeit für Detailplanungen und die Erarbeitung eines pädagogischen Konzepts bleibt: Bei einer Informationsveranstaltung für die Mitglieder der Räte der Gemeinden Hürtgenwald und Simmerath im Vossenacker Franziskus-Gymnasium wurde den Verwaltungen am Montagabend grünes Licht gegeben, die Planungen in Sachen Sekundarschule auch auf Monschau und Roetgen auszuweiten.

Bürgermeister Axel Buch sprach sich für einen Zweckverband der vier Gemeinden aus, der zum 1. August 2013 die Trägerschaft einer Sekundarschule mit drei Standorten in Kleinhau, Simmerath und Monschau übernimmt. Die bisherige Planung einer von Hürtgenwald und Simmerath getragenen Sekundarschule, die zum 1. August 2012 ihren Betrieb aufnehmen sollte, wird aufgegeben. Eine für das Wochenende geplante Informationsveranstaltung der Gemeinde Hürtgenwald wird wegen der geänderten Planungen abgesagt.

Quelle: Dürener Zeitung/Nachrichten

 

Simmerath

16.11.2011

Sekundarschule Eifel kann kommen

Der Schulfrieden in der Nordeifel ist wieder hergestellt. Nach dem Verlauf der zahlreichen Gespräche, die in dieser Woche geführt wurden, steht der Bildung einer gemeinsamen Sekundarschule Eifel, getragen als Zweckverband von den vier Kommunen Hürtgenwald, Monschau, Roetgen und Simmerath nichts mehr im Wege.

Der Monschauer Stadtrat, der am Dienstagabend tagte, fasste bereits einen entsprechenden Beschluss.

«Isolierung kein guter Weg»

Etwas anders als Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter sehen Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch allerdings den Startzeitpunkt für die Sekundarschule.

Während man in Monschau davon ausgeht, dass aufgrund der umfangreichen Vorarbeiten die Umsetzung erst zum Schuljahr 2013/14 realisierbar ist, hält man in den beiden Nachbarkommunen den Start bereits zum kommenden Schuljahr für durchaus möglich.

«Wenn die jetzt anstehenden Gespräche kurzfristig geführt werden, steht dem nichts im Wege», meint Axel Buch zuversichtlich. Auch Karl-Heinz Hermanns sieht diese Chance, «falls in den wesentlichen Fragen ein Konsens erzielt wird.» Die Details könnten dann noch im Laufe des kommenden Jahres geklärt werden.

Die Wiederaufnahme der festgefahrenen Gespräche zwischen Monschau und Simmerath war auch ein Anliegen von Axel Buch. Man sei zwar bereits in «sehr konkreten Gesprächen» mit Simmerath zur Bildung einer Sekundarschule gewesen, aber die Isolierung Monschaus habe er nicht als guten Weg gesehen.

Um so mehr begrüße er jetzt die Rückkehr an den Verhandlungstisch im Sinne einer gemeinsamen Lösung, «bei der niemand unter den Tisch fällt.» Es sei im Sinne der Kinder und Eltern, dass vor Ort ein Schulangebot unterbreitet werde, kommentiert Buch die Standortfrage der Sekundarschule, die auch ein Thema in den anstehenden Eifeler Runden sein wird.

Den Durchbruch zur Erzielung des Schulfriedens und damit verbunden eine neue Beschlusslage brachte ein gemeinsames Gespräch bei der Bezirksregierung am vergangenen Montag mit den Bürgermeistern sowie Städteregionsrat Helmut Etschenberg und dem Kreis Düren. «Bei diesem Termin gab es eindeutige Aussagen zur Genehmigungsfähigkeit einer Sekundarschule», sieht Karl-Heinz Hermanns den entscheidenden Auslöser für die neuen Überlegungen.

Als Eckpunkte für die gemeinsamen Gespräche sieht Hermanns die Aufstellung eines pädagogischen Konzepts und die «Unverzichtbarkeit eines Schul-Standortes Simmerath.» Dies müsse aber nach Lage der Dinge machbar sein. Eine Lösung mit drei Standorten sei sicher im Sinne von Eltern und Schülern. «Das würde auch die Akzeptanz der Schule erhöhen.»

In der Monschauer Ratssitzung hatte Margareta Ritter das Angebot einer Sekundarschule als den richtigen Weg bezeichnet. Die Eltern erwarteten jetzt «Antworten auf ihre Fragen». Mit dem gefassten Beschluss stelle sich Monschau dieser Verantwortung. Von den Kooperationspartnern erwarte man, dass diese ebenfalls ihre Beschlüsse modifizierten.

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten



 

Monschau

15.11.2011

Sekundarschule im Zweckverband Eifel?

Initiative des Hürtgenwalder Bürgermeisters und aktuelle Schülerzahlen lassen die Beteiligten an Verhandlungstisch zurückkehren

Die aktuellen Schülerzahlen der „Schulstadt Monschau“ zeigen, dass derzeit alleine 466 Mädchen und Jungen aus der Nachbargemeinde Simmerath die drei städtischen Schulen besuchen. Eine Sekundarschule ohne Simmerath scheint da nur schwer realisierbar.

Es war alles vorbereitet für die Gründung einer Sekundarschule in Monschau zum Schuljahr 2012 – mit Roetgen und ohne die Gemeinde Simmerath, die ihrerseits mit der Gemeinde Hürtgenwald gemeinsame Sache bei der neuen Schulform machen wollte.

Doch gleichsam in letzter Minute könnte eine Initiative des Hürtgenwalder Bürgermeisters Axel Buch nun doch noch den „Eifeler Schulfrieden“ herstellen und für Konsens unter allen beteiligten Eifelgemeinden sorgen. Es habe, so informierte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter gestern Nachmittag noch vor Beginn der Schulausschusssitzung die Fraktionen, „am Montag sehr gute Gespräche“ bei der Bezirksregierung gegeben, die nun auf die Gründung eines Zweckverbandes zur Bildung einer Sekundarschule hinauslaufen könnten. Ähnlich den kommunenübergreifenden Zweckverbänden für die Förderschule Eicherscheid oder auch den Wasserverband Perlenbach, sollen darin die Stadt Monschau und die Gemeinden Simmerath, Roetgen und Hürtgenwald gemeinsam die Zukunft der weiterführenden Schulen in ihren Gemeinden gestalten.

Bis August 2012 nicht machbar

„Monschau ist sehr dankbar für die Initiative von Axel Buch und macht heute dazu den ersten Schritt seinerseits“, verwies Bürgermeisterin Margareta Ritter auf den geänderten Beschluss. Dieser sollte nämlich noch bis Montag auf die Gründung einer dreizügigen Sekundarschule mit Roetgen zum kommenden Schuljahr hinauslaufen. Schulausschuss und am Abend auch der Stadtrat beschlossen nun zwar auch die Gründung der neuen Schulform „Sekundarschule“, allerdings spätestens zum Schuljahr 2013, „um Zeit und Raum zu lassen für Verhandlungen mit den möglichen Kooperationspartnern“, so Ritter.

Offen blieben am Dienstag allerdings noch Details der möglichen künftigen „Sekundarschule Nordeifel“, so auch die Standortfrage, an der die ursprünglich geplante gemeinsame „Gemeinschaftsschule“, wie der Terminus da noch hieß, gescheitert war. Möglich seien zwei oder gar auch drei Standorte, so Ritter im Vorfeld, bei jedweder Lösung werde aber der Schulstandort Monschau erhalten, versicherte die Bürgermeisterin.

Aus diesem Grunde hatte der Schulausschuss gestern in seiner Sitzung ebenfalls über die Planungen zum Neubau einer Mensa am Standort der Elwin-Christoffel-Realschule Monschau zu beraten. Dort soll parallel zur Errichtung der Sekundarschule anstelle der Hausmeisterwohnung eine eingeschossige Mensa entstehen, in der im Ganztagsbetrieb 250 bis 300 Schülerinnen und Schüler täglich versorgt werden können.

Auch Planung und Bau dieser Mensa werden sich aber um ein Jahr nach hinten verschieben, sollte es zu einer Zweckverbandslösung und einem Start der Sekundarschule 2013 kommen.

Zustimmung ja, Euphorie nein

Im Schulausschuss fand der geänderte Beschluss zwar die Zustimmung der Fraktionen, in Euphorie mochte aber vor allem aufgrund der Verschiebung niemand verfallen. Die Verwaltung machte aber deutlich, dass ein Beginn der Sekundarschule noch zum kommenden Schuljahr „nicht machbar“ sei, da dies bis 22. Dezember 2011 beantragt und im Entwurf durch die Aufsichtsbehörden in Aachen und Düren genehmigt werden müsse. „Das ist unrealistisch“, so Kämmerer Franz-Karl Boden.

„Der heutige Beschluss ist ein Signal an die Eltern, dass es weitergeht, wenn auch erst später in der neuen Form. Der Beschluss ist aber auch ein Signal an die Partner, es uns gleich zu tun und ihre Beschlüsse anzupassen“, meinte CDU-Sprecher Micha Kreitz. Während auch Gregor Mathar bekundete, die SPD stehe hinter dem Beschluss, war Bernd Händler (Grüne) ein gewisses Unbehagen anzumerken: „Wir stimmen auch zu – was bleibt uns auch anders übrig? Schließlich war ein Konsens mit den Nachbarn immer unser Ziel. Ich kann mir nur momentan noch nicht vorstellen, wie das – im übrigen hervorragende – von den Schulleitern vorbereitete Konzept an drei Standorten funktionieren soll“, meinte Händler, hofft aber „inständig, dass wir jetzt jenen Konsens finden, den wir bis heute nicht gefunden haben“. Über die Debatte in Schulausschuss und Rat werden wir noch berichten.(hes)

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten

 

Nideggen

15.11.2011

Nideggener Rat erklärt Bürgerbegehren für unzulässig

Der Rat der Stadt Nideggen hat Dienstagabend das Bürgerbegehren zur Einführung der Sekundarschule zum Schuljahr 2013/2014 für unzulässig erklärt.

Einzig die Menschen für Nideggen sowie SPD-Ratsherr Jochen Erler stimmten gegen den Beschlussvorschlag der Verwaltung. Die meisten Sprecher und auch Bürgermeisterin Margit Göckemeyer äußerten ihr Unverständnis, dass die Elterninitiative nicht auf die Hinweise der Verwaltung zu den formalen Problemen bei der Unterschriftenliste reagiert hatte, wo doch die Initiative die Verwaltung um Überprüfung des Begehrens gebeten hatte. Der Antrag der Unabhängigen, der Grünen, der SPD und der FDP, mittels eines Ratsbürgerentscheides den Bürgern dennoch die Gelegenheit zu geben, über den Zeitpunkt der Einführung zu entscheiden, fand nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit.

In namentlicher Abstimmung votierten nur 15 Ratsvertreter für den Vorschlag, die Bürger über die Einführung zum Schuljahr 12/13 abstimmen zu lassen, acht waren dagegen. Die Mitglieder der Menschen für Nideggen und die vier anwesenden Christdemokraten votierten mit Nein.

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Hubert Müller begründete die Haltung seiner Partei : «Wieso haben wir nicht den Mut, unsere Ratsentscheidung zur Einrichtung der Sekundarschule Kreuzau/Nideggen zum Schuljahr 12/13 auch umzusetzen?» Da den Antragstellern die Zweidrittelmehrheit fehlte, bleibt eben dieser Ratsbeschluss gültig. Die Elterninitiative könnte nun auf eigenes Risiko gerichtlich ihr Anliegen weiter verfolgen oder ein neues Bürgerbegehren einleiten.

Quelle: Dürener Zeitung/Nachrichten

 

Nideggen

Nideggener wollen Bürgerentscheid
Abstimmung über Einführung der Sekundarschule

04.11.2011

Von Burkhard Giesen

Die Nideggener Elterninitiative „Schulentwicklung mit Vernunft“, die sich gegen eine Einführung der Sekundarschule zum kommenden Schuljahr wehrt, kann einen ersten Etappensieg vermelden: 1165 Nideggener haben sich in die Unterschriftenlisten für ein Bürgerbegehren eingetragen – formal nötig waren 769 Unterschriften. Damit ist der Bürgerentscheid nun mehr als nur wahrscheinlich geworden.

„Wir werden die Unterschriften jetzt einzeln auf ihre Gültigkeit überprüfen“, so Vanessa Reuter von der Stadtverwaltung. Sie geht davon aus, dass bis zur Ratssitzung am 22. November das Ergebnis vorliegt und der Rat dann über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entscheiden kann. Dabei kann der Rat nur bei formalen Fehlern ein Veto einlegen. Darauf weist die Elterninitiative auch in einem Schreiben an die Nideggener Ratsmitglieder hin: „Sollte der Rat seinen Ermessensspielraum überziehen, kann dies natürlich gerichtlich überprüft werden.“

Dass der Rat dem Begehren zustimmen könnte, damit ist nicht zu rechnen. Bleibt nur der Bürgerentscheid. Dann sind alle Nideggener ab 16 Jahre aufgerufen, über die Frage „Soll die geplante Sekundarschule in Nideggen erst zum Schuljahr 2013/2014 eingeführt werden?“ abzustimmen. Wahlberechtig sind dann auch EU-Bürger.

Die Abstimmung muss innerhalb von drei Monaten erfolgen, also spätestens zum 22. Februar (Aschermittwoch). Bis dahin muss die Elterninitiative aber noch mehr Nideggener überzeugen. Bei der Abstimmung müssen nämlich mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten – derzeit 1709 Bürger – für die Verschiebung stimmen.

Die Stadtverwaltung reagierte in den letzten Tagen mit einem ungewöhnlichen Schritt auf die Sammlung der Unterschriften. Bürgermeisterin Margit Göckemeyer hat auf der Internetseite der Stadt einen Vordruck einstellen lassen, mit dem man seine Unterschrift für das Bürgerbegehren widerrufen kann. Göckemeyer: „Ich bin in den letzten Tagen verstärkt von Bürgern gefragt worden, ob man seine Unterschrift auch zurückziehen kann. Die Bürger fühlten sich offenbar nicht umfassend informiert.“

„Sollte der Rat seinen Ermessensspielraum überziehen, kann dies natürlich gerichtlich
überprüft werden.

Monika Werning von der Nideggener Elterninitiative

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten


 

Hürtgenwald

Sekundarschule
Hürtgenwald hat die Zahl der Schüler neu berechnet

Es reicht für eine neue, fünfzügige Sekundarschule. Verwunderung im Rat von Kreuzau ausgedrückt.

21.10.2011

Mit wie vielen Kindern rechnen die Gemeinden Hürtgenwald und Simmerath bei ihren Plänen für die neue Sekundarschule? Bei der jüngsten Ratssitzung in Kleinhau präsentierte die Verwaltung der Gemeinde höhere Zahlen als bei Gesprächen im Mai.

Im Rat von Kreuzau ist man nicht glücklich darüber, dass sich Hürtgenwald für ein Zusammengehen mit Simmerath entschieden hat. Dort spottete ein Ratsherr bereits über die zusätzlichen Kinder, die „über Nacht gefunden“ worden seien.

„Die ganze Rechnerei“, so Bürgermeister Axel Buch in Kleinhau, „bringt es nicht“. Und: Es komme allein darauf an, wie viele Kinder letztlich tatsächlich an der Schule angemeldet würden.

Die Zahlen hätten auf Bitten der Bezirksregierung geändert werden müssen, so Buch. Vom Internat in Vossenack aus besuchen Jahr für Jahr Kinder auch die Haupt- und die Realschule in Kleinhau. Die seien zunächst nicht eingerechnet worden.

Sodann müsse man, so will es die Bezirksregierung, davon ausgehen, dass Eltern nicht mehr mit aller Macht ihr Kind im Vossenacker Gymnasium anmelden würden, weil ja auch von der Sekundarschule aus auf das Gymnasium in Vossenack gewechselt werden könne.

Nicht zuletzt würden im Gymnasium gelegentlich Kinder abgewiesen. Auch die kämen für die neue Sekundarschule infrage, weil sie die Zusicherung erhielten, später nach Vossenack wechseln zu können.

Schließlich hätte auch Simmerath noch einige Kinder hinzuzählen müssen, die voraussichtlich von Monschau aus die Sekundarschule besuchen würden.

Die neue Schule funktioniert nach dem Modell „eine Schule an zwei Standorten“. An jedem Standort sollen alle Klassen angeboten werden. Die Sekundarschule praktiziert ein besonderes pädagogisches Programm: Ein Schüler kann in einem Fach knapp das Hauptschulniveau erreichen und in anderen Fächern ein guter Realschüler sein, und zwar gleichzeitig.

Davon verspricht man sich eine bessere Förderung der Kinder je nach ihren Anlagen und Talenten.

„Vielen Leuten wird im Moment viel zugemutet“, bedauerte Buch auf Anfrage. Er sähe es lieber, wenn man sich für die Einführung einer neuen Schule mehr Zeit lassen könnte.

Weil alles so schnell gehen müsse, komme es jetzt zu Unstimmigkeiten zwischen den Bürgermeistern und Parteien. (mv)

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten

 

Düsseldorf

20.10.2011

Ein historischer Erfolg für den Bildungsstandort Nordrhein-Westfalen – Verlässlichkeit bis 2023

Der Landesvorsitzende der CDU Nordrhein-Westfalen Norbert Röttgen erklärt zum heutigen Beschluss des neuen gemeinsamen Schulgesetzes sowie der Verfassungsänderung:

„Mit dem heutigen Tag beenden wir den jahrzehntelang erbittert geführten Streit um die Schulstruktur in Nordrhein-Westfalen im Interesse der Schüler, Lehrer und Eltern mit einem wirklich guten Ergebnis. Mit dem neuen Schulgesetz und der Verfassungsänderung ist das gegliederte Schulsystem für mindestens 12 Jahre fest verankert. Damit ist sichergestellt, dass jedes Kind auch künftig entsprechend seiner individuellen Begabungen und Fähigkeiten optimal gefördert werden kann. Die neue Sekundarschule ermöglicht eine flexible Reaktion der Kommunen auf sinkende Schülerzahlen und sie hat keine Oberstufe. Damit stellt sie keine Konkurrenz zum Gymnasium dar und grenzt sich auch von dem eigenständigen Profil der Realschulen klar ab.

Es ist gelungen, in nur drei Monate den Schulkonsens, den wir am 19. Juli unterzeichnet haben, umzusetzen. Dies ist ein toller Erfolg, mit dem wir den Bildungsstandort Nordrhein-Westfalen nachhaltig stärken.“



Kindeswohl und Elternwille haben Vorrang vor politischen Empfindlichkeiten !

Kreuzau

Sekundarschule:
Kreuzau steht zu seinem Wort

18.10.2011

Die Harmonie und Übereinstimmung bei einer der wichtigsten Entscheidungen des Rates der Gemeinde Kreuzau war zu spüren. Einstimmig beschloss das Gremium, die Sekundarschule mit zumindest den Standorten Kreuzau und Nideggen zum Schuljahr 2012/2013 einzurichten.

Eine Entscheidung, die, wie es der CDU-Fraktionsvorsitzende Ingo Eßer nannte, «das Ende von Haupt- und Realschule bedeutetet, die jahrzehntelang das Schulgeschehen in der Gemeinde mitbestimmt haben». Die Einführung der neuen Schulform beeinträchtige aber nicht die Schülerinnen und Schüler, die derzeit Haupt- und Realschule besuchen. Sie könnten ohne weiteres dort ihren Abschluss machen.

Eßer erinnerte in einer kurzen Rede an die Gespräche und Diskussionen, die zwischen den Parteien einvernehmlich geführt worden seien. Schülerrückgang, Eltern(schul)wahlverhalten, Meinungsbild der Elternschaft hätten dazu geführt, «zukunftsfeste Lösungen» zu suchen und in der Kooperation mit Nideggen zu finden. Hinzu komme die Zusammenarbeit mit dm Kreuzauer Gymnasium und den Berufskollegs des Kreises Düren, so dass Schüler der Sekundarschule auch später das Abitur machen könnten.

Der Christdemokrat lobte das Gesprächsklima im Rat zu diesem Punkt, das nicht in «ideologische Grabenkämpfe» mündete, sondern das Streben nach einvernehmlichen Lösungen stets im Vordergrund stand. Die Verwaltung und Bürgermeister Walter Ramm forderte Ingo Eßer auf, verstärkt die Sachaufklärung über die neue Schulform zu betreiben, damit auch «die letzten Zweifler» überzeugt werden.

Auch sein Pendant auf sozialdemokratischer Seite, Rolf Heidbüchel, erinnerte an die immensen Anstrengungen «den richtigen Weg» einzuschlagen. Zu wichtig sei das Thema gewesen, um es nur den Bürgermeistern zu überlassen. Vor allem, so ein erster Seitenhieb in Richtung Hürtgenwald, wenn man sähe, «dass der Sprecher der Bürgermeister im Kreis Düren, Axel Buch, dem Südkreis eher den Rücken zeigt». Der SPD-Fraktionschef stellte ebenso wie Verwaltungsvertreter klar, dass es Hürtgenwald mit der dort herrschenden Mehrheit war, die «Kreuzau und Nideggen nicht gewollte haben.»

Es sei eine «Farce» gewesen, so Bürgermeister Walter Ramm und sein Stellvertreter Walter Stolz, Nideggen und Kreuzau zu einem Gespräch einzuladen, «obwohl alles vorgeplant gewesen sei». Die Entscheidung für Simmerath sei längst gefallen gewesen, was man auch daran sehen könnte, dass einen Tag später in Kleinhau und Simmerath gleichlautende Beschlüsse gefasst worden seien.

Überhaupt fand der Kreuzauer Sozialdemokrat das Vorgehen auf den Eifelhöhen merkwürdig. «Über Nacht wurden in Hürtgenwald Kinder gefunden, die die neue Schulform besuchen können», schüttelte er den Kopf sowie über «professorale Äußerungen» in der Ratssitzung, die bewusst, «tatsächliche Gegebenheiten» unterschlugen. Heidbüchel machte deutlich, dass der Hürtgenwalder CDU-Fraktionsvorsitzende Professor Dr. Reinhard Odoj und Bürgermeister Buch die Verantwortung für eine Entscheidung übernehmen müssten, die in der Gemeinde stark umstritten sei.

Gelassen betrachtet man derzeit in Kreuzau das angestrebte Bürgerbegehren in Nideggen zur Sekundarschule. Die Kooperation sei zementiert, in Kreuzau gelte «ein Mann, ein Wort». Man hofft darauf, mögliche Verzögerungen bei der Einführung der Schule zum nächsten Schuljahr vermeiden zu können.

Priorität habe nun die Erarbeitung eines pädagogischen Konzeptes, bei dem beide Kommunen zusammenarbeiten und durch Fachwissen der Gesamtschule Langerwehe unterstützt werden. In der Dezember-Ratssitzung hoffen die Kreuzauer, alles, was zur neuen Schulform nötig ist, in die Wege leiten zu können.

Quelle: Dürener Zeitung/Nachrichten

 

Hürtgenwald

Willkommen oder nicht ist die Frage
Hürtgenwald: Schulkooperation mit Simmerath

16.10.2011

Von Sarah Maria Berners

Eine weiterführende Schule für Kleinhau – das ist wohl der kleinste gemeinsame Nenner, den die Hürtgenwalder Schulen, Politik, Verwaltung und Eltern haben. Und es ist auch der einzige.

Die weiterführenden Schulen in Kleinhau werden künftig mit der Simmerather Hauptschule zusammenarbeiten und eine Sekundarschule gründen. Das hat die Politik – vielmehr CDU und FDP – beschlossen. Vorangegangen war in der Mediothek des Schulzentrums eine emotionale Debatte, bei der gleich vier Ratsmitglieder wegen Befangenheit weder Stimm- noch Rederecht hatten: Rolf Sieben (CDU) als kommissarischer Leiter der Hauptschule Simmerath, Heidi Rogner (SPD) als Konrektorin der Kleinhauer Hauptschule, Manfred Rogner (Grüne) als unmittelbar Betroffener und Hauptschul-Konrektorin Andrea Volk (SPD).

CDU-Fraktionssprecher Reinhard Odoj machte gleich zu Beginn deutlich, wohin der Weg gehen wird. Und er machte seinem Ärger über das interkommunale Zusammentreffen zwischen Hürtgenwald, Kreuzaus und Nideggen am Vorabend Luft. Odoj beschwerte sich darüber, dass es seitens der beiden anderen Kommunen „keine einladende Bemerkung“ gegeben habe. „Ich hatte den Eindruck, man nähme uns – aber ungern“, sagte Odoj. Das seien für ihn keine Startbedingungen für eine kooperative Zusammenarbeit. FPD-Sprecher Siegfried Bergsch teilte die Einschätzung des CDU-Sprechers, räumte aber ein: „Das sind wir zum Teil selbst schuld. Wir haben uns mit unserem Beschluss festgelegt. Und dabei sollten wir auch bleiben.“ Die Zusammenarbeit mit Simmerath sei besser, als „Anhängsel“ von Kreuzau und Nideggen zu werden.„Simmerath hingegen hat uns eingeladen“, sagte Odoj. Er wolle diese Einladung annehmen, obwohl auch er – allein wegen der Entfernung – kein Befürworter von Simmerath sei.

Immer wieder neue Zahlen

SPD-Sprecher Rainer Polzenberg hingegen hatte den Eindruck, ein anderes Treffen besucht zu haben. Und er zeigte auch eine ganz andere Sicht der Dinge. „Wir müssen uns fragen, was Hürtgenwald tun kann, um möglichst bald auf diesen Zug aufzuspringen.“ Seine Fraktion sei bereit, mit den Schulen im Südkreis Südkreis zusammenzuarbeiten, und die Lehrer wollten gerne in die Gespräche einsteigen. Polzenberg sprach sich klar für die „Südkreis-Lösung“ aus, „weil diese für Schüler und Lehrer sicherer und für Hürtgenwald besser ist“. Er habe den Eindruck, dass Hürtgenwald willkommen wäre, wenn man denn wolle. Dieses Statement wurde mit „So ist es“-Rufen aus den hinteren Reihen – in denen auch Kreuzauer Politiker Platz genommen hatten – bestätigt.

„Ich als Schulleiterin ohne diese politischen Befindlichkeiten fühle mich eingeladen, mit Nideggen und Kreuzau zusammenzuarbeiten“, sagte Ulla Mertens, Leiterin der Hauptschule in Kleinhau, an Odoj gerichtet. Bei dem Hürtgenwalder Vorspiel mit Simmerath könne man nicht erwarten, dass Kreuzau und Nideggen mit offenen Armen auf die Kommune zulaufen würden. Die Rektorin kritisierte, dass mit den Zahlen – in der Sitzung hatte es wieder neue gegeben – ein Spiel getrieben werde. Sie äußerte die Befürchtung, dass die tatsächlichen Zahlen eine horizontale Teilung bedeuten würden – „und die wäre fatal“. Der Rat strebt eine vertikale Teilung an, bei der an beiden Standorten die Klassen 5 bis 10 unterrichtet werden. Eine horizontale Teilung bedeutet, dass die Klassen 5 bis 7 und die Klassen 8 bis 10 an verschiedenen Standorten unterrichtet würden.

Polzenberg kritisierte Bürgermeister Axel Buch: „Sie haben gesagt, dass Sie keine Entscheidung treffen, die am Schulpersonal vorbei geht. Momentan sieht es aber so aus.“

Buch selbst zeigte sich mit dem Tempo, „mit dem die Sau Sekundarschule derzeit durchs Dorf getrieben wird“, unzufrieden. Er würde die Entscheidung lieber später treffen, sieht sich jedoch zur Eile gedrängt, um keine Nachteile für den Standort zu verursachen.

Viele Fragen bleiben auch bei den Eltern der Grundschüler unbeantwortet. Sie stört die Unsicherheit. Schließlich müssten sie sich nun für oder gegen eine Schule entscheiden, über die sie fast noch nichts wissen.

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten

 

Simmerath/Hürtgenwald

Simmerather Sekundarschule will starten

14.10.2011

Auf dem Weg zur Sekundarschule: Die umfangreiche Sanierung des Hauptschulgebäudes Simmerath schreitet voran: Die neue Mensa steht bereits. Foto: P. Stollenwerk

Zielstrebig verfolgt die Gemeinde Simmerath das Ziel, zum Schuljahr 2012/13 eine Sekundarschule einzurichten. Voraussetzung ist dafür allerdings, dass die Kooperationsverhandlungen mit der Nachbargemeinde Hürtgenwald weiterhin positiv verlaufen.

Der Simmerather Rat gab durch einen einstimmigen Beschluss zur Fortführung dieser Verhandlungen am Donnerstagabend ein klares Signal. Zeitgleich tagte auch der Rat der Gemeinde Hürtgenwald, wo das Signal in Richtung Simmerath nicht ganz so ausgeprägt ausfiel. Zwar wurde mit der CDU/FDP-Mehrheit beschlossen, die Verhandlungen fortzuführen, aber seitens der Schulleitung der der Hauptschule Kleinhau wurde auch deutlich gemacht, dass durchaus auch Kooperationsmodelle mit den Gemeinden Kreuzau und Nideggen eine Chance erhalten sollten.

Gelingt die Fünfzügigkeit?

Die Bestrebungen in Hürtgenwald und Simmerath gehen dahin, eine «vertikale Lösung», so Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, anbieten zu können. Dies würde bedeuten, dass man sowohl am Schulstandort Simmerath wie auch Kleinhau die Klassen fünf bis zehn einrichten könnte. Voraussetzung dafür ist aber die Fünfzügigkeit (drei Eingangsklassen einem und zwei am anderen Standort). Bei nicht ausreichender Schülerzahl käme es zur «horizontalen» Lösung (die Klassen fünf bis sieben und acht bis zehn an je einem Standort).

Man verfolge bei der Einrichtung der Sekundarschule einen «sehr ambionierten Zeitplan», so der Bürgermeister. Zum Schuljahr 2012/13 solle der Schulbetrieb starten, bis 31. Dezember 2011 muss bei der Bezirksregierung der Antrag vorliegen. Bis dahin soll noch eine Infoveranstaltung für die dritten und vierten Schuljahre in der Aula des Franziskus-Gymnasiums Vossenack (das ebenfalls eine Kooperation zugesichert hat) stattfinden. Außerdem gibt es noch eine Elternbefragung, ein pädagogisches Konzept muss aufgestellt werden, und die Schulkonferenzen müssen entsprechende Beschlüsse fassen. Bis dahin dürfte das Land auch das geänderte Schulgesetz verabschiedet haben.

Gelingt der regionale Konsens?

«Etwas Sorge» äußerte Klaus Stockschlaeder (Grüne), «dass uns die Nachbarn noch Knüppel zwischen die Beine werrfen können.» Laut Schulgesetz ist nämlich der regionale Konsens mit den Nachbarkommunen herzustellen.

Bruno Löhrer (CDU) wünschte sich, dass man möglichst bald zu einem Ergebnis komme, während Hermann-Josef Bongarf (FDP) das Gelingen einer vertikalen Lösung begrüßen würde: «Das würde die Akzeptanz enorm erhöhen.»

Für Stefan Weber (UWG) war es ein wichtiger Aspekt, wie die Lehrer zum angestrebten Kooperationsmodell stehen. Laut Bürgermeister Hermanns stehe die Hauptschule Simmerath zu «100 Prozent» hinter dem Konzept, während es in Hürtgenwald auch Tendenzen zu anderen Kooperationspartnern gebe. Wichtig sei es aber, über den Tag hinaus zu planen, denn sicher sei, dass in allen Kommunen die Schülerzahlen in den nächsten Jahren rückläufig seien.

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten

 

Nideggen

Nideggener Realschüler fühlen sich übergangen

13.10.2011

Mit selbst gefertigten Transparenten demonstrierten Schüler der Realschule Nideggen am Donnerstagnachmittag für den Erhalt ihrer Schule. Foto: bel

Laut und bunt war es am Donnerstagnachmittag auf dem Nideggener Marktplatz vor dem Rathaus. Etwa 150 Schülerinnen und Schüler der Realschule Nideggen machten ihrem Unmut über die aktuelle Entwicklung in der Nideggener Schullandschaft mit eindeutigen Transparenten, mit schrillen Trillerpfeifen und Sprechchören Luft.

Auf vielen Spruchbändern stand zu lesen: «Jetzt reden wir!» Will heißen, wie Schülersprecher Fabian Pütz aus dem Jahrgang 8 sagte: «Wir Schüler wollen ernst genommen werden! In den vergangenen Wochen fühlten wir uns übergangen!» Eine Abordnung der Realschüler suchte Bürgermeisterin Margit Göckemeyer auf, während ihre Kollegen vor dem Rathaus in der Zülpicher Straße ihre Forderungen stellten. «Wir demonstrieren,auf allen Vieren», war da zu hören oder «Kreuzau, nein danke!» Göckemeyer führte mit den Vertretern der Demonstranten in ihrem Amtszimmer offenbar ein längeres Gespräch, denn sie erschien nach etwa einer halben Stunde und hörte sich die Wünsche des Plenums an. Die Moderation übernahm Fabian Pütz.

Wunschpartner

Göckemeyer machte den Schülerinnen und Schülern klar, dass ein Zusammenschluss mit den Schulen in Kreuzau unabdingbar sei, weil ansonsten der Standort Nideggen in einigen Jahren mangels Schüler geschlossen werden könnte. Zudem sei Kreuzau deshalb der Wunschpartner, weil er nicht allzu weit entfernt liege. An einer Sekundarschule gehe kein Weg vorbei, weil das Modell Hauptschule landesweit irgendwann in den nächsten Jahren zu wenige Anmeldungen haben werde.

Schülerin Corinna dachte besonders an die Lehrer. «Ich will, dass unsere Lehrer an der Schule bleiben», forderte sie, «und nicht zu weit zu anderen Schulen fahren müssen!»

Quelle: Dürener Zeitung

 

Nideggen

Eltern starten Bürgerbegehren
Stichwort Sekundarschule: Wieder Kontroverse Diskussion zwischen Erziehungsberechtigten und Vertretern der Ratsmehrheit.
630 Stimmen nötig.

06.10.2011

Vor dem Nideggener Rathaus startete die Initiative „Schulentwicklung mit Vernunft“ gestern Abend ihr Bürgerbegehren gegen den Ratsbeschluss zur Sekundarschule. Die Fraktionsvorsitzenden der Unabhängigen, der Grünen, der SPD und der CDU sowie Bürgermeisterin Margit Göckemeyer diskutierten mit den Eltern.

Es ist am gestrigen Abend wieder deutlich geworden. Das Thema Sekundarschule wird in Nideggen sehr kontrovers diskutiert: auf der einen Seite Politik und Verwaltung, auf der anderen Seite Eltern von vornehmlich Realschülern. Monika Werning und Monika Dick aus Schmidt sowie Volker Floßdorf aus Nideggen übergaben als Vertreter der Elterninitiative „Schulentwicklung mit Vernunft“ Bürgermeisterin Margit Göckemeyer sowie den Fraktionsvorsitzenden der Unabhängigen, von Bündnis 90/Die Grünen, der SPD und der CDU ihren Antrag zum Bürgerbegehren gemäß § 26 der nordrhein-westfälischen Gemeindeordnung.

Mit diesem Bürgerbegehren will die Initiative die Einführung der Sekundarschule mit ihren beiden Standorten in Kreuzau und Nideggen zum kommenden Schuljahr, wie es der Nideggener Stadtrat mit 20 gegen vier Stimmen beschlossen hat, stoppen und die neue Schulform erst zum Schuljahr 2013/2014 einrichten.

Den Eingang des Nideggener Rathauses hatten sich die Initiatoren und zahlreiche Eltern zum Startort des Bürgerbegehrens ausgesucht, für das sie 630 Unterschriften benötigen. Bürgermeisterin und Politiker, die sich anschließend zu einer Ausschusssitzung zusammensetzten, standen den Eltern Rede und Antwort. Die Väter und Mütter monierten das noch fehlende pädagogische Konzept, befürchteten, dass Lehrer sich aus Nideggen wegbewerben würden, gingen davon aus, dass die Schmidter Schüler sich eher nach Monschau orientieren würden.

Die Politiker versuchten, die Befürchtungen der Eltern zu zerstreuen, verwiesen darauf, dass der Schulstandort Nideggen nur so auf Dauer gesichert werden könne. In einem gemeinsamen Flugblatt werben Kreuzauer und Nideggener Fraktionen ab sofort für die Kooperation der beiden Kommunen bei der Sekundarschule zum Schuljahresbeginn 2012/2013.

Quelle: Eifeler Zeitung/Nachrichten

 

Nideggen

Neun Fraktionen setzen sich für die Sekundarschule ein

06.10.2011

Die Befürworter der Sekundarschule Kreuzau/Nideggen gehen in die Offensive.

Mit einer Flugblattaktion wollen fünf der sechs der Nideggener Ratsfraktionen und die vier Fraktionen im Kreuzauer Kommunalparlament die Nideggener Bevölkerung und besonders die Eltern der schulpflichtigen Kinder von der Richtigkeit der Einführung der neuen Ganztagsschulform an den beiden Standorten und ab dem kommenden Schuljahr überzeugen.

Unterschrieben haben das zweiseitige Flugblatt neun Fraktionsvorsitzende aus Nideggen und Kreuzau, die Sprecher von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP sowie die Unabhängigen, die einzig im Nideggener Kommunalparlament vertreten sind. Nicht mit von der Partie sind die Menschen für Nideggen (MfN), die im Rat gegen den Beschluss gestimmt haben. Die neun Fraktionen appellieren an die Nideggener, sich nicht dem Bürgerbegehren anzuschließen. Und sie fordern die Initiatoren des Bürgerbegehrens auf, dieses nicht fortzuführen.

Weitere Informationen der neun Fraktionen zur geplanten Sekundarschule sind vorgesehen, um die Bürger zu informieren.

Derweil machen die Nideggener Realschüler mobil: Sie wollen nächste Woche Donnerstag ab 13.30 Uhr mit einem Demonstrationszug zum Rathaus ihren Unmut über den Beschluss des Nideggener Rates kundtun. In der kommenden Wochen findet auch ein Gespräch zwischen Vertretern von Politik und Verwaltung der Stadt Nideggen und der Gemeinde Hürtgenwald statt, zu dem die Hürtgenwalder eingeladen haben. Von Nideggener Seite wurde der Wunsch geäußert, dass an dem Gespräch auch Vertreter Kreuzaus teilnehmen.

Der Rat der Gemeinde Hürtgenwald hatte beschlossen, eine Sekundarschule mit Simmerath anzustreben. Daraufhin schlossen sich Nideggen und Kreuzau zusammen. Doch die Politiker beider Kommunen betonen, dass eine Zusammenarbeit mit weiteren Kommunen möglich sei.

Quelle: Dürener Zeitung

 

Düsseldorf

Sekundarschule überzeugt die Experten
Breite Zustimmung bei Anhörung im Landtag. Aber auch massive Kritik.

05.10.2011

Von Wilfried Goebels

Die geplante Einführung der Sekundarschule in NRW ist bei einer Anhörung im Landtag auf breite Zustimmung gestoßen. Massive Kritik übten allerdings die Landeselternschaft der Realschulen und die NRW-Privatschulen. „Bei uns kocht es“, sagte gestern der Vorsitzende der Realschuleltern Johannes Papst. Durch die Schaffung von 200 neuen Sekundarschulen würden gute Realschulen „gefällt“.

Der Verband der Privatschulen NRW fürchtet eine „gezielte Aushöhlung der privaten Ersatzschulen“. Durch die Festlegung der Sekundarschule auf eine Dreizügigkeit werde eine Schulstruktur geschaffen, die die Genehmigung neuer, überwiegend zweizügig geführter Privatschulen ausschließe.

Eine große Mehrheit der Bildungsverbände und Gewerkschaften sowie der Kommunalvertreter unterstützte aber den Gesetzentwurf im Bildungskonsens. Das Gesetz schaffe für Kommunen bis 2023 „Klarheit und Planungssicherheit“, betonte der Bildungsreferent des Deutschen Städtetages, Klaus Hebborn. Kein Schulträger werde gezwungen, eine Hauptschule mit ausreichender Schülerzahl zu schließen.

In der Sekundarschule sollen künftig alle Kinder mindestens in den Klassen 5 und 6 gemeinsam unterrichtet werden. Die katholische Kirche will an den anerkannten Bekenntnis-Hauptschulen festhalten.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen NRW erwartet eine Kommunalisierung der Schulformentscheidungen. Künftig entscheide die Kommune über die jeweilige Schulform vor Ort.

Quelle: Aachener Zeitung

 

Nideggen

Eine Elterninitiative will den Ratsbeschluss kippen

03.10.2011

Die Mitglieder der Initiative «Schulentwicklung mit Vernunft» in Nideggen geben sich nicht geschlagen: Mit einem Bürgerbegehren wollen sie den Beschluss des Rates zur Einführung der Sekundarschule bereits ab dem kommenden Schuljahr aus den Angeln heben.

Zur Erinnerung: Der Rat der Stadt Nideggen hat in seiner Sitzung am 27. September mit 20 gegen vier Stimmen bei einer Enthaltung die Einführung der Sekundarschule Kreuzau/Nideggen mit den Standorten Kreuzau und Nideggen zum Schuljahr 2012/2013 beschlossen, um den Schulstandort Nideggen dauerhaft zu sichern.

Wird der Beschluss Realität, wird die Sekundarschule ab 2012 mit der fünften Klasse aufgebaut, während die aktuellen Schüler von Haupt- und Realschule an ihren jeweiligen Schulen noch den Abschluss machen können.

In einer Sitzung des Bildungsausschusses und in der Einwohnerfragestunde während der Ratssitzung machten Eltern, die sich in überwiegender Mehrheit als Väter und Mütter von aktuellen Realschülern zu erkennen gaben, aber ihrem Unmut deutlich Luft.

Ab Mittwoch will nun die Elterninitiative «Schulentwicklung mit Vernunft» mit einem Bürgerbegehren den Ratsbeschluss kippen. Vertreten wird die Initiative von der Schulpflegschaftsvorsitzenden der Realschule, Monika Werning, sowie von Monika Dick und Volker Floßdorf. Auftakt der Unterschriftensammlung ist um 18 Uhr vor dem Nideggener Rathaus.

Die Initiative will erreichen, dass die Sekundarschule erst zum Schuljahr 2012/2013 eingeführt wird. Monika Werning: «Wir wehren uns gegen das Hauruckverfahren, vermissen pädagogische Konzepte, befürchten, dass die Qualität der schulischen Ausbildung nicht gegeben ist, und fordern, die Finanzierung zu klären.»

Um im ersten Schritt mit dem Bürgerbegehren erfolgreich zu sein, «müssen wir gut 1000 Unterschriften sammeln», sagte Monika Werning.

Quelle: Dürener Zeitung

 

Nideggen

Rat votiert für Sekundarschule mit Kreuzau
Von Franz Sistemich

28.09.2011

Der Rat der Stadt Nideggen hat Dienstagabend die Errichtung einer Sekundarschule mit zumindest zwei Standorten in Kreuzau und Nideggen zum Schuljahr 2012/2013 beschlossen.

Das Abitur soll am Kreuzauer Gymnasium und an den Berufskollegs des Kreises Düren über Kooperationsvereinbarungen sichergestellt werden. Zum Ende des Schuljahres 2016/2017 werden die Adolf-Kolping-Schule und die Realschule Nideggen aufgelöst.

Außerdem beschloss der Rat, die Verwaltung zu beauftragen, parallel Gespräche mit anderen Nachbarkommunen mit Blick auf einen möglichen Beitritt zum Schulverbund Sekundarschule zu führen, ohne das Schüler zwischen den dann möglicherweise mehr als zwei Standorten hin- und hergefahren werden müssen. Außerdem sollen die Eltern ausführlich informiert werden.

Überfüllter Saal

Für diesen Beschluss, den Norbert Klöcker, der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen, in einer ausführlichen Form eingebracht hatte, stimmten neben den Unabhängigen die CDU, die FDP, die Grünen, drei der fünf SPD-Ratsmitglieder und Bürgermeisterin Margit Göckemeyer. Die vier Nein-Stimmen kamen von den Menschen für Nideggen und Jochen Erler (SPD). Sein Fraktionskollege Eduard Müllejans enthielt sich.

Vor Diskussion und Abstimmung über die Sekundarschule hatten sich noch etliche Eltern und Schüler der Realschule in der überfüllten Bürgerbegegnungsstätte während der Einwohnerfragestunde emotional und negativ zur Einführung der neuen Schulform zum kommenden Schuljahr geäußert. Den Vorwurf, angesichts des großen Andrangs nicht wie zur Ausschusssitzung in die Stadthalle ausgewichen zu sein, wies Margit Göckemeyer zurück: «Vier Vereine haben auf ihre Sportstunden verzichten müssen. Das war kein zweites Mal zu verantworten.»

Einzige Chance

Die Fraktionsvorsitzenden der Unabhängigen, von CDU, FDP, Grünen und SPD betonten, sie verstünden die Sorgen der Eltern, doch nur mit der Sekundarschule könne angesichts der demographischen Entwicklung der Schulstandort Nideggen gesichert und das hohe Niveau gesichert werden. Die Entscheidung, zum kommenden Schuljahr die Sekundarschule einzuführen, biete die große Chance, die Zukunft der neuen Schule selbst mitzugestalten.

Mit dem Beschluss reichten die Nideggener zu einem möglichen Beitritt auch Hürtgenwald die Hand, das sich zuvor Richtung Gemeinde Simmerath positioniert hatte.

Quelle: Dürener Zeitung

 

Nideggen

23.09.2011

Sekundarschule:
Eltern sprechen sich gegen Kreuzau aus

Von Franz Sistemich

Die Eltern, die sich am Donnerstag in der Nideggener Stadthalle zu Wort meldeten, waren größtenteils einer Meinung: Sie sind nicht gegen die Sekundarschule, aber wollen sie nicht unter Zeitdruck.

Außerdem wollen sie keine Sekundarschule mit Kreuzau. Denn die Eltern, hauptsächlich äußerten sich Erziehungsberechtigte von Realschülern, zweifelten die Qualität der Realschule in der Nachbarkommune an: «Wir fürchten um den guten Ruf unserer Schule, da Kreuzaus Realschule einen schlechten Ruf hat.»

Sie fühlten sich schlecht informiert und vermissten klare Aussagen. Teilweise emotional ging es in der Sitzung des Nideggener Ausschusses für Bildung, Soziales und Sport zu. Über 100 Väter, Mütter und Schüler, aber auch Lehrer waren zu der von den Menschen für Nideggen (MfN) beantragten Sondersitzung des Ausschusses gekommen. Ursprünglich terminiert für die Begegnungsstätte, war sie wegen des erwarteten Elterninteresses in die Stadthalle verlegt worden.

Zu Beginn wurden Schriftstücke überreicht: Schüler der Realschule Nideggen übergaben eine Unterschriftenliste, Vertreter der Elterninitiative «Schulentwicklung mit Vernunft» einen dreiseitigen Brief mit Fragen zur Sekundarschule und Begründungen, warum sie gegen Kooperation mit Kreuzau sind.

Dann wurde es Zeit für eine Power-Point-Präsentation. Margit Göckemeyer, die Bürgermeisterin, begründete auch mit Zahlen, warum Nideggen und Kreuzau eine Sekundarschule mit zwei Standorten ab dem Schuljahr 2012/13 bilden wollen. Fazit: Haupt- und Realschule werden alleine nicht überleben. Die Jungen und Mädchen, die jetzt beide Schulen besuchen, werden dort auch ihren Abschluss machen. Nideggen kann von der Entwicklung der Schülerzahlen her nicht alleine eine Sekundarschule bilden. Die Kooperation mit der Gemeinde Kreuzau ist auch der von der Bezirksregierung gewünschte Weg. Dann äußerten sich Eltern, Lehrer, Schüler über zwei Stunden lang.

Zum Schluss stimmten die Politiker ab. Erwin Fritsch, der MfN-Fraktionsvorsitzende, hatte beantragt, der Ausschuss solle dem Rat, der kommenden Dienstag tagt, empfehlen, die Verwaltung mit einer Information für alle Eltern über die Schularten Haupt-, Real-, Sekundarschule und Gymnasium und einer anschließenden Befragung der Eltern aller Schüler zu beauftragen.

Dem Rat solle weiterhin empfohlen werden, eine Entscheidung zur Sekundarschule Kreuzau/Nideggen erst nach Kenntnis der Schulkonferenzbeschlüsse und Auswertung der Elternbefragung zu fassen. Der Antrag wurde bei Stimmengleichheit abgelehnt: Die zwei Vertreter der MfN-Fraktion sowie Jochen Erler (SPD), der Vorsitzender des Ausschusses, stimmten zu. Die drei Gegenstimmen kamen von den Grünen, den Unabhängigen und Erlers Fraktionskollegin. Die beiden CDU-Vertreter enthielten sich der Stimme. Ob der Rat auch in der Stadthalle tagt, steht noch nicht fest.

Quelle: Dürener Zeitung


 

Nideggen

17.09.2011

Eltern sehen bei Sekundarschule keine Eile
Nideggen: Kritik an der fehlenden Information zur Kooperation mit Kreuzau. Unterschriftensammlung.

Um sich gegen die ihrer Meinung nach übereilten Beschlüsse zur Sekundarschule zu wehren, sammeln Eltern Unterschriften. Foto: A. Lauscher

Um sich gegen die ihrer Meinung nach übereilten Beschlüsse zur Sekundarschule zu wehren, sammeln Eltern Unterschriften.

Eine Versammlung mit vielen Fragen und wenig Antworten erlebten Eltern, Lehrer und Kommunalpolitiker am Mittwochabend in Schmidt. Der Saal des „Schützenhofs“ war gut besetzt, das Thema „Sekundarschule“ interessierte offensichtlich viele Bürgerinnen und Bürger. Eingeladen hatte die Schulpflegschaftsvorsitzende der Realschule Nideggen, Monika Werning – allerdings ohne den Termin mit den Kommunalpolitikern vorher abzusprechen. So konnte auch Bürgermeisterin Margit Göckemeyer nicht teilnehmen, die sich in Urlaub befindet.

Die Stadt Nideggen hatte als erste Kommune im Kreis Düren den Beschluss gefasst, die neue Sekundarschule einzuführen – um dauerhaft den Schulstandort zu erhalten. Hatte der Stadtrat vor dem Hintergrund des Schulentwicklungsplanes des Kreises noch recht allgemein von einer Gemeinschaftslösung und Gesprächen mit den Nachbarkommunen gesprochen, wurde dieser Beschluss dann mit dem Schulkompromiss in NRW in einer Sitzung des Schulausschusses konkretisiert. Bis auf die „Menschen für Nideggen“ votierten alle Parteien für die Einrichtung einer Sekundarschule zum kommenden Schuljahr. Margit Göckemeyer damals in der Sitzung: „Der Rat, aber auch die Schulleitungen von Haupt- und Realschule haben sich sehr deutlich für die neue Schulform ausgesprochen.“ Selbst das Gymnasium Kreuzau als möglicher Kooperationspartner deute da schon die inzwischen vereinbarte Zusammenarbeit mit der Nachbarkommune Kreuzau an.

Den Eltern in Nideggen geht das alles aber offenbar viel zu schnell. Sie wollten vor allem wissen, warum denn die neue Schulform schon 2012 eingeführt werden soll und nicht erst 2013. Eine Frage, die ihnen auch die anwesenden Schulleiter und Ratsvertreter nicht direkt beantworten konnten. So wurden bei der Versammlung denn auch Unterschriftenlisten verteilt, in denen die Eltern sich für einen Aufschub der Kooperation bis zum Schuljahr 2013/2014 aussprechen. Passend dazu hatte die Fraktion „Menschen für Nideggen“ bereits eine Sondersitzung des Schulausschusses beantragt und für eine Elternbefragung plädiert. Bevor ihrer Meinung nach eine „Hals-über-Kopf-Entscheidung“ gefällt wird, wollen die Eltern nun in die Entscheidungen eingebunden werden.

Quelle: Aachener Zeitung


 

Schmidt

Eltern wollen zur Sekundarschule gehört werden

15.09.2011

Hatten auf mehr Information gehofft: Die Schulpflegschaftsvorsitzende und Initiatorin der Diskussionsrunde, Monika Werning (rechts), im Gespräch mit anderen Müttern. Foto: bel

Die Eltern waren in den Schmidter Schützenhof gekommen, um Antworten auf ihre vielen Fragen zu bekommen. Aus der Zeitung hatten sie erfahren, dass die Stadt Nideggen und die Gemeinde Kreuzau ab dem Schuljahr 2012/2013 eine gemeinsame Sekundarschule errichten wollen.

Beide Standorte, so teilte die Nideggener Bürgermeisterin Margit Göckemeyer den Schulpflegschaften aller Schulen in Nideggen und Heimbach schriftlich mit, sollen dabei erhalten bleiben. Für die Sekundarstufe II werde eine Kooperation mit dem Gymnasium Kreuzau und den Berufskollegs des Kreises Düren angestrebt.

Doch Monika Werning, Schulpflegschaftsvorsitzende der Realschule Nideggen und Mit-Initiatorin der Diskussionsrunde in Schmidt, und mit ihr viele andere Eltern wollten mehr Information.

Warum können Haupt- und Realschule Nideggen nicht bestehen bleiben, zumal ihnen von allen Seiten sehr gute Arbeit attestiert wird? Selbst Betriebe im Kreisgebiet und darüber hinaus nähmen immer wieder gern Absolventen aus beiden Schulen. Warum fasst die Stadt Nideggen so schnelle Beschlüsse, ohne die betroffenen Eltern und Kollegien mit ins Boot zu holen? Das waren die wohl drängendsten Fragen.

Heinrich Simons, Rektor der Hauptschule Nideggen, und die Rektorin der Realschule, Christa Görgens, bestätigten die Attraktivität ihrer Systeme. So gibt es in diesem Jahr in der Hauptschule Nideggen zwei Eingangsklassen, während die Hauptschule Kreuzau keine Eingangsklasse vermelden kann. «Warum also diese Hals- über Kopf-Entscheidung?», fragte Monika Werning im Namen der Eltern. Vorgaben vom Schulministerium in Düsseldorf, sagte Werning, lägen noch nicht vor.

Auch interessierte die Anwesenden, welche finanziellen Vorteile ein Zusammenschluss hätte und überhaupt welche pädagogischen Gründe es für dafür geben könnte? Allerdings war Bürgermeisterin Margit Göckemeyer nicht anwesend, um auf diese Fragen zu antworten. Sie hatte schriftlich abgesagt: Der Termin sei leider mit ihr nicht abgesprochen worden. Deshalb sei es nicht möglich teilzunehmen.

So versuchten die Pflegschaftsvorsitzenden etwas aus den wenigen Kommunalpolitikern und Vertretern der Verwaltungen herauszubekommen. Vergeblich. Auch sie berichteten über Fraktionsgrenzen hinweg, dass sie nicht informiert seien.

Die Eltern waren natürlich nicht erfreut darüber, kaum Antworten zu bekommen. Auf jeden Fall wollen sie am Ball bleiben und hoffen auf mehr Informationen in den kommenden Wochen. Sie wollen, dass in dieser wichtigen Angelegenheit ohne jeden Druck entschieden wird. Und die Eltern forderten Räte und Verwaltungen auf, alle Betroffenen in den Prozess mit einzubeziehen. Die angestrebten Beschlüsse auf der nächsten Sitzung des Schulausschusses am 22. September und in der kommenden Ratssitzung am 27. September müssten vertagt werden.

Am Ende trugen sich zahlreiche Gäste in Unterschriftenlisten ein. Weitere Listen liegen ab sofort bei den Vorsitzenden der Schulpflegschaften bereit.

Quelle: Dürener Zeitung

 
 

Nideggen/Kreuzau

Kreuzau und Nideggen planen eine Sekundarschule

02.08.2011

Margit Göckemeyer und Walter Stolz stellten gestern die Pläne der Verwaltungen zur Einrichtung einer Sekundarschule vor. Foto: Johnen

Kreuzau und Nideggen wollen gemeinsam eine Sekundarschule entwickeln. Zum Schuljahr 2012/13 sollen die Pläne für die voraussichtlich siebenzügige Schule mit zwei Standorten umgesetzt sein. «Wir bauen unser System um - und gehen angesichts sinkender Schülerzahlen die Herausforderungen gemeinsam an», sagte Nideggens Bürgermeisterin Margit Göckemeyer am Dienstag bei der Vorstellung der Pläne.

Die Beratung und Entscheidung in den politischen Gremien der Kommunen steht zwar noch an, «aber in beiden Rathäusern ist schon kräftig vorgearbeitet worden», sagte Walter Stolz, der Allgemeine Vertreter des Kreuzauer Bürgermeisters. Stolz hatte von Seiten der Kreuzauer Verwaltung in den vergangenen Tagen die intensiven «Gespräche» mit Nideggen geführt - Bürgermeister Walter Ramm ist derzeit im Sommerurlaub.

«Beide Räte haben uns beauftragt, eine tragfähige Lösung zu finden», hieß es am Dienstag im Kreuzauer Rathaus. Ziel sei es, die Schulstandorte zu erhalten und Planungssicherheit für Eltern und Schüler zu schaffen. Beide Verwaltungen seien überzeugt, dass die Sekundarschule «die Schulform ist, die wir wollen».

So könne Eltern und Kindern dauerhaft ein verlässliches Bildungsangebot gemacht werden. Erste Beratungen mit der Bezirksregierung haben bereits stattgefunden, von dort aus gebe es grünes Licht. «Der frühe Vogel fängt den Wurm», zeigte sich Göckemeyer optimistisch, dass die Politik die Überlegungen der Verwaltung in einen Auftrag ummünzen wird. Nach der Sommerpause soll das Thema beraten werden. Bis Anfang Dezember müsse die Einrichtung bei der Bezirksregierung beantragt werden.

Die Südkreiskommunen sind schon seit Jahrzehnten in einem Schulverband für die Förderschule in Boich miteinander verbunden. Diese Zusammenarbeit soll intensiviert werden. Mit drei Zügen in Nideggen und vier Zügen in Kreuzau - so eine Überlegung - könnten an beiden Standorten Kinder von der fünften bis zur zehnten Klasse unterrichtet werden.

Zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife sei die Kooperation mit dem Gymnasium Kreuzau und den Berufskollegs des Kreises geplant. «Es gibt noch viele Details zu besprechen», sagte Stolz am Dienstag. Die Hürtgenwalder Entscheidung, bei möglichen Kooperationen vor allem Richtung Simmerath zu blicken, habe die Planungen «unterstützt».

Die Haupt- und Realschulen in Kreuzau und Nideggen sollen nicht geschlossen werden, sondern auslaufen. «Wechsel sind nicht nötig», betonte Göckemeyer. Eine Sekundarschule biete «durchlässige Qualifizierungsmöglichkeiten», um den bestmöglichen Abschluss zu bekommen - wohnortnah.

«Keine unserer Haupt- und Realschulen ist auf Dauer für sich lebensfähig», gab Stolz zu bedenken. Nach Vorstellung von Margit Göckemeyer soll Heimbach in den Schulverband aufgenommen werden. Ein Angebot soll auch Richtung Vettweiß unterbreitet werden.

Quelle: Dürener Zeitung

 
 

Düsseldorf

13.09.2011

Wirtz: Schulkonsens trägt CDU-Handschrift

Zufrieden ist auch der Stolberger CDU-Landtagsabgeordnete Axel Wirtz, der betont: «Es ist unsere Handschrift, die dieser Schulkonsens trägt.» Wobei er hinzufügt, die zwischen CDU, SPD und Bündnisgrünen vereinbarten Ziele würden «fair umgesetzt».

Durch die Verfassungsänderung wird laut Wirtz ein vielfältiges Schulsystem für Nordrhein-Westfalen festgeschrieben. Die neue Sekundarschule verbinde die Qualität von Haupt- und Realschule und ermögliche ein attraktives Schulangebot auch bei zurückgehenden Schülerzahlen, wobei die Verantwortung über die Schulform bei den Schulträgern vor Ort liege. Zudem gebe es nun Planungssicherheit für zwölf Jahre, betont Wirtz.

Quelle: CDU

 
 

Düsseldorf

03.09.2011

1. Lesung eines neuen Schulgesetzes in NRW

Der Landesvorsitzende der CDU Nordrhein-Westfalen Norbert Röttgen erklärt zur 1. Lesung der Einbringung eines neuen gemeinsamen Schulgesetzes in Nordrhein-Westfalen von CDU, SPD und Grünen:

„ Mit dem neuen Schulgesetz und der Verfassungsänderung, die heute im Landtag eingebracht wurden, beenden wir den jahrzehntelangen Streit um Grundsatzfragen der Bildungspolitik in Nordrhein-Westfalen. Schüler, Lehrer und Eltern können sich endlich auf ein verlässliches Schulsystem einstellen – und zwar mindestens bis zum Jahr 2023. Dies ist ein toller Erfolg, mit dem wir den Bildungsstandort Nordrhein-Westfalen erheblich stärken.

Es ist gelungen, ein wirklich gutes Ergebnis zu erzielen, hinter dem wir mit voller Überzeugung stehen, weil alle zentralen Forderungen der CDU umgesetzt sind“, so der CDU-Landesvorsitzende Dr. Norbert Röttgen.

„ Aus meiner Sicht als CDU-Landesvorsitzender sind dies die wesentlichen Punkte:

1
.Das gegliederte Schulsystem ist politisch gesichert und in der Landesverfassung verankert. Es wird in Nordrhein-Westfalen keine Einheitsschule geben und auch die Gemeinschaftsschule kommt nicht. Damit ist gewährleistet, dass jedes Kind auch in Zukunft entsprechend seiner individuellen Begabungen und Interessen optimal gefördert werden kann.

2.
Keine Schulform wird abgeschafft.

3.
Wir haben uns auf eine neue Schulform verständigt: Die Sekundarschule ermöglicht eine flexible Reaktion der Kommunen auf sinkende Schülerzahlen. Sie hat keine Oberstufe. Damit stellt sie keine Konkurrenz zum Gymnasium dar und grenzt sich auch von dem eigenständigen Profil der Realschulen klar ab.

4.
Besonders wichtig war uns, dass keine Schulform gegenüber einer anderen grundsätzlich bevorzugt oder benachteiligt wird. Auch dies ist mit den heute im Landtag gefassten Beschlüssen gewährleistet.

Damit haben wir nach meiner Einschätzung eine wirklich überzeugende und praxistaugliche Schulstruktur geschaffen. Dies wird auch einhellig von den Fachverbänden bestätigt.

Ich möchte mich ausdrücklich bei allen herzlich bedanken, die daran mitgewirkt haben, dass dieser Schulkonsens erreicht wurde und dass nach nur wenigen Wochen bereits heute im Landtag die entsprechenden Verfassungs- und Gesetzesänderungen eingebracht werden konnten.“

Quelle: CDU


 

Hürtgenwald/Simmerath

18.07.2011

Weitere Schritte zur Kooperation mit Simmerath

Die mit einiger Aufregung geführte Debatte um die Schulentwicklung und Gründung einer Gemeinschaftsschule fand im Rat der Gemeinde Hürtgenwald ein vorläufiges Ergebnis: Bürgermeister Axel Buch wurde beauftragt, insbesondere mit der Gemeinde Simmerath Gespräche zu führen mit dem Ziel der Gründung einer Gemeinschaftsschule, dabei soll er aber die Kommunen Kreuzau und Nideggen nicht aus den Augen verlieren.

Es lag ein Antrag der SPD-Fraktion vor, die forderte, unverzüglich Verhandlungen mit den Kommunen Kreuzau und Nideggen aufzunehmen. Verhandlungen mit Simmerath wurden hier nicht gefordert. Deshalb lehnte die Mehrheit diesen Antrag ab.

Andrea Volk, SPD, Konrektorin in Kreuzau, erklärte sich für befangen. Rainer Polzenberg, SPD-Fraktionsvorsitzender, hielt es für vorhersehbar, „dass man mit Simmerath klarkommen wird“, drängte aber darauf, dass man eine Option in die andere Richtung offen lasse. Er wies besonders darauf hin, dass beispielsweise Eltern aus Gey oder Straß sich eher in Richtung Düren oder Kreuzau orientieren werden. Siegfried Bergsch, FDP, meinte, man könne nicht auf das Entgegenkommen der Gemeinden aus dem Südkreis warten. Dem pflichtete Professor Odoj, CDU, bei: „Bis jetzt sind weder Nideggen noch Kreuzau noch Heimbach auf uns zugekommen.“

In Simmerath hat sich unterdessen der dortige Schulausschuss ebenfalls für eine Orientierung in Richtung Hürtgenwald hin ausgesprochen. Simmerath strebt nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Monschau eine Kooperation der Hauptschulen Simmerath und Kleinhau mit zwei Schulstandorten an. Ferner wird eine Kooperation mit dem Gymnasium in Vossenack gewünscht, das als verbindlicher Kooperationspartner zur Verfügung steht. (ale)

Quelle: Eifeler Zeitung

 

Simmerath

16.07.2011

Gemeinschaftsschule „auf Augenhöhe“
Kooperation Simmerath und Hürtgenwald einstimmig vom Schulausschuss unterstützt. „Zielführende Gespräche“ fortsetzen.



Die Hauptschule Simmerath ist ein Auslaufmodell. Schon zum nächsten Schuljahr gibt es keine neue Eingangsklasse mehr. Stattdessen soll hier die Gemeinschaftsschule einziehen. Foto: P. Stollenwerk

Wenn es in der Gemeinde Simmerath demnächst für Eltern um die Entscheidung für die Schullaufbahn ihrer Kinder geht, dann wird die Schulstadt Monschau eine ernstzunehmende Konkurrenz erhalten. Mit einem einstimmigen Beschluss brachte der Simmerather Schulausschuss am Donnerstagabend ein Kooperationsmodell zur Bildung einer Gemeinschaftsschule mit der Gemeinde Hürtgenwald auf den Weg (wir berichteten). Vorausgesetzt, dass das Vorhaben klappt, soll ab dem Schuljahr 2012/13 eine Gemeinschaftsschule mit zwei Standorten in den Hauptschulgebäuden Simmerath und Kleinhau angeboten werden.

Die ersten Vorgespräche zwischen Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch haben bereits stattgefunden. Man sieht sich als „vertrauensvolle Partner“ - eine Verhandlungsposition, die in den zuvor stattgefundenen Gesprächen mit Monschau vermisst wurde, wie bei der rund 90-minütigen Diskussion im Ausschuss deutlich wurde.

Der Ausschuss beauftragte den Bürgermeister, die Gespräche und Überlegungen „zielführend fortzusetzen“. Gleichzeitig wurden die bestehenden Ratsbeschlüsse zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule Nordeifel durch die Kommunen Simmerath, Monschau und Roetgen aufgehoben.

„Es ist eine Menge passiert“, bilanzierte Ausschussvorsitzender Franz-Josef Hammelstein. Der Versuch der Monschauer Bürgermeisterin, Fördermittel von Simmerath nach Monschau umzuwidmen, habe „Turbulenzen“ ausgelöst und in Simmerath die Zweifel verstärkt, ob Monschau überhaupt noch an einer Kooperation interessiert sei.

„Monschau hat die Tür zugemacht“, lautete für Günter Scheidt (CDU) das Fazit des zurückliegenden halben Jahres, in dem die Stadt den Antrag auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule alleine gestellt habe. Die Gespräche mit der Nachbarkommune Hürtgenwald dagegen seien „gut angelaufen“. Das Hauptschulgebäude in Simmerath biete die besten Voraussetzungen für ein weiterführendes Schulangebot. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die mit Hürtgenwald bereits hervorragend funktionierende Zusammenarbeit im Bereich der Förderschule. Auch Bernd Goffart (CDU) sah einen gelungenen Start in der Kooperation mit Hürtgenwald. Dies sei keine Notlösung. Vielmehr habe er das Gefühl, „dass wir auf Augenhöhe verhandeln.“ Die durch das Franziskus-Gymnasium zugesagte Kooperation mit einer Gemeinschaftsschule Simmerath/Hürtgenwald sei zudem ein unschätzbarer Vorteil, da sie auch das Gymnasium als dann zentral liegenden Einrichtung stärke.

„Wichtig ist ein gutes Konzept für die Schülerbeförderung, das die Eltern überzeugt“, lenkte Siegfried Peters (SPD) den Blick auf die praktische Seite einer Kooperation, während Klaus Stockschlaeder (Grüne) die Hoffnung äußerte, „dass wir die Eltern mitnehmen können und die mentale Offenheit vorhanden ist.“

Ein wesentlicher Punkt, der alle zukünftigen Gemeinschaftsschulen betrifft, ist derzeit noch die unklare Gesetzeslage im Land,weshalb Stephan Weber (UWG) auch Bedenken äußerte, sich auf den Begriff Gemeinschaftsschule festzulegen; man möge sich auch daher andere Optionen offenhalten.

Zur aktuellen Situation teilte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns mit, dass der Gesetzesentwurf der rot-grünen Landesregierung eine Dreizügigkeit der Gemeinschaftsschule vorsehe (25 Schüler pro Klasse). Im Entwurf ist auch die Rede davon, dass bei neuen Schulmodellen auch eine Abstimmung mit den Nachbarkommunen erfolgen sollte. Hermanns sicherte zu, dass man selbstverständlich auch die Stadt Monschau einbeziehen werde. Es sei nicht das Ziel, „bestehende Schulen in Monschau zu gefährden, aber wir wollen für Simmerath ein attraktives Angebot in der Sekundarstufe I schaffen.“ So gehe man davon aus, dass auch weiterhin ein bestimmter Anteil Simmerather Schüler die Realschule in Monschau besuche.

Von allen Seiten wurde bei der Diskussion nachhaltig darauf hingewiesen, dass das Beförderungsangebot für die Schulkinder stimmen muss. Angedacht ist schon einmal der Einsatz von Kleinbussen möglichst ohne Umsteigen am Bushof Simmerath. (P. St.)

Quelle: Eifeler Zeitung

 

Simmerath/Hürtgenwald

 

Neue Schule:
Simmerath plant jetzt mit Hürtgenwald

Die Kooperation mit der Nachbarkommune Monschau zur Bildung einer Gemeinschaftsschule wird als gescheitert erklärt. Angestrebt werden zwei Standorte „auf Augenhöhe“ an den Hauptschulen Simmerath und Kleinhau.

14.07.2011

Gemeinschaftshauptschule Simmerath: Energetische Sanierung schreitet voran.
Hier: Die neue Mensa (Zeichnung)

Bei der Neugestaltung der Schullandschaft in der Nordeifel hat der Simmerather Schulausschuss in seiner Sitzung am gestrigen Abend ein neues Kapitel aufgeschlagen: Nachdem die Verhandlungen mit der Nachbarkommune Monschau zur Bildung einer Gemeinschaftsschule aus Simmerather Sicht nicht zielführend verliefen, orientiert die Gemeinde sich nun in den Kreis Düren.

Angestrebt wird eine Kooperation der Hauptschulen Simmerath und Kleinhau mit zwei Schulstandorten sowohl in Simmerath wie auch in Kleinhau. Ferner ist eine Kooperation mit dem Franziskus-Gymnasium Vossenack angestrebt, das traditionell von zahlreichen Schülern aus der Gemeinde Simmerath besucht wird. Das Gymnasium hat inzwischen seine Bereitschaft erklärt als verbindlicher Kooperationspartner zu fungieren.

Die Zielrichtung der Verwaltung, bei der neu einzugehenden Schulpartnerschaft auf Augenhöhe» zu verhandeln, fand im Ausschuss breite Unterstützung.

Gleichzeitig wurden die seit Februar laufenden Verhandlungen mit der Stadt Monschau als gescheitert erklärt, indem die bisher gefassten Ratsbeschlüsse (Beteiligung am Modellversuch Gemeinschaftsschule, aber keine Beteiligung an der Trägerschaft) aufgehoben wurden.

Bei der Beratung im Ausschuss wurde noch einmal deutlich, mit welchen Schwierigkeiten von Beginn an die Verhandlungen zwischen Monschau und Simmerath behaftet waren, zumal sich bereits frühzeitig abzeichnete, dass Monschau einem zweiten Standort der Gemeinschaftsschule in Simmerath nicht zustimmen würde. Bestärkt fühlte sich Monschau als alleiniger Standort durch das Ergebnis einer Elternbefragung, worin sich zwei Drittel der Eltern für einen alleinigen Standort Monschau ausgesprochen hatten.

In Simmerath interpretierte man das Eltern-Votum allerdings ein wenig anders, da sich bei der Befragung die Simmerather Eltern mehrheitlich für zwei Schul-Standorte in Simmerath und Monschau ausgesprochen hatten.

Für höchste Verstimmung sorgte dann in Simmerath der Vorstoß der Monschauer Bürgermeisterin, durch die Bezirksregierung prüfen zu lassen, ob eventuell für den Ausbau des Hauptschulgebäudes in Simmerath bereits bewilligte Gelder nach Monschau «umgewidmet» werden können für den hier erforderlichen Ausbau der Elwin-Christoffel-Realschule als künftigem Standort einer Gemeinschaftsschule. Für eine solche Transaktion sah die Bezirksregierung allerdings keine rechtliche Grundlage.

In ihren Erläuterungen zur gestrigen Sitzung zitierte die Verwaltung aus einem Gespräch bei Regierungspräsidentin Gisela Walsken. An dieser Runde nahmen neben Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter und Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns auch die beiden Schulausschuss-Vorsitzenden Waldtraud Haake (Monschau) und Franz-Josef Hammelstein (Simmerath) teil. Nachdem von Monschauer Seite eine erneute Standort-Diskussion abgelehnt worden sei, habe die Regierungspräsidentin «ein weiteres Gespräch in dieser Zusammensetzung für nicht mehr angebracht» erklärt.

Schülerzahlen reichen aus

Wenige Tage nach diesem Termin nahm die Simmerather Verwaltung dann Kontakt mit der Gemeinde Hürtgenwald auf. Die beiden Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und Axel Buch führten ebenfalls ein Gespräch bei der Bezirksregierung, zudem wurde von allen Simmerather Ratsfraktionen die Kooperation mit Hürtgenwald unterstützt.

Was die Schülerzahlen betrifft, sieht man auf der Grundlage der vorliegenden Zahlen der Grundschulübergänger eine Gemeinschaftsschule Hürtgenwald/Simmerath als machbar an.

Als lösbar sieht die Verwaltung auch die Frage der Schülerbeförderung an, die dann neu und attraktiver gestaltet werden müsste.

Die große Unbekannte ist aber die derzeit noch fehlende gesetzliche Grundlage für eine Gemeinschaftsschule. Die Landesregierung strebt an, keine Schulversuch mehr zu genehmigen sondern die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen im Schulgesetz zu verankern.

Schon in einer «starken Ehe» mit Simmerath

Auch in den politischen Gremien der Gemeinde Hürtgenwald wird über die Kooperation zwischen den Gemeinden Simmerath und Hürtgenwald zur Bildung einer Gemeinschaftsschule mit zwei Standorten diskutiert. Der Schulausschuss gab der Verwaltung in seiner Sitzung am Dienstag den Auftrag Gespräche mit den Nachbarkommunen, «insbesondere mit Simmerath», zu führen, um vor dem Hintergrund rückläufiger Schülerzahlen zur Bildung einer Gemeinschaftsschule zu gelangen.

Aber auch andere Kooperationsmodelle, zum Beispiel mit Nideggen und Kreuzau sollten nicht aus den Augen verloren werden, auch wenn aus diesen beiden Kommunen im Gegensatz zu Simmerath noch keine Anfragen vorliegen.

Auch bei der Debatte im Schulauschuss Hürtgenwald wurde deutlich, dass es oberstes Ziel der politischen Kräfte ist, den Schulstandort Kleinhau zu erhalten. Kleinhau verfügt neben einer Hauptschule auch noch über eine Realschule.

Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch ließ eine deutliche Sympathie für eine Kooperation mit Simmerath erkennen, vor allem weil man sich bereits, wie er sagte, «in einer starken Ehe» mit Simmerath befinde, weil viele Schüler von dort das Vossenacker Franziskus-Gymnasium besuchten.

Neue Hauptschüler teilweise nach Kleinhau

Lediglich sieben Anmeldungen für die Hauptschule gingen bei der Gemeinde Simmerath für das Schuljahr 2011/2012 ein. Die Bezirksregierung hat daraufhin keine Eingangsklasse mehr zugelassen. Die meisten Eltern haben sich daraufhin entscheiden, ihre Kinder an die Hauptschule Kleinhau zu schicken.

Bereits am 5. April hatte der Rat die beginnende Auflösung der Hauptschule beschlossen. Die verbleibenden Schüler werden aber weiter in Simmerath beschult.

Quelle: Eifeler Zeitung

 

Monschau/Simmerath

07.07.2011

Schulfrieden noch nicht in Sicht
Was wird aus der geplanten Gemeinschaftsschule Nordeifel? In Simmerath zeichnen sich neue Entwicklungen ab.
Heute Sondersitzung des Rates. Monschau wartet Landtagsbeschluss ab.

Im Februar 2011 fand in der Realschule Monschau die erste Informationsveranstaltung zur Gemeinschaftsschule Nordeifel statt. Der Durchbruch ist seitdem noch nicht gelungen.

Das Thema Gemeinschaftsschule Nordeifel ist in den zurückliegenden Wochen aus der öffentlichen Diskussion ferngehalten worden. Wohl aber darf vermutet werden, dass hinter den Kulissen über das Projekt heftig diskutiert wird. In dieser Woche darf man damit rechnen, dass die Öffentlichkeit Neues zur künftigen Entwicklung der Schullandschaft in der Nordeifel erfahren wird. Wenn man Beobachtern Glauben schenken darf, dann scheint in der Nordeifel wie auch auf Landesebene noch kein Schulfrieden in Sicht.

Infoveranstaltung zur Gemeinschaftsschule
Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Heute trifft sich der Simmerather Gemeinderat nicht öffentlich zu einer Sondersitzung, bei der das Thema Gemeinschaftsschule im Blickpunkt steht. In der nächsten Woche, am Donnerstag, 14. Juli, findet dann eine öffentliche Sitzung des Schulausschusses statt mit einem Tagesordnungspunkt, der da lautet: „Einrichtung einer Gemeinschaftsschule unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen.“ Eine Interpretation dieser Formulierung lässt sich Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermann zum jetzigen Zeitpunkt unter Hinweis auf die ausstehenden Beratungen nicht entlocken, hat aber für diese Woche eine Erklärung angekündigt, wo sich „Simmerath positionieren wird.“

„Keine Entscheidungsgrundlage“

In der Nachbarkommune Monschau, die den Antrag auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule zum Schuljahr 2012/13 eingereicht hat, sieht man laut Bürgermeisterin Margareta Ritter „im Moment keine Entscheidungsgrundlage.“ Die in Simmerath angekündigten „aktuellen Entwicklungen“ werde sie abwarten. Wichtig aus ihrer Sicht sei die Einbringung einer gesetzlichen Änderung im Landtag, die die Voraussetzungen dafür schaffe, dass die Gemeinschaftsschule auf einer rechtlichen Grundlage stehe.

Im Düsseldorfer Parlament wird dieser Änderungsantrag am 12. Juli eingebracht. Ein Gerichtsurteil hatte ausgesagt, dass ein so tiefgreifender Einschnitt in die Schullandschaft einer gesetzlichen Grundlage bedürfe.

Unabhängig von möglicherweise neuen Entwicklungen in Simmerath, hält Margareta Ritter am Willen Monschaus fest, eine Gemeinschaftsschule einzurichten, wie es auch in der Abfragung des Elternwillens zum Ausdruck gekommen sei. Erforderlich dazu sei allerdings eine Modifizierung der bestehenden Ratsbeschlüsse.

Wie mehrfach berichtet, hatten die neben Roetgen in der Hauptsache beteiligten Kommunen Simmerath und Monschau keine Einigkeit in der Standortfrage für eine Gemeinschaftsschule erzielt. In einer Elternbefragung hatten sich über zwei Drittel für den Standort Monschau ausgesprochen.

Simmerath dagegen sieht den idealen Standort für eine Gemeinschaftsschule im demnächst sanierten Hauptschulgebäude in Simmerath. Von einer Beteiligung der Trägerschaft hatte der Rat dann auch vorerst Abstand genommen.

Zuletzt hatte es seitens CDU Simmerath beim Parteitag in Eicherscheid heftige Vorhaltungen in Richtung Monschau gegeben, weil „die schlechteste Lösung den Zuschlag der Eltern“ erhalten habe. Nach dieser Attacke des CDU-Fraktionsvorsitzenden Bruno Löhrer vom 5. Mai hat es keine öffentliche Erklärungen mehr zum Thema Gemeinschaftsschule gegeben. Das soll sich diese Woche ändern. (P. St.)

 

Düsseldorf/Monschau/Simmerath

21.06.2011

« Deutliche Öffnung der CDU zur Gemeinschaftsschule»

Die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen zum neuen Schuljahr wird vielerorts im Lande diskutiert - bekanntlich auch in Monschau und Simmerath.

Eine heftige Diskussion findet derzeit auch in Düsseldorf zwischen Landesregierung und Opposition um eine langfristige Ausrichtung der Bildungspolitik im Lande statt. Doch ein Schulfrieden ist derzeit nicht in Sicht, zumal die CDU einem von Ministerpräsidentin

«Klares Bekenntnis» zum Gymnasium unverzichtbar

Hannelore Kraft anberaumten Gipfelgespräch am kommenden Freitag fernbleiben wird. Als Hauptgrund für die Absage gibt die CDU an, dass Kraft auch die Linkspartei eingeladen habe, die die Christdemokra ten nicht Verhandlungspartner akzeptieren. Abgesehen davon stört sich die CDU auch an der Form der Einladung, indem einseitig ein Termin festgelegt worden sei.

Trotz der momentanen Verunsicherung um eine langfristig gesicherte Schulpolitik hält der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Wirtz fest, dass der Inhalt der Diskussion nichts mit dem Verfahren zu tun habe. «Wir müssen uns aufeinander zu bewegen, damit endlich Ruhe an der Schulfront einkehrt.»

Die Frage der Einrichtung von Gemeinschafts schulen vor Ort stehe außerhalb dieser Diskussion, sagte der Stolberger Parlamentarier am Montag. In den Reihen der Landes-CDU sei inzwischen «eine deutliche Öffnung» zur Gemeinschaftsschule hin festzustellen, auch wenn man mit Recht die Frage stellen dürfe, ob es Sinn mache, in den beiden Eingangsklassen einer Gemeinschaftsschule nach gymnasialen Standard zu unterrichten.

Für Axel Wirtz ist ein «klares Bekenntnis» zum Gymnasium unverzichtbarer Bestandteil des Schulsystems. Was das Schicksal der Realschulen betreffe, so müsse man im Rahmen einer Neustrukturierung diese Schulform fortentwickeln.

Unberührt von der Debatte in Düsseldorf seien die Entscheidungen vor Ort. Es sei Sache der Kommunen und des Elternwillens, ob Gemeinschaftsschulen eingerichtet werden sollten. Dies gelte auch für die von der Stadt Monschau beantragte Gemeinschaftsschule. Wirtz sieht trotz des Einladungs-Eklats, dass innerhalb der Landes-CDU «die Chancen nie größer waren, die Gemeinschaftsschule zu etablieren.» Es mache keinen Sinn, «übergeordnete Ideologien» voranzustellen.

Gerne vernimmt Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter diese Kunde, wenngleich man in Monschau vom zeitlichen Ablauf her «keine Not» habe. In Monschau wolle man mit der Gesamtschule erst im nächsten Jahr starten. Sicher sei jetzt schon, dass Monschau keine Genehmigung mehr für einen Schulversuch erhalte, auch wenn es in den vorliegenden Ratsbeschlüssen heißt, dass Monschau und Simmerath sich am Schulversuch beteiligen wollten. Grundlage ist ein Gerichtsurteil zur Gesamtschule, wonach für einen solch tiefgreifenden Einschnitt in die Schullandschaft eine gesetzliche Grundlage erforderlich sei, so das Gericht.

Margareta Ritter zeigte sich zuversichtlich, dass das Schulgesetz geändert werde. Diese würde für die Kommunen zudem eine gesicherte gesetzliche Regelung schaffen. Es müssten dann allerdings noch «ergänzende Ratsbeschlüsse» gefasst werden.

 

20.06.2011
Blankenheim/Nettersheim:

Gemeinschaftsschule gekippt

Die erste Gemeinschaftsschule in der Region ist gekippt. Sie sollte in Blankenheim und Nettersheim entstehen. Bei dieser neuen Schulform lernen Kinder vom 5. bis 10. Schuljahr zusammen an einer Schule und werden nicht auf verschiedene Schultypen verteilt. Die Landesregierung hat nun ihre Genehmigung für Blankenheim und Nettersheim zurückgezogen. Ausschlaggebend war eine Klage des benachbarten Klosters Steinfeld. Dort sah man in der geplanten Gemeinschaftsschule eine Konkurrenz zum eigenen Gymnasium. In Blankenheim und Nettersheim ist man nun geschockt von der Nachricht aus Düsseldorf. Das Aus für die Gemeinschaftsschule sei nur ein vorläufiger Sieg fürs Kloster Steinfeld, sagte Blankenheims Bürgermeister Hartmann. Sobald es ein neues Schulgesetz gebe, werde man das Projekt wieder angehen. Am Dienstag werden zunächst die Eltern der 124 betroffenen Kinder informiert. Sie können sich ab sofort an den beiden Hauptschulen oder an der Realschule für das neue Schuljahr anmelden.

Nach Schul-Aus Kritik an Landespolitik

Der Bürgermeister von Blankenheim hat alle Landtagsfraktionen aufgefordert, so schnell wie möglich ein neues Schulgesetz zu beschließen, um in Zukunft weitere Klagen gegen die Gemeinschaftsschule zu verhindern. Nach dem Aus für die Gemeinschaftsschule in Blankenheim/Nettersheim können sich die betroffenen 124 Schüler, die bereits eine Zusage für die Schule hatten, sich ab sofort an anderen Schulen anmelden.

Quelle: WDR   

 

Köln/Simmerath/Monschau

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Eifeler-Zeitung vom 07. April 2011


Fördermittel bleiben in Simmerath

11.05.2011

Bei der Bewältigung des Projektes Gemeinschaftsschule Simmerath/Monschau hat die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken die Nachbarkommunen aufgefordert, «die Entwicklung ihrer Schulen erneut zu beraten und ihre Planungen möglichst miteinander abzustimmen.»

Regierungspräsidentin Gisela Walsken

Zur politisch seit Monaten heftig im politischen Raum diskutierten Gründung einer Gemeinschaftsschule fand jetzt ein Gespräch bei der Bezirksregierung statt, wobei es in erster Linie um die Umwidmung von Fördermitteln ging. An dem Gespräch mit der Regierungspräsidentin und ihren Mitarbeitern nahmen der Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und der Schulausschussvorsitzende Franz-Josef Hammelstein sowie Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter und die dortige Schulausschussvorsitzende Waltraud Haake teil.

Wie mehrfach berichtet, hatte die Monschauer Bürgermeisterin angeregt, Fördermittel aus Simmerath, die für die energetische Sanierung des dortigen Hauptschulgebäudes vorgesehen waren, eventuell nach Simmerath umzuwidmen. Fördermittel in Höhe von 4,5 Millionen Euro waren für die Maßnahme bereits bereitgestellt und bewilligt worden.

Dieser Vorschlag, so lautete das Ergebnis des Gespräches, lässt sich aber nicht umsetzen. «Eine Umwidmung der Mittel ist aus rechtlichen Gründen ausgeschlossen», teilt die Bezirksregierung mit. Solange Simmerath nicht aus eigenen Stücken auf diese Mittel verzichte oder die eigene Planung ändere, «ist eine Übertragung der Fördermittel nicht möglich», heißt es weiter aus Köln.

Die ursprüngliche Planung sah vor, eine gemeinsame Gemeinschaftsschule zum Schuljahr 2012/13 zu errichten, und die Klassen auf beide Standorte zu verteilen. Seitens der Stadt Monschau wurde eine Gemeinschaftsschule mit alleinigem Standort in Monschau favorisiert, was auch im Ergebnis einer Elternbefragung zum Ausdruck kam, worin sich die Eltern mehrheitlich für einen alleinigen Standort Monschau ausgesprochen hatten.

Dass Simmerath einer Umwidmung von Mittel nicht zustimmen würde, war zu erwarten, da an der Hauptschule mit dem Baubeginn an der neuen Mensa als zweitem Bauabschnitt neue Fakten geschaffen wurden. Die Bagger stehen bereit, eine Baustraße zum Gelände wurde bereits hergerichtet.

Für Karl-Heinz Hermanns ist als Gesprächsergebnis wichtig, dass die Bezirksregierung «weder Veranlassung noch eine rechtliche Handhabe» sehe, die Fördermittel umzuwidmen.

Die Bauarbeiten zur Errichtung einer Mensa seien wie geplant der nächste Schritt. Beabsichtigt sei, bis Mitte 2012 einen Großteil der Arbeiten zu erledigen, wobei gleichzeitig die Fertigstellung der Schwimmhalle neben der Hauptschule vorgesehen sei.

Vor einen finanzielles Problem sieht sich derweil die Stadt Monschau gestellt, da man an der Realschule als geplantem Standort für die Gemeinschaftsschule räumliche Erweiterungen, unter anderem um eine Mensa, vornehmen muss.

Antrag nachbessern

Dem entgegen steht der Beschluss des Rates, keine Kredite für investive Maßnahmen aufzunehmen. «Wir sind aber zuversichtlich, eine Lösung zu finden», sieht die Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter auch nach dem Gespräch in Köln Wege, um den Antrag auf Errichtung einer Gemeinschaftsschule nachzubessern. Andererseits ist der Monschauer Bürgermeisterin auch klar, dass die Fördermittel nicht automatisch Monschau zugeordnet worden wären, selbst wenn Simmerath für den Vorschlag der Umwidmung offen gewesen sei.

Nun werde man «in aller Ruhe» das Genehmigungsverfahren abwarten. Nach wie vor stehe für die Stadt Monschau der Elternwille im Vordergrund. Daher sei man auch weiterhin zuversichtlich, dass in Monschau eine Gemeinschaftsschule «genehmigt und errichtet wird.»

Nach wie vor wünsche sie sich auch eine gemeinsame Trägerschaft mit Simmerath, auch wenn sie inzwischen den Eindruck gewonnen habe, dass man sich in Simmerath in Teilen der Politik nicht mehr mit einer gemeinsamen Gemeinschaftsschule identifiziere.

Quelle: Eifeler Zeitung

 

Verwaltungsgericht stoppt Gemeinschaftsschule

Arnsberg/Finnentrop

Einen echten "Hammer" präsentierte am Montag das Verwaltungsgericht Arnsberg:
Die Errichtung einer Gemeinschaftsschule in Finnentrop wurde vorläufig gestoppt.

Mit Beschlüssen vom 8. April hat das Gericht den Eilanträgen der benachbarten Städte Attendorn und Lennestadt stattgegeben und die aufschiebende Wirkung ihrer Klagen gegen die Genehmigung der Gemeinschaftsschule durch das Schulministerium des Landes wiederhergestellt.

Grundsätzlich berechtigt

Zur Begründung hat das Gericht im Wesentlichen laut einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung ausgeführt, benachbarte kommunale Schulträger seien grundsätzlich berechtigt, eine Verletzung ihres kommunalen Selbstverwaltungsrechts auch gegenüber der Genehmigung von Schulversuchen bzw. Versuchsschulen geltend zu machen.

Bei vorläufiger Bewertung erweise sich die der Gemeinde Finnentrop erteilte Genehmigung als rechtswidrig. Sie lasse sich nicht auf die vom Schulministerium herangezogene Regelung über Schulversuche in Paragraph 25 Absatz 1 des Schulgesetzes und auch nicht auf die zusätzlich zu beachtende Vorschrift über Versuchsschulen in Absatz 2 stützen. Diese Bestimmungen ermöglichten lediglich ergebnisoffene Schulversuche als atypische Ausnahmen. Das fragliche Vorhaben sei jedoch - unabhängig davon, wie viele entsprechende "Schulversuche" gegenwärtig verwirklicht würden - Teil einer systematischen, über punktuelle Projekte hinausgehenden Einführung einer neuen Schulform, wie sich aus der Koalitionsvereinbarung und dem Runderlass des Ministeriums vom 21. September 2010 ergebe. Ein derartiges Vorhaben unterliege dem Vorbehalt des Gesetzes; es erfordere ein entsprechendes verfassungskonformes formelles Gesetz, das in diesem Fall nicht vorhanden sei.

Nicht rechtskräftig

Aber auch gemessen an vorhandenen gesetzlichen Bestimmungen, so die Arnsberger Richter weiter, sei die Genehmigung rechtswidrig, weil das Ministerium das ihm zustehende planerische Ermessen nicht ordnungsgemäß ausgeübt habe. Die Beschlüsse des Arnsberger Verwaltungsgerichts sind nicht rechtskräftig. Über eine Beschwerde hätte das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster zu entscheiden. Die vollständigen anonymisierten Entscheidungen sind in Kürze in der Rechtsprechungsdatenbank "nrwe" abrufbar.

Quelle: Siegener Zeitung


CDU bietet Rot-Grün erneut Schulfrieden an

Dienstag, 12. April 2011

Oliver Wittke und Karl-Josef Laumann: Angebot für Schulfrieden in NRW


Partei und Fraktion der CDU Nordrhein-Westfalen haben heute angekündigt, die Partei- und Fraktionsvorsitzenden der im Landtag vertretenen demokratischen Parteien und die Schulministerin zu Konsensgesprächen über eine Reform des Schulsystems einzuladen.

Hintergrund ist das Urteil des Verwaltungsgerichts Arnsberg, das aufgrund der fehlenden Rechtgrundlage die Gründung einer Gemeinschaftsschule im sauerländischen Finnentrop gestoppt hatte. Das Urteil zeige, dass die Minderheitsregierung mit ihrem Vorhaben, die Einheitsschule mittels Schulversuchen einzuführen, gescheitert sei, sagten der Fraktionsvorsitzende der CDU im nordrhein-westfälischen Landtag Karl-Josef Laumann und der Generalsekretär der CDU Nordrhein-Westfalen Oliver Wittke heute bei einer Pressekonferenz.

Gesprächsangebot über Schulkonsens

Auf Einladung des Landesvorsitzenden der NRW-CDU Norbert Röttgen und des Fraktionsvorsitzenden der CDU im nordrhein-westfälischen Landtag Karl-Josef Laumann soll nach der Osterpause mit allen im Landtag vertretenen demokratischen Parteien sowie der Schulministerin ein Gespräch stattfinden, in dem es darum geht, wie man zu einem Schulfrieden für Nordrhein-Westfalen kommen könne. Aus Sicht der CDU sei Voraussetzung für einen Schulfrieden, dass es auch in Zukunft ein vielfältiges Schulsystem in Nordrhein-Westfalen geben werde, betonten Laumann und Wittke.

Wittke: „Schulpolitik aus den Gerichtssälen holen“

Schulpolitik müsse verlässlich sein, ergänzte Generalsekretär Wittke. Daher gehe es bei dem Gespräch auch darum, die „Schulpolitik aus den Gerichtssälen zu holen“. Angesichts der Überarbeitung der schulpolitischen Positionen der NRW-CDU mit dem Parteitagsbeschluss in Siegen erwarte man nun von Rot-Grün, sich in der Schulformdebatte ebenso zu bewegen. Die CDU sei kompromissbereit, deswegen sei es nun an der Zeit, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen, so Wittke.

Laumann: Rechtssicherheit für Eltern und Schüler

Auch Laumann kritisierte, dass viele Schüler und Eltern, die sich für eine Gemeinschaftsschule entschieden hätten, nun verunsichert seien. Die Schulpolitik von Rot-Grün stehe „rechtlich nicht auf gutem Boden“. So könne zum heutigen Zeitpunkt niemand sagen, ob die geplanten Schulen ihre Arbeit zum Beginn des Schuljahres aufnehmen könnten. Deswegen gehe es nun darum, Rechtssicherheit zu schaffen. Die CDU strebe eine Entscheidung an, die über eine Legislaturperiode Bestand hat, so Laumann.

Gutachten: Regelschule nicht über Schulversuch einführen

Gleichzeitig stellte Laumann ein Gutachten des früheren Staatssekretärs im Schulministerium Günter Winands vor. Dieses Gutachten stelle unmissverständlich fest, dass eine Schulform über die im Gesetz eingeräumte Möglichkeit des Schulversuchs nicht als Regelschule eingeführt werden könne. Hierzu brauche es ein Gesetz. In dieser Form sei die Gemeinschaftsschule nicht mit der Landesverfassung in Einklang zu bringen, so Laumann.

 

Streit um Gemeinschaftsschule beschäftigt viele Bürger

13.04.2011

Nicht immer interessiert und fasziniert die Bürger das kommunalpolitische Tagesgeschäft in der Nordeifel. Die Standort-Diskussion zwischen den Kommunen Monschau und Simmerath um die künftige Gemeinschaftsschule ist derzeit aber das Thema Nummer eins in der Region.

Auch in den Diskussionsforen der Online-Seiten unserer Zeitung spiegelt sich die derzeitige Emotionslage wieder. Der Streit zwischen Monschau und Simmerath reißt alte Gräben wieder auf und schafft neue Barrieren einer künftigen Zusammenarbeit. Dass dabei das eigentliche Thema, nämlich die Schullandschaft in der Nordeifel im Sinne der Kinder und Eltern neu zu gestalten, fast in den Hintergrund tritt, ärgert auch viele Bürger.

«Ich hab schon lange resigniert. Es geht überall in der Politik nur noch um Image, Prestige und das Ego der einzelnen Politiker und schon lange nicht mehr um das Volk», kann man da lesen oder auch: «Wichtig ist, unserem künftigen Kapital - und das sind unsere Kinder - die beste Ausbildungsmöglichkeit zu geben. Wenn diese Parteisoldaten aus Simmerath nicht verstehen (ich bin aus Simmerath), dass es jetzt besser ist, das Geld im Sinne unserer Kinder umzuleiten, sollten wir sie mit Schimpf und Schande aus der Eifel jagen,» ärgert sich ein Bürger.

«Fangt endlich an zu sparen! Fangt endlich an normalen Menschenverstand zu benutzen!», ärgert sich ein anderer Bürger. Die Anregung der Monschauer Bürgermeisterin, zu prüfen, ob eine Umwidmung der Fördermittel für die Hauptschule Simmerath nach Monschau möglich sei, ist nicht für alle ein Grund, die Fassung zu verlieren. «Ich fass´ es nicht. Was poltern die denn rum? Frau Ritter hat doch lediglich im Interesse unserer Kinder angefragt, ob Mittel, die nicht im Kranzbruch benötigt werden, für die gemeinsame neue Gemeinschaftsschule genutzt werden können, und das freiwillig. Was hat das mit dem Tourismus zu tun. Ohne Frau Ritter wäre manches am Rursee so nicht entwickelt worden?»

Dazu heißt es an derer Stelle: «Gehe davon aus, dass Monschau endlich mal Geld aus der Simmerather Ecke dafür sehen will, dass die Simmerather Schüler seit Jahrzehnten auf Kosten von Monschau zu den Monschauer Schulen gekarrt worden sind!»

Immer wieder flammt der Ärger der Bürger über die Kommunalpolitiker auf: «Wacht endlich auf! Ihr erhöht unsere Steuern und verramscht den Sportplatz, um Schule, Schwimmhalle und Turnhalle zu bauen, obwohl nichts davon nötig ist!? Warum das Gezänk mit Monschau? Vertragt Euch endlich mit Monschau!»

Auch von Roetgener Bürgern gibt es Äußerungen zum Thema: «Der Unterschied ist, dass Monschau bereit war, den Elternwillen in jedem Fall zu akzeptieren. Simmerath nur wenn er positiv für Simmerath ausfällt.»

Viele, die sich an der Diskussion glauben, dass der Elternwille nicht ausreichend Berücksichtigung findet: «Warum habt Ihr dann uns Eltern überhaupt gefragt? Wird bei der ganzen Diskussion auch mal an die Kinder gedacht, die ständig die Schule wechseln sollen oder geht es nur um Geld, Gebäude und Prestige?», heißt es.

«Was soll das ganze Geschwafel?», heißt es an anderer Stelle: «Fakt ist doch bei dem ganzen Gezänk, dass die Simmerather Ratsvertreter noch nicht damit zurecht kommen, dass die ehemalige Mitarbeiterin Magga Ritter jetzt in Monschau Bürgermeisterin ist. Es entstehen jetzt Machtkämpfe zwischen Hermanns und Ritter.»

Andere Bürger können die Diskussion nur unter dem Gesichtspunkt bitter Ironie betrachten: «Heute morgen haben Bausoldaten am Gericht mit dem Bau einer Mauer begonnen, Visa für die Reise ins gegnerische Gebiet werden weder in Monschau noch in Simmerath erteilt!»

Quelle: Eifeler Zeitung

Anmerkung:

Die CDU ist offen für jede Kritik und Anregung.
Gerne laden wir jeden Bürger zu einem offenen Gespräch ein.
Allerdings erwarten wir Sachlichkeit und ein gewisses Maß an Fairness.
Anonyme Wortmeldungen - insbesondere von der Gegenseite - werden zwar gerne genutzt, geben uns aber keine Gelegenheit zur sachlichen Aufklärung.

 

Der Gipfel der Unverschämtheit

08.04.2011

Laut dem Bericht in der Lokalzeitung vom 07.04.2011 (s. unten) hat die Monschauer Bürgermeisterin Frau Regierungspräsidentin Gisela Walsken angeschrieben und aufgefordert, eine Reduzierung der bewilligten Landeszuschüsse zur Sanierung der Hauptschule Simmerath vorzunehmen und diese frei werdenden Mittel für einen Anbau der geplanten Gemeinschaftsschule in Monschau zu verwenden.

Diese Vorgehensweise der Monschauer Bürgermeisterin haben wir mit Befremden und Unverständnis zur Kenntnis genommen.

Es stellt schon einen einmaligen Vorgang dar, wenn eine Nachbarkommune, mit der man bisher in vielen Bereichen partnerschaftlich zusammengearbeitet hat, versucht, einem bewilligte Fördermittel während einer laufenden Maßnahme streitig zu machen.

Der Gipfel der Unverschämtheit ist jedoch, dass dieses Ansinnen, ohne vorher mit uns Simmerathern darüber zu sprechen direkt an die Bezirksregierung herangetragen wurde und das einen Tag, nachdem wir die gemeinsame Beantragung einer Gemeinschaftsschule beschlossen hatten.

Der Gemeinde Simmerath wurde mit Bescheid der Bezirksregierung Köln vom 23.09.2009 eine Zuwendung in Höhe von 4.455.000,00 € für die energetische und bauliche Sanierung des Gebäudes der Gemeinschafts-Hauptschule Simmerath mit Zweifach-Sporthalle bewilligt. Die Sanierung erfolgt im Passivhausstandard. Der erste Bauabschnitt ist nahezu abgeschlossen. Einzelne Aufträge für den zweiten Bauabschnitt sind bereits vergeben.

Der Bewilligungsbescheid enthält eine Zweckbindungsfrist von 10 bzw. 20 Jahren, wonach die sanierten Gebäudeteile für Zwecke der sozialen Infrastruktur genutzt werden müssen. Diese Auflage wird die Gemeinde problemlos auch ohne einen Standort als Gemeinschaftsschule erfüllen.

An dieser Stelle sagen wir nochmals ausdrücklich, dass der beste Standort für eine Gemeinschaftschule an einem Standort (Beschulung aller Schüler der Klassen 5-10) die jetzige Hauptschule Simmerath wäre. Hierzu hat die Stadt Monschau jedoch erklärt, diese Möglichkeit bei der Elternbefragung in keinem Fall zuzulassen, da sie sie einen Alleinstandort Simmerath selbst bei einem mehrheitlichen Votum der Eltern nicht akzeptieren werde. Der Dank dafür, dass wir diese Haltung zähneknirschend akzeptiert haben, ist nun das Begehren der Stadt Monschau, der Gemeinde Simmerath die Fördermittel für dieses Gebäude streitig zu machen und sie selbst zu vereinnahmen.

Durch eine E-Mail der Bürgermeisterin Ritter wurde Bürgermeister Hermanns am Tag nach der Simmerather Ratssitzung erstmalig über die Absicht der Stadt Monschau unterrichtet, prüfen zu lassen, ob Mittel, die für die Sanierung der Hauptschule Simmerath bewilligt wurden, auf die Gemeinschaftsschule in Simmerath übertragen werden können. In dieser E-Mail ist anders als im Zeitungsbericht an keiner Stelle die Rede davon, dass dies nur im Falle der Zustimmung Simmeraths in Betracht gezogen wird.

Darüber hinaus weist Frau Ritter in ihrer Mail darauf hin, dass die Stadt Monschau als Träger von 2 Schulen (und nicht die 3 Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath gemeinsam) die Gemeinschaftsschule alleine beantragen wird. Der Gemeinde Simmerath wird lediglich anheimgestellt, sich als Schulträger der Hauptschule Simmerath als eine Art Befürworter zu beteiligen.

Der Gemeinderat Simmerath hat am letzten Dienstag gem. Absprache der 3 Bürgermeister Eis, Hermanns und Ritter beschlossen, dass die Gemeinde Simmerath mit der Gemeinschafts-Hauptschule Simmerath am gemeinsamen Schulversuch „Gemeinschaftsschule“der Stadt Monschau, der Gemeinde Roetgen und der Gemeinde Simmerath als Mitantragsteller teilnimmt. Aus diesem Grunde ist es unverständlich, weshalb die Stadt Monschau jetzt wieder einen eigenen Antrag stellen will und lediglich ein gemeinsames Schreiben der 3 Bürgermeister/ Kommunen beigefügt werden soll.

In Kenntnis des von der Stadt Monschau beauftragten Schulentwicklungplanes ist die Aussage von Bürgermeisterin Ritter , wonach es in den ersten beiden Jahren keines Anbaus an der Elwin-Christoffel-Schule bedürfe, nicht nachvollziehbar. Das Gutachten der Stadt Monschau sagt aus, dass bei Vierzügigkeit 13 Klassen und Fachräume und bei Dreizügigkeit mindestens 5 Klassenräume an der Elwin-Christoffel-Schule fehlen.

Ob es vertretbar ist, dass eine Stadt mit einem Haushaltsdefizit von 8,4 Mio Euro in 2011, die sich darüber hinaus im Nothaushalt befindet, einen Schulanbau leisten möchte, wenn hierzu andere Alternativen vorhanden sind, dürfte fraglich sein.

Die Vorgehensweise der Stadt Monschau stellt für uns einen derartigen Vertrauensverlust dar, dass Simmerath in allen Bereichen so z.B. beim Wasserversorgungszweckverband und beim Volkshochschulzweckverband sowie bei der Monschauer Land-Touristik zu entscheiden hat, ob eine weitere Zusammenarbeit mit der Stadt Monschau im Interesse der Simmerather Bevölkerung noch sinnvoll ist.
 
Sollte die Stadt Monschau, wie sie es sich in den letzten Monaten stets auf die Fahnen geschrieben hat, tatsächlich in erster Linie das Kindeswohl im Auge haben, sollte Sie von ihrem Ansinnen Abstand nehmen und sich für den für unsere Kinder besten Standort, nämlich den alleinigen Standort in Simmerath entscheiden.


Karl-Heinz Hermanns, Bürgermeister
Bruno Löhrer, Fraktionsvorsitzender CDU
Siegfried Lauscher, stellv. Fraktionsvorsitzender SPD
Hermann-Josef Bongard, Fraktionsvorsitzender FDP
Stephan Weber, Fraktionsvorsitzender UWG
Günter Mießen, Fraktionsvorsitzender Bündnis90/Die Grünen

 

 

Monschau will Geld für Simmerather Hauptschule umwidmen

Stadt Monschau fragt bei Bezirksregierung nach, ob noch nicht abgerufene Fördermittel für die Sanierung des Gebäudes in Simmerath der Erweiterung der Elwin-Christoffel-Realschule dienen können.

06.04.2011 

Rund 7,5 Millionen Euro sind der Gemeinde Simmerath für die energetische Sanierung ihres Gebäudekomplexes Hauptschule zugesagt worden. Mit der Sanierung der Sporthalle steht der erste Bauabschnitt vor dem Abschluss.

Bevor nun weitere bauliche Maßnahmen am Schulgebäude selbst in Angriff genommen werden sollte, tritt die Nachbarkommune Monschau mit dem Vorschlag auf den Plan, dass geprüft werden solle, «ob für die eventuelle Erweiterung der Elwin-Christoffel-Realschule im Rahmen der Einrichtung einer Gemeinschaftsschule bereits bewilligte, aber noch nicht beauftragte Fördermittel für die Hauptschule Simmerath, umgewidmet werden könnten, soweit die Gemeinde Simmerath dem zustimmt». So formuliert es Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter in einem Schreiben an Regierungspräsidentin Gisela Walsken.

Aus Sicht der Stadt Monschau hat die Elternbefragung zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule für die Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath eine eindeutige Situation ergeben. Die Eltern hatten bei Standortfrage zu zwei Drittel einen alleinigen Schulstandort Monschau favorisiert.

Aus der Sicht von Margareta Ritter «besteht jetzt Klarheit», da sowohl die drei Schulkonferenzen wie auch die Eltern sich eindeutig entschieden hätten. Außerdem sei das positive Votum der Eltern für die
Einrichtung einer Gemeinschaftsschule «ein Riesenschritt.»

Die Frage nach der möglichen Umwidmung der Mittel von Simmerath nach Monschau bezeichnet die Monschauer Bürgermeisterin auf Anfrage der Lokalredaktion als eine logische Folgerung. «Man muss sich fragen, ob das Geld in Simmerath noch richtig angelegt wäre, bevor dies der Bund der Steuerzahler tut.» Unter anderem soll an die Hauptschule Simmerath, deren «beginnende Auflösung» der Rat beschlossen hat, eine Mensa angebaut werden.

Bei einer Unterbringung der Gemeinschaftsschule in der Elwin Christoffel-Realschule Monschau ist laut Margareta Ritter ein «minimaler Ausbau» erforderlich, der eine Million Euro nicht überschreite. In den ersten beiden Jahren bedürfte es überhaupt keiner baulichen Anpassung, erst bei Beginn der Vierzügigkeit sei zusätzlicher Raumbedarf gegeben.

Quelle Eifeler-Zeitung

 

Leserbrief in der Eifeler Zeitung

08.04.2011

Das Beste aus Niederlage machen

Bianca Förster aus Höfen schreibt zur Debatte über den Standort der Gemeinschaftsschule: Da meinte man doch tatsächlich, dass die Vernunft gewonnen hätte, was sich im mehrheitlichen Votum der befragten Eltern für einen Schulstandort ausdrückte.

Offensichtlich hatten auch viele Simmerather Eltern das Wohl ihrer Kinder für wichtiger gehalten als das Gezänk der Gemeinde Simmerath, unbedingt auch etwas vom Kuchen abhaben zu wollen. Für viele Simmerather ist es offensichtlich auch keine „Strafe“ nach Monschau zur Schule fahren zu müssen, da viele von Ihnen dies selbst jahrelang gemacht haben, nämlich zur Elwin-Christoffel-Realschule und zum St. Michael Gymnasium.

Alle Wogen, die im Vorfeld so hoch geschlagen waren, schienen durch das Ergebnis der Befragung geglättet worden zu sein. Und was passiert?

Der Gemeinderat Simmerath spricht zwar davon, das „Ergebnis zu akzeptieren“, lehnt aber gleichzeitig eine Beteiligung an einer Trägerschaft der Gemeinschaftsschule ab. Zudem sei „noch nicht das letzte Wort gesprochen“, man sei „eingesackt worden“, „Simmerath ist nicht gut aus der Sache herausgekommen“, es bleibe „ein bitterer Nachgeschmack“.

In einer Demokratie ist es eben so, dass Mehrheiten entscheiden. Demokratie heißt auch, Niederlagen einstecken zu können und das Beste daraus zu machen.


Sehr geehrte Frau Förster,

ihre Meinung, dass Simmerath unbedingt etwas vom Kuchen abhaben wolle und dafür Gezänk in Kauf nimmt ist unverständlich und nicht zutreffend. Simmerath war und ist immer zu einer fairen Kooperation zwischen zwei gleichberechtigten Partnern bereit.

Sicher verstehen Sie, dass die Simmerather Politik gegenüber der Bevölkerung verpflichtet und aufgerufen ist, alles daran zusetzen, damit auch in Zukunft ein Schulangebot der Sekundarstufe I in Simmerath erhalten bleibt.

Deswegen hat sich der Simmerather Gemeinderat bereits im Dezember 2010, einstimmig für eine gemeinsame Schule der Kommunen Monschau-Roetgen-Simmerath an zwei Standorten in Monschau und Simmerath ausgesprochen. Dabei hat Simmerath zurecht auf die hervoragende Simmerather Infrastruktur hingewiesen.

Erst und insbesondere die Erklärung der Monschauer Ratsfraktionen, dass allein Monschau als Standort in Frage kommt, erzeugte in Simmerath Verwunderung und Irritation.


Selbstverständlich akzeptieren wir den Elternwille und damit den alleinigen Standort Monschau.

Sie haben recht, wenn Sie schreiben: "In einer Demokratie ist es so, dass Mehrheiten entscheiden" Die Stadt Monschau hat erklärt, bei der Elternbefragung die Möglichkeit Simmerath als ein alleiniger Standort in keinem Fall zuzulassen, da sie sie einen Alleinstandort Simmerath selbst bei einem mehrheitlichen Votum der Eltern nicht akzeptieren werde. Soviel zum Demokratieverständnis.

Das wir uns zur Zeit nicht an einer Trägerschaft binden, liegt im nicht ausreichenden Raumangebot an der Elwin-Christoffel-Realschule und der damit verbundenen hohen unbestimmten Um- und Anbaukosten begründet. Wo doch in Simmerath alles bestens vorhanden ist.

Sehr geehrte Frau Förster,

spätestens seit dem gestrigen Tag (s. Bericht oben) werden Sie uns bestätigen, dass wir in dieser Frage umsichtig und verantwortungsvoll gehandelt haben.

 

Monschau/Simmerath

Gemeinschaftsschule in Simmerath wird noch nicht abgeschrieben

06.04.2011

Aus Sicht der Gemeinde Simmerath ist bei der Standort-Frage einer künftigen Gemeinschaftsschule Nordeifel noch nicht das letzte Wort gesprochen.
Zwar haben sich die Eltern bei einer Befragung mehrheitlich für einen alleinigen Standort Monschau ausgesprochen, aber erst das tatsächliche Anmeldeverhalten der Eltern zum Start des Schulversuchs ab dem Schuljahr 2012/13 werde Fakten schaffen, war die durchgängige Meinung im Gemeinderat.

So beschloss der Rat, angelehnt an einen Vorschlag der CDU, einstimmig, dass Simmerath mit seiner Hauptschule am gemeinsamen Schulversuch «Modellvorhaben Gemeinschaftsschule» mit Monschau und Roetgen teilnimmt. Ferner stellte der Rat fest, dass sich bei der Elternbefragung eine Mehrheit der Simmerather Eltern für zwei Schulstandorte in Monschau und Simmerath ausgesprochen habe. Das Gesamtergebnis der Befragung favorisiere zwar einen alleinigen Standort Monschau, was man auch akzeptiere.

Von einer Beteiligung an der Trägerschaft der Gemeinschaftsschule in Monschau sieht die Gemeinde Simmerath aber «zurzeit» ab, wurde bei drei Gegenstimme (zwei Grüne, eine UWG) beschlossen. Ausdrücklich hieß es aber weiter im Beschluss, dass sich Simmerath sodann an einer Trägerschaft beteiligen werde, wenn entsprechend dem Willen der Simmerather Eltern die Gemeinschaftsschule doch noch an zwei Standorten in Monschau und Simmerath eingerichtet werde.

Die vorausgegangene einstündige Debatte diente der Vergangenheitsbewältigung, richtete aber auch den Blick nach vorne.

So warb Grünen-Fraktionssprecher Klaus Stockschlaeder engagiert dafür, dass sich Simmerath bereits zum jetzigen Zeitpunkt an einer Trägerschaft beteiligen solle, um deutlich zu machen, «dass die Gemeinschaftsschule auch eine Simmerather Schule ist.» Wenn tatsächlich alle 334 Eltern, die für die Einrichtung einer Gesamtschule votiert hätten, dies auch umsetzten, «dann bekommen wir eine sechszügige Schule.» Für einen solchen Fall, prognostizierte Stockschlaeder, «wird Simmerath ohnehin Standort.»

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sah die Aussagekraft des Fragebogens zurückhaltender: «Es bleibt abzuwarten, ob das Votum auch später dem tatsächlichen Anmeldeverhalten entspricht.» Dies gelte insbesondere für die Roetgener Schüler. Wichtig sei es allerdings, dass die drei Kommunen gemeinsam den Antrag für die Teilnahme am Schulversuch stellten. «Das hat mehr Gewicht.»

Von einem «erwarteten Ergebnis» der Elternbefragung sprach CDU-Fraktionssprecher Bruno Löhrer. Das mehrheitliche Votum der Simmerather Eltern für zwei Schulstandorte gelte es aber zu würdigen, weshalb man erst dann in die Trägerschaft einsteige, wenn Simmerath Teil-Standort der Gemeinschaftsschule werde.

«Simmerath ist nicht gut aus der Sache herausgekommen», blickte Franz-Josef Hammelstein (SPD) auf die Schuldebatte zurück. Man sei von Monschau «eingesackt» worden. «Vielleicht haben wir uns zu früh positioniert.» Für Hammelstein blieb ein «bitterer Nachgeschmack» zurück, insbesondere aufgrund der gemeinsamen Erklärung aller Monschauer Fraktionen, die den Eindruck erweckt habe, als habe man es in Simmerath «mit Lokalpolitikern» zu tun. Der Lammersdorfer Ratsvertreter zeigte sich überzeugt, dass «der Standort Simmerath, auch von den Räumen her, die bessere Lösung» gewesen wäre. Zu befürchten sei, dass am Standort Monschau «langfristig die Schüler fehlen.»

«Von Beginn an», zeigte sich Hermann-Josef Bongard (FDP) enttäuscht, habe Monschau auf dem Standort als Gemeinschaftsschule beharrt, und die Nachbarkommunen seien lediglich eingeladen worden, sich zu beteiligen. Daher sei es folgerichtig, wenn Simmerath derzeit von einer Trägerschaft absehe.

Auch für Ulrich Offermann (CDU) ist Simmerath als Teil-Standort für eine Gemeinschaftsschule noch lange nicht aus dem Rennen, spielte er auf das für eine Gemeinschaftsschule nicht ausreichende Raumangebot an der Elwin-Christoffel-Realschule an. «Die Fakten» des Raumgebotes in Simmerath und Monschau seien auch die Bezirksregierung bekannt. Diese Frage werde bei der Genehmigung und der möglichen Gewährung von Zuschüssen «sicher eine Rolle spielen.»

Quelle: Eifeler Zeitung

Hauptschule: Die Auflösung beginnt

Was mit den bisher sechs Anmeldungen an der Hauptschule Simmerath für das kommende Schuljahr geschieht, ist noch unklar: Fest steht aber, dass der Auflösungsprozess beginnt. Nach dem 31. Juli 2012 werden keine Neuanmeldungen mehr entgegengenommen. Sicher ist auch, dass alle Schüler bis zum Ende ihrer Schullaufbahn an der Hauptschule Simmerath beschult werden, beschloss der Gemeinderat, unabhängig davon, ob zwischenzeitlich eine Gemeinschaftsschule eingerichtet wird.

 

Gemeinschaftsschule

Votum Standort:

Gesamtergebnis alle Stimmen
(Monschau-Roetgen-Simmerath):


391 für einen Standort
158 für zwei Standorte

Damit ist klar, die Eltern würden mehrheitlich ihre Kinder an einer Gemeinschaftsschule mit einem Standort in Monschau (Klassen 5-10) anmelden.


Ergebnis nur Simmerath:

104 für einen Standort
137 für zwei Standorte

 

Monschau/Simmerath

Umfrage:
Gemeinschaftsschule in Monschau gewünscht

05.04.2011

Das ebenso politisch wie auch pädagogisch in den zurückliegenden Wochen heftig diskutierte Thema einer Gemeinschaftsschule Nordeifel kann in wesentlichen Punkten abgehakt werden.

Eine in der vorigen Woche vorgenommene Elternbefragung ergibt ein klares Votum für die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule. Seitens der Stadt Monschau soll nun umgehend die Teilnahme am NRW-Schulversuch ab dem Schuljahr 2012/13 bei der Bezirksregierung beantragt werden.

Die Befragung ergab noch einem anderen Punkt Klarheit: Lässt man die Fragebögen ohne Votum außen vor, dann sprachen sich mehr als zwei Drittel für einen alleinigen Standort der Gemeinschaftsschule in Monschau aus. 391 Eltern (71,2 Prozent) favorisierten diesen Schulstandort, während 158 (28,8 Prozent) sich für einen geteilten Standort der Gemeinschaftsschule in Simmerath (5. und 6. Klasse) bzw. Monschau (Klasse 7-10) aussprechen.

Die drei Nordeifeler Bürgermeister, Margareta Ritter aus Monschau, Karl-Heinz Hermanns (Simmerath) und Manfred Eis (Roetgen) präsentierten am Montag in Monschauer Rathaus im Beisein der Arbeitsgruppe aus Vertretern der weiterführenden Schulen das Ergebnis der Elternbefragung, das die Monschauer Schulverwaltung in Rekordzeit ausgewertet und grafisch dargestellt hatte.

Margareta Ritter freute sich über das deutliche Votum der Eltern, die die Gemeinschaftsschule und deren pädagogisches Konzept als Alternative anerkannt hätten, dies auch vor dem Hintergrund dass die drei Eifelkommunen bis 2017 rund 700 Schüler verlieren werde. Das Interesse an der künftigen Gestaltung der Schullandschaft werde auch dadurch bestätigt, dass fast 90 Prozent der Fragebögen ausgefüllt zurückkamen. Befragt worden waren Eltern, deren Kinder jetzt das zweit und dritte Grundschuljahr besuchen.

So sprachen sich von den insgesamt 611 Beteiligten an der Aktion fast 55 Prozent für eine Gemeinschaftsschule aus, knapp 43 Prozent sprach sich dagegen aus.

Noch differenzierter sollen in den nächsten Tage die Nein-Stimmen betrachtet werden, denn das Eltern-Votum für den Wechsel ihrer Kinder zum Gymnasium wirkte sich im Ergebnis als Votum gegen eine Gesamtschule aus.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns meinte, man müsse nun abwarten, wie viele Anmeldungen tatsächlich zum übernächsten Schuljahr an einer Gemeinschaftsschule erfolgen würden, «aber die Zahlen sprechen für eine Akzeptanz.» Differenzierter sah er die Standortfrage, da sich von 273 Befragten in der Gemeinde Simmerath 137 für zwei Schulstandorte und 104 für einen Standort ausgesprochen hätten (im Stadtgebiet Monschau waren 195 für einen Standort, 9 für zwei Standorte und in Roetgen 92 für einen und 12 für zwei Standorte).

Quelle: Eifeler-Zeitung

 

Simmerath

Gemeinschaftsschule

02.04.2011

„Standortfrage wichtig aber nicht entscheidend“
Simmerather Grüne zur Gemeinschaftsschule

Bei ihrer Haltung zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule Nordeifel legt die Grünen-Fraktion Simmerath Wert auf die Feststellung, dass bei der Beratung im Schulausschuss Gisela Kampshoff-Enderle nicht gegen eine Kompromisslösung mit zwei Schulstandorten gestimmt habe, sondern lediglich den Passus im Beschlussvorschlag („Sollte das Ergebnis der Elternbefragung keinen Schulstandort in Simmerath zur Folge haben, sieht die Gemeinde von einer Beteiligung an der Trägerschaft der Gemeinschaftsschule in Monschau ab“) abgelehnt habe. Gisela Kampshoff-Enderle: Die Fraktion möchte auch auch für diesen Fall eine gemeinsame Trägerschaft suchen, um die Gemeinschaftsschule für die Region zu stärken.“

Eine Gemeinschaftsschule bedürfe der Unterstützung aller drei Kommunen, um erfolgreich zu sein, heißt es weiter in der Stellungnahme. „Wir Simmerather Grünen wünschen die Gründung dieser Schule, und zwar nicht nur als aus der Not heraus geboren, sondern weil sie ein neues zukunftsweisendes Modell für eine bessere Bildung unserer Kinder ist und eine große Chance für unsere Region. Wir favorisieren diese Schule, durchaus auch mit zwei Standorten oder gar am Standort Simmerath. Letzteres würde unseren Kindern die langen Fahrtzeiten verkürzen.

Sollten sich die Eltern bei der anstehenden Elternbefragung jedoch mehrheitlich gegen eine Schule mit zwei Standorten aussprechen, so werden wir das respektieren, ohne jedoch das übergeordnete Ziel aus den Augen zu verlieren, nämlich als Gemeinde an der Gründung dieser zukunftsweisenden Schule hier in der Nordeifel beteiligt zu sein.“ Man werde sich weiterhin dafür einsetzen, eine gemeinsame Trägerschaft mit Monschau und Roetgen für die Gemeinschaftsschule zu bilden. Die Inhalte könnten in einem nächsten Schritt ausgehandelt werden.

Gisela Kampshoff-Enderle: „Nur eine Gemeinschaftsschule mit großem Rückhalt in der Bevölkerung der gesamten Nordeifel kann erfolgreich sein.“ Die Standortfrage ist wichtig, aber nicht entscheidend.“


Leserbriefe aus der Eifeler Zeitung zur Gemeinschaftsschule

Pädagogisch äußerst nachteilig
Georg Lammerich aus Neuss und Monschau nimmt zu Leserbriefen von Kristina Merten und Hajo Dautzenberg wie folgt Stellung: Fakt ist: Die Gemeinschaftsschule in Blankenheim und Nettersheim hat zwar zwei Standorte, es werden aber an beiden Schulen alle Klassen unterrichtet, von Klasse 5 bis Klasse 10. Eine Verteilung von einzelnen Jahrgangsstufen auf die Standorte findet nicht statt.

Nur so kann sich eine Schulgemeinschaft bilden und können die Schüler der verschiedenen Klassenstufen voneinander profitieren. Klasse 5 bis 7 und 8 bis 10 an zwei Standorten in mehr als zehn Kilometer Entfernung ist pädagogisch und organisatorisch äußert nachteilig. Vielleicht sollte die Politik endlich dazu übergehen, ehrlich gegenüber den Bürgern zu sein, die Fakten offen legen und sie in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.

Kinder stehen im Hintergrund
Diana Johnen aus Lammersdorf schreibt über die Informationsveranstaltung zum Thema Gemeinschaftsschule. Ich war am Mittwoch auf der Infoveranstaltung zum Thema „Gemeinschaftsschule“ in Simmerath und war entsetzt über die extrem politische Diskussion der Standortfrage. Leider kam es so rüber, dass für die Politiker das pädagogische Konzept und die Zukunft der Kinder im Hintergrund stehen.

Es wurde an dem Abend die ganze Zeit nur von Entfernungen gesprochen und darüber, dass die Schüler wegen der hohen Entfernung abwandern.

Ich glaube nicht, dass das der einzige Grund ist. Meiner Meinung nach schauen sich Eltern die Schulen ganz genau an und entscheiden sich wegen des Konzepts und der Qualität für die Schule und nicht nur wegen der Entfernung.

Ich denke, wenn das Konzept und „Ruf“ der Schule gut sind, werden auch die Schüler kommen (das beste Beispiel ist doch die St. Ursula Realschule).

Den vier Schulleitern möchte ich noch ein Kompliment aussprechen, dass sie in so kurzer Zeit ein so gutes Konzept erarbeitet haben. Wenn das so umgesetzt wird, glaube ich, ist die Gemeinschaftsschule ein Gewinn für unsere Region.

Quelle: Eifeler-Zeitung

 

Simmerath

Gemeinschaftsschule
Von der Standortfrage kaum zu trennen

Gemeinschaftsschule für die Nordeifel:
Bei der Infoveranstaltung für Eltern in Simmerath spielte auch die politische Note mit.

Am Montag sind alle schlauer: Dann liegt das Ergebnis der Elternbefragung zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule Nordeifel zum Schuljahr 2012/13 vor. Eine Vielzahl von Fragebögen sind bereits ausgefüllt worden, während andernorts noch Informationsveranstaltungen für Eltern laufen. Die Befragung der Eltern soll nicht nur Aufschluss darüber geben, ob eine Gemeinschaftsschule überhaupt Akzeptanz findet, sondern auch die in den zurückliegenden Wochen heftig diskutierte Standortfrage der neuen Schule klären. Bekanntlich möchte die Stadt Monschau die Gemeinschaftsschule in der Elwin-Christoffel-Realschule ansiedeln, während die Gemeinde Simmerath ihr Hauptschulgebäude ins Gespräch bringt, zumindest als Teil-Standort für das 5. und 6. Schuljahr.

Der Elternwille zählt: Bei der abschließenden Informationsveranstaltung zur Einrichtung einer
Gemeinschaftsschule Nordeifel in der Aula der Hauptschule Simmerath war das Interesse groß.
Foto: P. Stollenwerk

Nachdem in Monschau und Roetgen die Eltern der Grundschüler des zweiten und dritten Schuljahres bereits ins Bild gesetzt wurden, fand nun am Mittwochabend in der Aula der Hauptschule Simmerath die dritte Informationsveranstaltung für Eltern der Gemeinde Simmerath statt. Über zweieinhalb Stunden wurde unter der Moderation von Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns informiert und auch politisiert. Die Information über die pädagogischen Inhalte des so genannten Schulversuchs, der zum übernächsten Schuljahr gestartet werden soll, stand zwar im Mittelpunkt, war aber untrennbar mit der Standortfrage verbunden, die zuletzt die Diskussion überlagerte und auch bei Simmerather Info-Veranstaltung immer wieder aufkochte.

Rund 120 Eltern hatten sich eingefunden; auf dem Podium hatten die Vertreter der Kommunen Simmerath und Monschau sowie die Projektgruppe Gemeinschaftsschule, bestehend aus Vertretern der vier weiterführenden Schulen, Platz genommen.

Die Notwendigkeit einer Veränderung der Schullandschaft, auch in der Nordeifel, wird mit Blick auf die demographische Entwicklung, jedem deutlich. Auf der Grundlage dieser Prognose gab die Stadt Monschau auch einen kommunenübergreifenden Schulentwicklungsplan in Auftrag, der von Andrea Compes von der Monschauer Schulverwaltung erläutert wurde. Dass die Zahl der Grundschüler in den den drei Eifelkommunen Monschau, Simmerath und Roetgen von 2005 (1800 Schüler) bis zum Jahr 2025 auf 1200 zurückgehen wird, ist nicht zu leugnen. Wenn man ferner betrachtet, dass inzwischen 51 Prozent aller Grundschüler zum Gymnasium wechseln, 31 Prozent zur Realschule und nur noch neun Prozent zur Hauptschule, lässt sich daraus ablesen, dass die Eltern die Hauptschule abgewählt haben.

„Handlungsbedarf“ sah auch Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. Daher habe auch die Schulkonferenz der Hauptschule Simmerath beschlossen, sich dem auf auf sechs Jahre angelegten Schulversuch anzuschließen. Dies allerdings auf der Grundlage des jüngsten Beschlusses der Schulausschusses, der das Hauptschulgebäude wegen seines Raumkonzeptes als geeigneteren Standort für eine Gemeinschaftsschule sehe, zumindest als Teil-Standort. Wichtig für Simmerath sei es, weiterhin ein Schulangebot der Sekundarstufe I vorzuhalten, warb Hermanns um Verständnis. „Das richtet sich nicht gegen Monschau.“ Das Hauptschulgebäude mit insgesamt 46 Klassen- und Fachräumen werde nach erfolgter Sanierung im Sommer 2012 nebst neuer Sporthalle und Schwimmhalle in einem „Top-Zustand“ sein.

Diese räumliche Voraussetzungen würden in Monschau laut des in Auftrag gegebenen biregio-Gutachtens weder an der Realschule noch an der Hauptschule erfüllt. Als weitere Argumente für Simmerath brachte Hermanns eine Entfernungs-Kilometer-Tabelle in Gespräch, die Simmerath als den zentraler gelegenen Standort ausweise, wie auch den Gedanken ein, dass ein Gemeinschafts-Schulstandort Simmerath auch noch für Kinder aus Schmidt und Vossenack interessant sei.

„Wir glauben, dass eine Gemeinschaftsschule mit einem Standort in Simmerath besser angenommen wird.“

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter betonte, dass der Schritt zur Gemeinschaftsschule „alternativlos“ sei. Er könne aber nur gelingen, wenn man Vertrauen bei den Eltern schaffe. Monschau werde bei entsprechendem Elternwillen auch zwei Standorte mittragen, „auch wenn das pädagogisch schwierig ist.“ Es stelle sich aber die Frage, „ob die Simmerather Eltern sich abwenden, wenn es nur einen Standort Monschau gibt.“ Ihr Wunsch sei es nach wie vor, dass sich Simmerath mit der Hauptschule am Schulversuch beteilige.

Nachdem die Projektgruppe dann ausführlich und detailliert die pädagogischen Grundlagen einer Gemeinschaftsschule dargelegt hatte, schlossen sich zahlreiche Fragen von Eltern an, die Inhalte und Organisation der neuen Schulform betrafen, aber auch die Standortfrage blieb nicht außen vor, ebenso auch die Bedenken nach eventuell zu langen Fahrzeiten für Kinder bei einem Ganztagesbetrieb, der bei einer Gemeinschaftsschule verpflichtend ist. Eine Mutter forderte, dass „Monschau und Simmerath sich einig werden sollen“, ein Vater bezeichnete die Standort-Debatte als „traurig.“

Eine Mutter wollte auch wissen, warum im Fragebogen nicht auch die Alternative eines alleinigen Standortes Simmerath aufgeführt sei. Margareta Ritter: Dies würde eine „Zerschlagung der Realschule Monschau“ bedeuten. Karl-Heinz Hermanns: Rechtlich sei eine solche Lösung zwar möglich, sie werde am Veto-Recht Monschaus scheitern. (P. St.)

Info Gemeinschaftsschule pfd

Pädagogisches Konzept zur Gemeinschaftsschule pfd


Kommentar
Erste Runde vorbei

Gemeinschaftsschule noch lange nicht vom Tisch

Peter Stollenwerk

Das stetige Bemühen, die Diskussion um die Gründung einer Gemeinschaftsschule Nordeifel von der Standortfrage zu trennen, war zu spüren, aber bei der Infoveranstaltung für Eltern in Simmerath in der Aula der Hauptschule verspürte man nicht minder das politische Knistern zwischen den beiden Kommunen Monschau und Simmerath im Rennen um die besseren Argumente. Als infrastruktureller Vorteil, auch im Hinblick auf die demographische Entwicklung, ist ein attraktives Schulangebot für jede Kommune eine Art Lebensversicherung.

Die Standortfrage geht nun in den Endspurt. Das am Montag vorliegende Ergebnis der Elternbefragung wird entscheidende Erkenntnisse bringen, aber das Thema Gemeinschaftsschule hat das Zeug zum Dauerbrenner und ist noch lange nicht vom Tisch. Nur der Gong nach einer kampfbetonten ersten Runde hat geschlagen.

Quelle: Eifeler-Zeitung

 

Simmerath

Gemeinschaftsschule:

Simmerath sieht das bessere Raumkonzept

25.03.2011


Nicht gut zu sprechen war der Schulausschuss der Gemeinde Simmerath in seiner Sondersitzung auf das bisherige Vorgehen Nachbarkommunen Monschau beim Projekt Gemeinschaftsschule für die Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath. Die Diskussion über die Standortfrage hat inzwischen tiefe politische Gräben aufgerissen.

Zur Beruhigung trug da auch nicht eine noch kurz vor der Sitzung geführte Korrespondenz der beiden Verwaltungsspitzen bei.

Die Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter hatte darin noch einmal betont, dass für eine Gemeinschaftsschule ein alleiniger Standort an der Elwin Christoffel-Realschule (ECR) Monschau favorisiert werde. Die Gemeinde Simmerath sei aber mit ihrer Hauptschule eingeladen, sich ebenfalls am Schulversuch der Gemeinschaftsschule zu beteiligen.

An Deutlichkeit nichts vermissen ließ dann auch der Beschluss des Simmerather Schulausschusses, der weiterhin an zwei Standorten für eine Gemeinschaftsschule festhalten möchte. Man sei bereit einer Kompromisslösung zuzustimmen, wenn zumindest alle Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 aus Monschau, Roetgen und Simmerath komplett in Simmerath beschult würden, wurde bei einer Gegenstimme (Gisela-Kampshoff-Enderle/Grüne) beschlossen. Sollte das Ergebnis der Elternbefragung keinen Schulstandort Simmerath ergeben, werde man dieses Ergebnis akzeptieren, aber zugleich auch von einer Trägerschaft der Gemeinschaftsschule in Monschau absehen, hieß es weiter im Beschluss.

Aufhorchen ließ in der Sitzung, der auch einige Ratsvertreter aus Monschau beiwohnten, ein Leitfaden des NRW-Schulministeriums, der, so Josef Mohren (CDU), « bisher übersehen worden ist.» Darin heißt es, dass es in Zeiten rückläufiger Schülerzahlen kaum vertretbar sei, «auf der einen Seite neuen Schulraum zu bauen, während andernorts qualitativ gute Schulgebäude leer stehen.»

Daraus folgerte der Schulausschuss, dass zum Beginn des Schulversuchs im Schuljahr 2012/13 mit der Gemeinschaftshauptschule Simmerath ein den Belangen einer Gemeinschaftsschule «voll entsprechendes Gebäude» zur Verfügung stehe. Im Hinblick auf die Schülerzahlen (die überwiegende Zahl der zu erwartenden Gemeinschaftsschüler komme aus der Gemeinde Simmerath) und von den Raumkapazitäten her sah der Ausschuss die Hauptschule Simmerath «als den geeigneteren Standort.»

Fahrtkilometer errechnet

Bezug genommen wurde dabei auch auf den aktuellen Schulentwicklungsplan der Stadt Monschau, wonach sowohl im Hauptschulgebäude Monschau wie auch in der Elwin-Christoffel-Realschule die für eine Gemeinschaftsschule erforderlichen Räume nicht zur Verfügung stehen würden. Diese Situation, so hieß es im Ausschuss, könne bei der Genehmigung zum Problem werden. Zudem berichtete Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, dass laut Information des Städte- und Gemeindebundes zum nächsten Schuljahr 14 Gemeinschaftsschulen in NRW starten würden; für das Schuljahr 2012/13 würden zudem mehr als 40 weitere Interessensbekundungen vorliegen. Da das Land aber eine Obergrenze von 50 Gemeinschaftsschulen festgelegt habe, dürften einige Projekte nicht zum Zuge kommen.

Eine interessantes Detail zur Standortfrage hatte Siegfried Peeters (SPD) ausgearbeitet, indem er die Fahrtkilometer von den einzelnen Orten nach Monschau bzw. Simmerath auflistete. Aus dieser Aufstellung ergab sich, dass zwar vor allem die Kinder aus Höfen und Kalterherberg eine weitere Fahrstrecke in Kauf nehmen müssten, ansonsten aber Simmerath zentraler liege und daher die «nahe liegende Lösung» sei.

Bernd Goffart (CDU) fand nicht nur in den Geburtenzahlen (zuletzt 63 in Monschau und 111 in Simmerath) weitere Argumente, die für einen Standort der Gemeinschaftsschule in Simmerath sprechen würden. Ein Einstieg in Simmerath bringe mehr Zulauf, und aus Monschau ginge der Gemeinschaftsschule «kein Kind verloren», da sich in Monschau keine Alternativen böten, wohl aber für die Simmerather Kinder mit Angeboten in Nideggen, Kleinhau und Hürtgenwald.

Auch Günther Scheidt (CDU) sah eine 5. und 6. Klasse in Simmerath «hervorragend aufgehoben.» Für einen alleinigen Standort verfüge die Elwin-Christoffel-Realschule nicht über genügend Kapazitäten; allein schon für den Schulsport sei die dortige Sporthalle zu klein.

Emotional auf den bisherigen Verlauf der Verhandlungen reagierte Hermann-Josef Bongard (FDP): «Mit Monschau ist eine Kooperation einfach nicht hinzukriegen,» störte er sich an der «Arroganz, Monschau als alleinigen Schulstandort einzufordern.» Wenn Monschau seinen eigenen Weg gehe, «dann ist das Projekt zum Scheitern verurteilt.»

Tief saß der Stachel der Enttäuschung auch bei Ulrich Offermann (CDU): Er sei «unvorstellbar enttäuscht» über das Verhalten aus Monschau, die Nachbarkommune lasse jedes Feingefühl und den Willen zur Gemeinsamkeit vermissen. Es müsse doch wohl erlaubt sein, die Vorteile eines Schulstandortes Simmerath herauszustellen.

Alle Beteiligten, unabhängig von kommunaler Zugehörigkeit, haben erklärt, dass der Elternwille das Maß aller Dinge dafür sein, ob für die 5. und 6. Klasse ein Standort der Gemeinschaftsschule in Simmerath einegrichtet wird. Diese Befragung startet in der kommenden Woche.

Quelle: Eifeler-Zeitung

 

Roetgen

Das Interesse in Roetgen ist bisher überschaubar
Gemeinschaftsschule? Aachen ist nicht weit

24.03.2011

Ernst Schneiders

über einen Schulversuch und die Resonanz

Nimmt man die Infoveranstaltung zur Gemeinschaftsschule zum Maßstab, dann wird das Interesse an dieser neuen Schulform für die Nordeifel in Roetgen recht überschaubar bleiben. Kurz vor 18 Uhr am Mittwoch verloren sich die Protagonisten im großen neuen Bürgersaal, der seine erste offizielle Veranstaltung erleben sollte. Das Wort vom „Debakel“ machte die Runde. Dann kamen doch noch gut zwei Handvoll Eltern - nicht mehr, und das bei sieben in Frage kommenden Schulklassen.

Auch in der Eifel ist die Hauptschule ein Auslaufmodell. Für die Schulträger und Kollegien also dringender Anlass, über neue Formen schulischer Bildung nachzudenken. Das Ergebnis dieses Denkprozesses, von den beteiligten Schulleitern engagiert vorgetragen, klingt überzeugend. Um zu diesem Urteil zu gelangen, muss man nicht pädagogisch vorgebildet sein. Und auch Andrea Compes vom Schulamt der Stadt Monschau nimmt man es bedenkenlos ab, wenn sie sagt, dass an der Gemeinschaftsschule „viel Herzblut“ hängt.

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter spulte gewohnt souverän ihren Part ab, beantwortete bereitwillig alle Fragen aus dem Auditorium. Derer viele waren es nicht. Sie drehten sich unter anderem um Sinn und Unsinn zweier Standorte in Monschau und Simmerath. Pädagogisch sinnvoll, so Ritter mit Unterstützung von Realschulleiter Peter Groten, sei nur ein Standort. Allerdings habe sich die Simmerather Politik noch nicht positioniert, und entscheidend sei letztlich der Elternwille, der in der kommenden Woche abgefragt werden soll.

Skepsis wurde auch laut wegen des Begriffs „Schulversuch“. Sollte es in NRW in absehbarer Zeit Neuwahlen mit anschließend anderer politischer Farbenlehre geben, könne diese neue Regierung den Versuch doch einfach kippen, „und dann stehen wir da“.

Weil die derzeitige Minderheitsregierung nicht in der Lage sei, das Schulgesetz entsprechend zu ändern, spreche man von einem Schulversuch, „ein Begriff, mit dem ich auch nicht glücklich bin“, erklärte Bürgermeisterin Ritter und zeigte sich überzeugt, dass bis zum Start der neuen Schule im Jahr 2012 eine entsprechende Gesetzesänderung über die Bühne gegangen sei, nachdem sich auch die CDU mittlerweile bewege. Außerdem, fragte Monschaus Verwaltungschefin, „welche Landesregierung will sich gegen den erklärten Elternwillen stellen?“

„Die Gemeinschaftsschule ist das beste, was wir den Kindern antun können“, hatte Roetgens Bürgermeister Manfred Eis bereits bei der Begrüßung gesagt. Die spärliche Kulisse spricht eine andere Sprache, und sie ist wohl Roetgener Realität.

Aachen ist nicht weit, das Inda-Gymnasium in Kornelimünster quasi um die Ecke und die Gesamtschule Brand auch nur gut einen Steinwurf weiter entfernt. Viele Roetgener sind nach Aachen orientiert. Kinder, die die Gemeinschaftsschule besuchen, müssen dazu „in die Eifel fahren“. Klingt nach Tagestour.

So hat denn Margareta Ritters Bemerkung, mit dem Schulversuch „Roetgen näher an die Eifel zu rücken“, eine Bedeutung, die weit über die Schule hinausgeht.

Quelle: Eifeler-Zeitung


 

Simmerath

„Monschau ist traditionell die Schulstadt der Region“
Gemeinsames Papier der fünf Monschauer Ratsfraktionen zur Gemeinschaftsschule. Bei Standortfrage zählt Elternwille.

24.03.2011

„ Die Region wird gemeinsam gewinnen oder einzeln verlieren.“ Unter diesen Gedanken stellen alle fünf im Rat der Stadt Monschau vertretenen Fraktionen jetzt eine gemeinsame Position zur Schulentwicklung der weiterführenden Schulen und Sicherung des Bildungsangebotes in der Region. „Die Region muss hier ihre Kräfte bündeln, um ein attraktives und vielfältiges Bildungsangebot für unsere Kinder vorzuhalten,“ heißt es in dem von Micha Kreitz (CDU), Gregor Mathar (SPD), Werner Krickel (Die Grünen), Kurt Victor (FDP) und Reinhard Germ/Bürgerforum 21/Die Linke) unterzeichneten Papier.

Der Dank an alle, die sich bislang konstruktiv an diesem Prozess beteiligt hätten, gelte insbesondere den Schulleitungen und Kollegien der vier betroffenen Schulen in Monschau und Simmerath, aber auch dem Erprobungsstufenkoordinator des Gymnasiums. „Sein Appell in der Sache ist objektiv und im Interesse der Kinder getroffen worden. Wir nehmen ihn ausdrücklich in Schutz gegenüber den jüngsten unsachlichen Angriffen.“

Es gehe um die besten Bildungschancen für alle Kinder, „nicht um Ideologien oder standortbezogene Schaukämpfe.“ Entscheidend sei der Elternwille.

Das vorliegende, von allen Schulen gemeinsam erarbeitete Konzept der Gemeinschaftsschule gebe allen Kindern die Chance auf eine individuelle Schullaufbahn.

„Wir möchten die Gemeinschaftsschule in gemeinsamer Trägerschaft von Monschau, Simmerath und Roetgen führen. Wie dies konkret aussehen soll, muss in den nächsten Monaten noch erarbeitet werden,“ erklären die fünf Monschauer Fraktionsvorsitzenden. Monschau sei traditionell „die Schulstadt der Region“. Auch wegen der räumlichen Nähe und der engen pädagogischen Verzahnung zum Kooperationspartner St. Michael-Gymnasium solle Monschau der Standort für eine Gemeinschaftsschule sein.

Ein möglicher Teil-Standort der Gemeinschaftsschule in Simmerath für die Jahrgänge 5 und 6 „ist für uns nur denkbar, wenn die Eltern der zukünftigen Schülerinnen und Schüler dies mehrheitlich so wollen.“ Man werde den Elternwillen zur Standortfrage akzeptieren und wolle eine gemeinsame Schule mit den Nachbarkommunen. „Es verwundert uns, wenn andernorts Gemeinsamkeit nur gewünscht ist, wenn die Eltern so entscheiden, wie es den Lokalpolitikern passt,“ heißt es abschließend.

Quelle: Eifeler-Zeitung


 

Leserbrief Eifeler Zeitung vom 23.03.2011

„ Politischer Wille“ statt der bestmöglichen Lösung

Kristina Merten aus Imgenbroich schreibt zu den Berichten über die Simmerather Gemeinschaftsschule und die Anmerkung zum Bau eines eigenen Schwimmbades: „Bemerkenswert“ ist nicht, dass . . .

. . . sich ein Lehrer in einem Leserbrief zur Gemeinschaftsschule äußert. Meinungsfreiheit ist Teil unserer demokratischen Ordnung. Von einer Äußerung von „Lehrern“ und einer Positionierung des Gymnasiums kann bei einem einzelnen Leserbrief wohl keine Rede sein.

Bemerkenswert ist hingegen, dass . . .

. . . man in Simmerath die persönlichen Ansichten des Eingangsstufenkoordinators des Monschauer Gymnasiums und seine Ausführungen zu den Nachteilen einer Gemeinschaftsschule mit zwei Standorten als Positionierung des Gymnasiums bewertet.

. . . man sich über die ausführliche Erläuterung der Nachteile einer Gemeinschaftsschule mit zwei Standorten ärgert und als Konsequenz den Austritt aus dem Förderverein des Gymnasiums ankündigt.

. . . man keine Vorteile einer Gemeinschaftsschule mit zwei Standorten anführt und man seinen Wunsch nach einem Simmerather Standort der Gemeinschaftsschule damit begründet, dass an fünf Gemeinschaftsschulen in NRW ebenfalls zwei Standorte geplant seien. Bei einem genauen Blick auf diese Schulen würde man feststellen, dass es sich um nebeneinander liegende Schulen oder Schulen im selben Stadtteil handelt und die Umstände nicht vergleichbar sind.

. . . man statt in Kenntnis der sinkenden Schülerzahlen für die Gemeinschaftsschule die bestmöglichen räumlichen, organisatorischen und pädagogischen Voraussetzungen zu schaffen, wieder politische Interessen in den Vordergrund stellt.

. . . man entgegen den Empfehlungen, die Entscheidung der Eltern bezüglich der Gemeinschaftsschule nicht durch politische „Irritationen“ zu beeinflussen, dieses dennoch wiederholt tut.

. . . man in Simmerath für knapp sieben Millionen Euro ein Schulgebäude saniert, dessen Nutzung in der Zukunft unklar ist.

. . . man langjährige Verträge zur Abnahme von Fernwärme abschließt und dann die Sanierung nach Passivhausstandard eines der Fernwärme abnehmenden Gebäude beschließt, wodurch die benötigte Menge an Fernwärme sich um bis zu 80 Prozent reduziert.

. . . ein Fachmann vom deutschen Schwimmverband eine Empfehlung zu einem gemeinsamen Schwimmbad abgegeben hat, die ein Hallenbad mit einem Sechs-Bahnen- und 25-Meter-Becken und einem separatem Lehrschwimmbecken für die Anforderungen der Schulen, Vereine und Bürger der Kommunen Monschau und Simmerath mit Baukosten von rund 5 Millionen Euro als vollkommen ausreichend erklärt.

. . . man in Stolberg mit rund 57 000 Einwohnern im vergangenen Jahr im Hallenbad weniger als 66 000 Badegäste verzeichnen konnte und 570 000 Euro Defizit aufweist.

. . . man überzeugt davon ist, zwei Hallenbäder bei einer aktuellen Einwohnerzahl von rund 27 000 und einem prognostizierten Einwohnerrückgang bis 2030 um rund 4 000 Einwohner und dem damit einhergehenden Schülerschwund in den Gemeinden Monschau und Simmerath erfolgreich zu betreiben.

. . .man in Monschau verkündet, das neue Vennbad „ohne neue Kredite“ bauen zu können, aber sowohl in 2010 ein Haushaltsdefizit von über 8,5 Millionen Euro verzeichnete und für 2011 wieder 8,4 Millionen Euro Defizit entstehen.

. . . man in zwei benachbarten Kommunen neue Bäder plant, ohne die Bürger dieser Gemeinden dazu zu befragen.

Wirklich schade, dass es bei zahlreichen Entscheidungen nicht um die bestmögliche Lösung geht, sondern darum, umzusetzen, was politisch gewollt ist.

Das Wohl der Kinder steht im Vordergrund, Eltern entscheiden

Weder der Hauptschule Simmerath (5 Anmeldungen) noch der Hauptschule Monschau/Roetgen (8 Anmeldungen) ist eine Zukunft beschert; auch eine Zusammenlegung würde daran nichts ändern.

Die politisch Verantwortlichen der Gemeinde Simmerath stehen der Simmerather Bevölkerung gegenüber in der Pflicht und Verantwortung, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, damit auch in Zukunft eine Angebot der Sekundarstufe I für Simmerath erhalten bleibt.

Die CDU Simmerath hat sich in vielen Sitzungen intensiv und sehr ausführlich mit dem Thema Schule beschäftigt. Etliche Fachvorlagen wurden erörtert und aufgearbeitet.
Eine zukunftsfähige Option ist die Teilnahme am Modellversuch zur Einrichtung einer Gemein-schaftsschule für den Bereich Monschau, Roetgen und Simmerath mit gleichberechtigten Standorten in Monschau und Simmerath.

Die sanierte und modernisierte Hauptschule mit modernen Fach- und Aufenthaltsräumen, Mensa, Sporthalle, Schwimmbad und Sportplatz ist der ideale Standort für den Bereich Simmerath.

In Nordrhein Westfalen starten zum nächsten Schuljahr 17 Gemeinschaftsschulen. Sechs Schulen verfügen über zwei Standorte. Darunter Blankenheim/Nettersheim. Die Standorte dort liegen in einer Entfernung von ca. 12 km. Es ist also keineswegs so, wie Frau Merten schreibt, dass es sich um nebeneinanderliegende Schulen, bzw. Schulen in einem Stadtteil handelt.

Maßgebend für die Standortfrage sind weder politische Interessen, noch gibt es politische „Irritationen“ die eine Entscheidung beeinflussen. Allein der Elternwille ist entscheidend, weshalb diesbezüglich ein Elternentscheid per Umfrage durchgeführt wird.

Die Zukunft des Schul- und Sportzentrums Simmerath ist keineswegs ungewiss, sollten sich die Eltern mit Mehrheit gegen den Standort Simmerath entscheiden.

Nachdem die Entscheidung in Monschau, dass eigene Schwimmbad am vorhandenen Standort bereits frühzeitig gefallen ist, ist die Errichtung eines eigenen Schwimmbades für Simmerath konsequent und richtig. Simmerath braucht ein Schwimmbad, für den Schulsport, für die Bürger und Besucher.

Es ist unverantwortlich, wenn durch Leserbriefe mit wenig Sachkompetenz und Hintergrundwissen Stimmungen erzeugt werden, die nur zur Verunsicherung der Bevölkerung beitragen. Den Verfassern(innen) kann ich nur empfehlen, genauere Informationen einzuholen, anstatt permanent „ungefähres“ zu verbreiten.

Hajo Dautzenberg


 

Leserbrief Eifeler Zeitung vom 21.03.2011

Das ist Politik nach verstaubter Gutsherrenart

Ingo Mertens aus Monschau schreibt zum Bericht Gemeinschaftsschule: „Elternwille zählt“: Verwunderung und Verärgerung löst bei mir ebenfalls die Haltung der Simmerather CDU in der Diskussion um die Standortfrage einer Gemeinschaftsschule aus.

Soll denn nach ihrer Sicht die Demokratie und das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung abgeschafft werden, wenn die geäußerte Meinung nicht in den eigenen Kram passt, aber schwer wiegt, weil kompetent ist?

Wen soll man denn ihrer Ansicht nach hören und meiner Meinung nach auch befragen, wenn nicht die direkt betroffenen Lehrer, Eltern und Schüler, was ihrer Meinung nach das Beste ist und bei aller Diskussion letzten Endes heraus kommen solle? Ich finde es schon bedenklich, wie man als demokratische Partei mit kompetenten Meinungsäußerungen umgeht. Für mich hat das etwas von verstaubter Gutsherrenart, wo die eigenen Befindlichkeiten schwerer wiegen, als ein gutes von sozialer Kompetenz getragenes Miteinander aller Beteiligten.

So nach dem Motto, „und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag' ich dir den Schädel ein“ oder ich nehme dir wenigstens zuerst mal meine Förmchen in Form meines Fördervereinsbeitrages weg, dann kannst du gucken, womit du in Zukunft spielst!

Demokratie sei die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen, sagte einst Winston Churchill.

Das ist schon wieder mal so ein Theaterstück, mit dem der Bürger an der Nase herum geführt werden soll. Ich kann nur jedem betroffenen und interessierten Bürger raten, sich nach Möglichkeit breit gefächerte Informationen einzuholen und sich somit ein eigenes Bild in der Angelegenheit zu machen.

Zum Thema Schwimmbad sage ich nur, dass das Monschauer Bad auch ein Jahr früher geschlossen war und somit eher als in Simmerath reagiert werden musste. Der längst bestehende Abnahmevertrag von Fernwärme fand in der Diskussion kaum Beachtung. Warum nur? Mit dem Signalisieren von Gesprächsbereitschaft alleine ist es nicht getan.

Die CDU-Simmerath meint:
Elternwille ist keine Entscheidung nach Gutsherrenart


Zumindest bei der Simmerather CDU gibt es keine Tendenzen zum mittelalterlichen Regententum nach Gutsherrenart. Im Gegenteil, die Simmerather CDU ist offen für jede Kritik, Anregung und Meinungsäußerung, insbesondere auch die von Bürgerinitiativen.

Der Verfasser des Leserbriefes schreibt:

" Soll denn nach ihrer Sicht die Demokratie und das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung abgeschafft werden, wenn die geäußerte Meinung nicht in den eigenen Kram passt, aber schwer wiegt, weil kompetent ist?"

Das Gegenteil ist der Fall. Nicht zuletzt durch unseren bürgerfreundlichen Internetauftritt hat jeder Bürger die Möglichkeit, seine Meinung und Anregung frei zu äußern. Kompetente Meinungsäußerungen sind uns jederzeit herzlich willkommen. Dabei zeigen wir ein hohes Maß an Offenheit und Demokratieverständnis, indem wir auch die Meinungen ablichten, die uns nicht in den Kram passen.

Selbstverständlich sollen sich Lehrer, Schüler und Eltern zum Konzept und der Standortfrage äußern. Der Verfasser des Leserbriefes des Gymnasiums, Herr Leubner, Erprobungsstufenkoordinator (Klasse 5 und 6) ist gar nicht direkt betroffen. Er äußert sich unter anderem:

"
Ich kann nur hoffen, dass die Entscheidungsträger pädagogischen Erwägungen mehr Bedeutung beimessen als kommunalpolitischen Überlegungen. Zum Wohle der Schülerinnen und Schüler bitte ich alle Politiker die Diskussion über zwei Schulstandorte ad acta zu legen".

Gerade wegen unserer Offenheit und demokratischen Vorgehensweise, mittels Entscheidung durch die Eltern, weisen wir mögliche kommunalpolitische Überlegungungen auf schärfste zurück. Auch den über den Willen der Eltern hinweggehende Vorschlag, die Diskussion über zwei Standorte ad acta zu legen, lehnen wir ab.

Wie gesagt, für uns ist der Elternwille maßgebend, Vorgehensweisen nach Gutsherrenart lehnen wir ab.

 

 


Simmerath

Thema Gemeinschaftsschule

Die CDU Simmerath sieht in Monschau kein Interesse an einem zweiten Standort.
Verärgert über Positionierung des Gymnasiums.

17.03.2011

Die Pläne für die derzeit laufende Sanierung des Hauptschulgebäudes in Simmerath sehen auch die Errichtung einer Mensa (Zeichnung) vor. Von den Kapazitäten her biete das Gebäude beste Voraussetzungen als Teilstandort für eine Gemeinschaftsschule, ist die CDU Simmerath überzeugt.


Elternwille zählt

Wenn in Kürze die Entscheidung über die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule für die Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath fällt, dann ist auch für die CDU-Fraktion in Simmerath der Elternwille maßgebend, ob die neue Schule an einem oder zwei Standorten errichtet werden soll.
Dies betonte jetzt der Vorstand der Simmerather Mehrheitsfraktion, bestehend aus Bruno Löhrer, Bernd Goffart und Jens Wunderlich im Gespräch mit der Lokalredaktion.

CDU-Fraktions- und Partei-Spitze
Bruno Löhrer Jens Wunderlich Bernd Goffart

Ob es zu zwei Standorten für eine Gemeinschaftsschule in Monschau und Simmerath kommt, hängt für den Fraktionsvorsitzenden Bruno Löhrer allein vom Elternwillen ab. Doch bei der Infoveranstaltung in Monschau habe sich bereits abgezeichnet, dass der politische Wille in Monschau wohl auf einen Standort in Monschau hinauslaufe. Als «erstaunlich» empfindet es Löhrer, dass hier mit Blick auf Simmerath von einem «Neben-Standort» gesprochen worden sei.

Keine Akzeptanz?

Löhrer erinnert daran, dass der Erkenntnis, dass die Hauptschulen in Monschau und Simmerath keine Akzeptanz mehr bei den Eltern gefunden hätten, die Überlegung gefolgt sei, gemeinsam mit Monschau einen Zweckverband für eine Gemeinschaftsschule zu gründen. Darin sei man sich «bis auf den Standort» einig gewesen.

Da das Hauptschulgebäude in Simmerath «beste Voraussetzungen» biete, sei in Gesprächen mit der Bezirksregierung und den beiden Bürgermeistern die Standortteilung (5. bis 7. Klasse in Simmerath, 8. bis 10. Klasse in Monschau) als realistisch betrachtet worden, zumal von den derzeit 17 Gemeinschaftsschulen in NRW fünf an zwei Standorten angesiedelt seien.

Wenn aber nun der Elternwille entscheide und mehrheitlich ein Schulstandort in Monschau gewünscht werde, dann sei ein Zweckverband und damit auch eine Beteiligung an der Finanzierung «kein Thema» mehr.

Verwunderung und Verärgerung hatte bei der CDU Simmerath «die Einmischung» von Lehrern des St. Michael-Gymnasiums Monschau in die aktuelle Diskussion um die Standortfrage ausgelöst. Bruno Löhrer: «Ich kann mich nur wundern, dass sich das Gymnasiums zum jetzigen Zeitpunkt so klar für einen Standort positioniert.» Als persönliche Konsequenz kündigte er seinen Austritt aus dem Förderverein an.

Als «bemerkenswert» bezeichnete es auch die die Simmerather CDU-Spitze, dass ein von den Kapazitäten her geeignetes Gebäude wie die Hauptschule Simmerath möglicherweise ungenutzt bleibe, zumal auch der Leiter der Elwin-Christoffel-Realschule Monschau davon gesprochen habe, dass für die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule ein weiterer Ausbau des ECR, vor allem die Schaffung einer Mensa, erforderlich sei.

In einem zweiten Standort der Gemeinschaftsschule in Simmerath sieht Jens Wunderlich durchaus Vorteile, da Simmerath zentraler liege und damit auch das Einzugsgebiet vergrößert werde. Ein stärkerer Zulauf zur Gemeinschaftsschule wirke sich nicht zuletzt auch positiv auf die Zahl der Übergänger zum Monschauer Gymnasium aus.

Quelle: Eifeler-Zeitung

 


Monschau

17.03.2011

„Gemeinschaftsschule ist alternativlos“
In der Elwin-Christoffel-Realschule in Monschau ging es um den geplanten Schulversuch. Viele Eltern blieben skeptisch.

Offene Worte wollten die rund einhundert Eltern, die zu der abendlichen Informationsveranstaltung in die Elwin-Christoffel-Realschule gekommen waren, hören: Bürgermeisterin Margareta Ritter und Repräsentanten der Projektgruppe „Gemeinschaftsschule Monschau-Simmerath-Roetgen“ standen Rede und Antwort. Trotz mannigfaltiger Informationen blieben einige wesentliche Fragen offen.

Die Eltern aktueller Zweit- und Drittklässler waren mit einer großen Portion Neugier und auch etwas Skepsis gekommen. Vor der halbvollen Aula waren Bürgermeisterin Ritter, ihr Allgemeiner Vertreter Hermann Mertens und Andrea Compes vom Schulamt angetreten, um Aufklärungsarbeit zu leisten und für das neue Schulprojekt zu werben. Unterstützt wurden sie vom Schulleiter der Elwin-Christoffel-Realschule, Peter Groten, dem Konrektor der GHS Monschau-Roetgen, Franz-Josef Prümmer, dem Schulleiter der GHS Simmerath, Rolf Sieben, und dem Schulleiter des St.-Michael-Gymnasiums Monschau, Dr. Lothar Stresius.

„Kind der Not“

Dass die Gemeinschaftsschule nicht in erster Linie ein „Kind der Liebe“, sondern eher ein „Kind der Not“ ist, wurde im ersten Teil der Veranstaltung schnell deutlich. Andrea Compes vermittelte den Besuchern mit Hilfe einiger Diagramme und Kurven ein deutliches Bild über die demographische Entwicklung und den Rückgang zukünftiger Schülerzahlen in der Region. Aus dem umfangreichen Gutachten des beauftragten Büros „biregio“ ließ sich die Entwicklung deutlich ablesen. Die Hauptschulen bringen zur Zeit nicht einmal zusammen mehr die Mindestzahl bei den Schüler-Anmeldungen auf: Sie sind ein Auslaufmodell. Auch die CDU sei mittlerweile vom Festhalten an der Hauptschule abgerückt, erläuterte Bürgermeisterin Ritter die politische Genese des Schulprojekts.

Franz-Josef Prümmer von der GHS Monschau-Roetgen lobte die vorbildliche Zusammenarbeit aller Beteiligten und stellte fest: Ich bin überzeugt davon, dass eine Gemeinschaftsschule eine überzeugende Antwort auf die demographische Entwicklung ist.“ Diese Schule werde eine gebundene Ganztagsschule sein. In der Erprobungsstufe der Klassen 5 und 6 werde gemeinsam gelernt, ab Klasse 7 erfolge dann eine kooperative Form des Lernens nach den Stundentafeln der jeweiligen Schulformen. Es werde zusätzliche Klassenleiterstunden geben sowie Ergänzungsstunden, in denen eigenverantwortlich gelernt und gearbeitet werden solle.

„Aufstieg jederzeit möglich“

Peter Groten von der Elwin-Christoffel-Realschule betonte: „Jederzeit ist allen Schülern der Aufstieg vom Hauptschul- in den Realschulbereich möglich.“ Dieser hohe Grad an Flexibilität sei eine Stärke des vorgestellten Modells. Durch einen Kooperationsvertrag mit dem benachbarten St. Michael-Gymnasium werde der Wechsel für Schüler, die gymnasialen Standard erfüllten, erleichtert. Schulleiter Dr. Stresius: „Schüler mit einem qualifizierten Sekundar I-Abschluss werden von uns garantiert übernommen.“

Auf die Frage, welche Alternative denn zu dem vorgestellten Schulmodell bestünde, antwortete Margareta Ritter knapp: Für unsere Hauptschulen kommt das Ende, die Realschule wird zweizügig.“ Der Erregung im Publikum begegnete sie mit den Worten: „Wir entscheiden hier nicht über Kinder, sondern über ein Schulangebot.“ Insofern sei auch der offizielle Begriff „Schulversuch“ missverständlich und weise in eine falsche Richtung: „Für uns ist angesichts der heutigen Entwicklung die Gemeinschaftsschule alternativlos, wir können gar nicht mehr zurück!“

Schließlich folgte die Frage, die schon in den vergangenen Tagen für einigen Wirbel gesorgt hatte – die nach dem Standort der Schule. Genauer: ob die Klassen 5/6 einer zukünftigen Gemeinschaftsschule an einem anderen Standort unterrichtet werden sollten als die Klassen 7 bis 10. Margareta Ritter: „Das ist die einzige Frage, die noch offen ist.“

Nicht wenige Eltern schienen den Eindruck gewonnen zu haben, als seien ihre Kinder letztlich die, die durch das in letzter Zeit höchst unerquickliche Gerangel zwischen den beiden Nachbarn Monschau und Simmerath das Nachsehen haben könnten. Und blieb am Ende auch einiges an Skepsis. Diese richtete sich jedoch augenfällig weniger gegen das präsentierte Schulmodell oder den Enthusiasmus der Pädagogen, die ihr „Kind der Not“ durchaus lieben gelernt zu haben schienen. (Egl)


Axel Wirtz MdL

Simmerath-Monschau

14.03.2011

Gemeinschaftsschule für Monschau, Simmerath und Roetgen positiv

Im Hinblick auf die aktuelle schulpolitische Situation in der Eifel zählt das, was die Räte in den Kommunen für sich als geeignet ansehen. Das sagt mir meine kommunalpolitische Erfahrung. Deshalb findet die Entscheidung für die Gemeinschaftsschule meine volle Unterstützung.

Mit dem am Samstag vom CDU-Landesparteitag verabschiedeten schulpolitischen Leitlinien ´Jedem Kind gerecht werden´, bekennt sich die CDU klar zu einer Schulvielfalt, in der Eltern und Kinder wohnortnah die Schule wählen können, die dem Kind entspreche. Aufgrund der demografischen Entwicklung und Akzeptanzproblemen insbesondere von Hauptschulen müssen und wollen wir reagieren. So wäre eine Verbundschule wünschenswert gewesen, um einen gesonderten Hauptschulzweig anbieten zu können. Da jedoch die Kommunalparlamente und die Schulkonferenzen inklusive der darin vertretenen Eltern sich deutlich für eine Gemeinschaftsschule ausgesprochens haben, findet dies meine ausdrückliche Unterstützung.

Die CDU orientiert sich am Elternwillen, der insoweit auch in der Standortfrage (Klassen 5+6 in Simmerath?) gelten muss.

Es kommt hinzu, dass eine Verbundschule schon aus tatsächlichen Gründen deshalb ausscheidet, weil die erforderliche Anmeldezahl von 18 Schülern für die Eingangsklasse des Hauptschulzweiges nicht erreicht wird (es liegen nur 15 Anmeldungen vor). Dies wird sich auch erkennbar in den kommenden Jahren nicht zugunsten der Hauptsschule verbessern.

Es ist eine passgenaue und richtige Lösung für Monschau, Roetgen und Simmerath, eine Gemeinschaftsschule einzurichten, wobei eine intensive Zusammenarbeit mit dem städtischen St. Michael-Gymnasium in Monschau für alle Beteilgten Vorteile bringen wird.

 

Monschau

16.03.2011

Monschau akzeptiert auch zwei Schulstandorte
Gemeinschaftsschule:
Wie positioniert sich die Gemeinde Simmerath?
Die Elternbefragung gibt letztlich den Ausschlag.

„Das Separieren von Kindern im 5. und 6. Schuljahr ist pädagogisch nicht sinnvoll“, erklärte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt. Die Gemeinde Simmerath habe sich in dieser Frage noch nicht positioniert, und es stehe noch nicht fest, ob die Nachbargemeinde bei der Gemeinschaftsschule auf dem Modell der zwei Standorte beharre.

In der bisherigen Diskussion der Standortfrage habe sich, so eine Vorlage der Stadtverwaltung, herauskristallisiert, das mehrheitlich ein Standort favorisiert werde. Als weitere Möglichkeit sei ein zweigeteilter Standort mit den Klassen 5 und 6 in Simmerath sowie 7 bis 10 in Monschau diskutiert worden. Erkennbar nicht gewünscht sei ein Standort mit einer Beschulung ausschließlich Simmerather Kinder in den Klassen 5 und 6.

Nach Info-Abenden für die Eltern solle schließlich der Elternwille abgefragt werden. Sollte diese Abfrage ergeben, dass es Wille der Eltern sei, in Simmerath einen Standort zu behalten, dann, so Bürgermeisterin Margareta Ritter, müsse die Stadt Monschau bereit sein, diesem Elternwillen zu folgen. Die Verwaltungschefin: „Sollte Simmerath sich nach der Elternbefragung so positionieren, dass die Klassen 5 und 6 in Simmerath und der Klassen 7 bis 10 in Monschau beschult werden, dann sollten wir das machen.“

Ausschließlich versöhnliche Töne waren im Rathaus zu hören. CDU-Fraktionsvorsitzender Micha Kreitz: „Die CDU Monschau hat die Hand ausgestreckt. Jetzt sollten wir den Weg gemeinsam zu Ende gehen.“ Brigitte Olschewski, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende: „Das Konzept verträgt eigentlich keine zwei Standorte. Aber die SPD ist mit Bauchschmerzen bereit, sich auf die beiden Schulstandorte einzulassen.“ Werner Krickel, Fraktionssprecher der Grünen: „Wenn jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass die betroffenen Schulen ein solch hervorragendes Konzept erstellen würden, hätte man ihn einen Fantasten genannt.“

Mehrheit müsse Mehrheit sein, forderte der Grüne. Sobald die Auswertung der Elternbefragung vorliege und die Stimmen addiert seien, müsse jede Kommune bereit sein, das Votum zu akzeptieren. Krickel: „Wir müssen für die Eltern Sicherheit schaffen.“ (ess)

Quelle: Eifeler Zeitung

 


Leserbrief Eifeler Zeitung vom 12.03.2011

Gemeinschaftsschule unter einem Dach

Walter Leubner, Erprobungsstufenkoordinator (Klasse 5 und 6) am St. Michael-Gymnasium Monschau, nimmt Stellung zum Konzept für die neue Gemeinschaftsschule.

„Ich habe an der Informationsveranstaltung zum Thema Gemeinschaftsschule in der Elwin-Christoffel-Realschule teilgenommen. Sowohl die sachlichen Ausführungen der Projektgruppe »biregio« wie auch die engagierte und überzeugende Arbeit der betroffenen Schulleiter, die ein in sich stimmiges und transparentes pädagogisches Konzept für diese neue Schulform erarbeitet hatten, stießen – das war zumindest mein Eindruck – bei allen Entscheidungsträgem zu Recht auf breite Zustimmung.

In der sich anschließenden Diskussionsrunde kam dann jedoch ein Thema zur Sprache, das mich sehr beunruhigt und zu dem ich aus meiner Sicht Stellung nehmen möchte. Es geht um die Frage, ob die Klassen 5/6 einer zukünftigen Gemeinschaftsschule an einem anderen Standort unterrichtet werden sollen als die Klassen 7 bis 10. Gegen dieses Dependence-­Modell gibt es aus meiner Sicht erhebliche organisatorische und pädagogische Einwände.

Entsprechend dem bei uns praktizierten Fachlehrerprinzip wäre ein ständiges Hin- und Herfahren vieler Kollegen unvermeidlich, was verkehrs- und witterungsbedingt zu häufigen Verspätungen gegebenenfalls sogar zu Unterrichtsausfall führen würde. Schüler hätten zudem kaum eine Möglichkeit, in dringenden Fällen ihre Klassenlehrer zu erreichen. Dass dieses Modell zu völlig inakzeptablen Konsequenzen bei der Unterrichtsverteilung und bei der Stundenplangestaltung führen würde, bedarf hier wohl keiner weiteren Erläuterung.

Gerade in einer „Gemeinschaftsschule“ ist eine ständige Kommunikation, sind ständige Absprachen aller in diesen Klassen unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen unerlässlich. Nur so kann eine effektive pädagogische Arbeit gewährleistet werden. Wie aber soll das bei zwei Schulstandorten funktionieren?

Unterrichtsmedien und die Fachraumausstattung (z.B. Mikroskope für die Biologie) müssten in Klassenstärke doppelt angeschafft werden. Wer soll das bezahlen?

Und wie sollen z.B. Schülervollversammlungen organisiert werden? Mit der Abtrennung der Erprobungsstufe vom Rest der Schülerschaft wird zudem ein ganz wichtiges Grundprinzip der Gemeinschaftsschule mit Füßen getreten: das Gemeinschaftsgefühl. Diese Kinder würden zu „Inselbewohnern“, abgeschnitten vom Rest der Schule, ohne frühzeitige Integrationschance, ohne Kontakt zu „ihrer“ eigentlichen Schule.

Wer kann das gut heißen?

Im pädagogischen Konzept stellte Herr Groten einen wichtigen Baustein zukünftigen Lernens vor, nämlich dass ältere Schüler den Jüngeren bei fachlichen und zwischenmenschlichen Problemen hilfreich zur Seite stehen sollen. Wie soll das bei diesem Modell möglich sein? Die Integration der neuen Schüler wird häufig durch „Paten“ (Schüler aus höheren Klassen) unterstützt, die sich freiwillig um die Belange der „Kleinen“ kümmern. Sollen wir in Zukunft auf dieses soziale Engagement verzichten?

Viele Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse haben Geschwister oder Freunde in höheren Jahrgangsstufen, mit denen sie gemeinsam zur Schule fahren und sich in den Pausen treffen, auch das wäre in Zukunft unmöglich. Ich halte es für unabdingbar, dass sich alle Jahrgangsstufen unter einem Dach befinden. Dass die „Kleinen“ sich als Teil einer Gemeinschaft empfinden, in der sie selbst „größer“ werden können. Den „Schultorso“, den eine solche Entscheidung hinterlassen würde, können weder Schüler, noch Eltern und Lehrer ernsthaft befürworten.

Ich kann nur hoffen, dass die Entscheidungsträger pädagogischen Erwägungen mehr Bedeutung beimessen als kommunalpolitischen Überlegungen.

Zum Wohle der Schülerinnen und Schüler bitte ich alle Politiker die Diskussion über zwei Schulstandorte ad acta zu legen.

Gleiche Bedingungen für alle - Gemeinschaftsschule braucht zwei Standorte

Auch wenn er es so offen nicht sagt, redet Lehrer Leubner vom Gymnasium Monschau einem alleinigen Standort Monschau für die Gemeinschaftsschule das Wort – Simmerath und die Simmerather Schüler gingen damit leer aus.

Nicht nur sprengt Herr Leubner den Konsens der Schulleiter, die sich bewusst nicht zur Standortfrage geäußert haben. Seine Argumente für einen alleinigen Standort Monschau erweisen sich schnell als fadenscheinig:

1.) Sechs der 17 genehmigten Gemeinschaftsschulen in NRW haben zwei Standorte. Die Gemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim wirbt sogar offensiv mit dem Vorteil zweier Standorte. Warum sollte das dann also bei uns nicht möglich sein ?

2.) Auch bei alleinigem Standort Monschau könnten nicht alle Schüler in einem einzigen Haus untergebracht, sondern müssten auf verschiedene Gebäude verteilt werden. Sind das dann nicht ebenfalls zwei verschiedene Standorte ?

3.) Es gilt immer noch: Besser ist es, wenn Lehrer fahren als wenn Schüler fahren müssen. Steckt also hinter Leubners Gedanken nicht auch ein Stück Egoismus ?

4.) In Simmerath gibt es ein topmodernes Hauptschul-Gebäude, energetisch saniert und mit allen modernen Einrichtungen, auch Fachräumen, bestens ausgestattet. Sporthalle, Leichtathletik-Anlagen und bald auch das Schwimmbad befinden sich unmittelbar nebenan. Es könnte mehr Sportunterricht geben als die drei Wochenstunden, die das bisherige Konzept für die Gemeinschaftsschule lediglich vorsieht. Aus welchem Grunde sollte man diese hervorragende Ressource den Kindern unserer Region nicht zu Nutzen kommen lassen ?

5.) Für einen Lehrer sehr bedenklich ist Leubners Beispiel einer Mutter aus Konzen, die möglicherweise mit ihrem Pkw ein Kind nach Monschau und ein anderes Kind nach Simmerath fahren müsste. Vergisst Herr Leubner etwa, dass der Schülertransport durch Schulbusse erfolgt statt durch Privat-Pkws? Mehr Sorgen als Mütter mit Pkws machen mir die Kinder z.B. aus dem Rurtal, die über die volle Schulzeit per Bus nach Monschau kutschiert werden müssten, obwohl sie ebenso gut für einige Jahre in Simmerath unterrichtet werden könnten.

6.) Simmerath hat deutlich mehr Einwohner und auch deutlich mehr Schüler als Monschau. Warum sollte die Mehrheit der Schüler dann also dauerhaft in eine andere Kommune fahren, obwohl dies gar nicht nötig wäre? Selbst nach Auffassung der Bezirksregierung wäre es unbedenklich, die Klassen 5 bis 7 an dem einen Standort und die Klassen 8 bis 10 am anderen Standort zu unterrichten.

7.) Wenn wir es mit einer Gleichbehandlung der Kinder in unseren Kommunen ernst meinen, dann brauchen wir zwei gleichberechtigte Standorte für die Gemeinschaftsschule. Wer einem alleinigen Standort Monschau das Wort redet, bei dem ist es mit der viel gepriesenen Solidarität wohl nicht weit her.


Christoph Poschen
Ortsvorsteher Einruhr/Erkensruhr


Quelle: Eifeler Zeitung


 

Monschau

12.03.2011

Stadt Monschau informiert Eltern über Gemeinschaftsschule

Die Stadt Monschau möchte alle betroffenen Eltern und interessierte Bürger über das Modellvorhaben «Gemeinschaftsschule» informieren und hat deshalb für Mittwoch, 16. März, um 18 Uhr in die Aula der Elwin-Christoffel-Realschule, Wilhelm-Jansen-Straße 5 in Monschau, eingeladen.

In einem Schreiben an die Eltern der aktuellen Zweit- und Drittklässler der Monschauer Grundschulen heißt es: «Die allgemeine demographische Entwicklung mit einem Rückgang der Geburten macht auch vor der Stadt Monschau und der Region nicht Halt.

Mit den prognostizierten Schulanmeldezahlen ist es für die kommenden Jahre nicht mehr möglich, in den Hauptschulen eigenständige Schuleingangsklassen zu bilden. Der aktuell in Arbeit befindliche Schulentwicklungsplan für die weiterführenden Schulen zeigt auf, dass auch die Realschule mittelfristig von den sinkenden Schülerzahlen erfasst werden wird.

Angesichts dieser Perspektiven ist Handlungsbedarf gegeben. Oberstes Ziel der Stadt Monschau ist es, auch weiterhin dauerhaft eine wohnortnahe Beschulung unserer Kinder im Bereich der Sekundarstufe 1 zu ermöglichen.

Gemeinsam und ganztägig

Die Landesregierung NRW ermöglicht es nunmehr, im Rahmen eines Schulversuches so genannte Gemeinschaftsschulen einzurichten. In einer Gemeinschaftsschule werden alle Kinder im 5. und 6. Schuljahr gemeinsam und ganztägig in Orientierung an gymnasialen Standards unterrichtet. Darüber hinaus kooperiert die Gemeinschaftsschule mit einem Gymnasium.

Die Stadt Monschau möchte bei der Landesregierung einen Antrag stellen, in Monschau eine solche Gemeinschaftsschule zu errichten. Diese soll durch die Zusammenführung der Elwin-Christoffel-Realschule, der Gemeinschaftshauptschule Monschau-Roetgen und der Hauptschule Simmerath in Kooperation mit dem Städtischen St. Michael-Gymnasium errichtet werden und würde mit Beginn des Schuljahres 2012/2013 starten.

Verständlicherweise führen solche Änderungen teilweise zu Verunsicherungen bei den betroffenen Eltern. Daher bietet die Stadt Monschau als Schulträger eine entsprechende Informationsveranstaltung an.»

Nach der Informationsveranstaltung am 16. März werden über die Kinder ein Fragebogen und ein Informationsblatt zur Gemeinschaftsschule verteilt. Ziel dieser Befragung ist die Feststellung des Elternwillens, der ebenfalls zur Grundlage in diesem Entscheidungsprozess gemacht wird.

Quelle: Eifeler Zeitung

 

 

Monschau

Die Schul-Zukunft auf den Weg gebracht

01.03.2011

Die Gemeinschaftsschule Monschau-Simmerath-Roetgen ist auf dem Weg - das war die wichtigste Botschaft nach über drei Stunden Information und Diskussion am Montagabend in der Aula der Monschauer Realschule. Dort, an der Elwin-Christoffel-Realschule, wird der Schulversuch ab dem Schuljahr 2012/13, so scheint es, auf jeden Fall starten.

Die Frage ist aber, ob nur dort unterrichtet wird oder möglicherweise auch noch an einem zweiten Standort Simmerath. Denn alleine an dieser Frage schieden sich bei der großen Zusammenkunft aller drei Gemeinderäte am Montagabend die Geister.

1800 statt 2500 Schüler

«Die Region wird gemeinsam gewinnen oder einzeln verlieren». Diese Aussage aus dem aktuellen Schulentwicklungsplan schwebte auch mahnend über der zweiten Sitzung des großen Nordeifeler Stadt- und Gemeinderates, zu der Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter rund 150 Kommunalpolitiker, Vertreter der Schulen und interessierte Bürger begrüßte.

In großer Runde für die gesamte Region: Die Informationsveranstaltung zum Thema Gemeinschaftsschule für Monschau, Simmerath und Roetgen brachte nicht nur die drei Räte sondern auch zahlreiche Zuhörer in der Elwin-Christoffel-Realschule Monschau zusammen. Foto: P. Stollenwerk

Wolf Krämer-Mandeau vom Bonner Büro «biregio» versorgte die Zuhörer mit Zahlen und Statistiken, steckte die demografischen Rahmenbedingungen der Schul-Zukunft ab. Kernaussagen: In sechs Jahren wird die «Bildungsregion Eifel» 27 Prozent weniger Einschulungen haben, was auch zu Lasten der Real- und Mittelschulen, besonders aber der Hauptschulen gehen wird. Schon jetzt habe sich auch in der Nordeifel eine Viertelung der Akzeptanz für die Hauptschule gegenüber 2004 eingestellt. Auch der Rückgang der Gesamtschülerzahl ab Sekundarstufe I von heute 2500 auf 1800 gebe die Maxime vor: «Aufbrechen statt bedingungslos ergeben». Für die biregio ist die Gemeinschaftsschule der einzig gangbare Weg, der nach heute vorliegenden Zahlen auch bis 2025 abgesichert wäre - auch wenn erst kürzlich von der Städteregion andere, noch alarmierendere Zahlen vorgelegt werden.

Der Information über den Status Quo und über das Rahmenkonzept für die Gemeinschaftsschule (s. weiteren Bericht) folgte die gut 90-minütige Diskussion. In ihrem Konzept hatten die Schulvertreter angeregt, in der Orientierungsstufe 5/6 mit zwei Standorten zu arbeiten, «um Eltern und Kinder der Gemeinde Simmerath besser und dauerhaft an die neue Schule zu binden». In nahezu allen Wortbeiträgen der Simmerather Gemeinderatsvertreter - gleich welcher Coleur - wurde aber deutlich, dass dieser Kompromiss dort als nicht weitreichend genug bewertet wird.

«Das Konzept ist hervorragend, aber sinnvoller wäre es, die Eingangsstufe 5/6 komplett in Simmerath zu fahren und ab der siebten Klasse in Monschau», meinte Günter Scheidt, und auch sein CDU-Kollege Bruno Löhrer glaubt, man könne die Kinder aus Randbereichen wie Schmidt oder Eiruhr nur dann für die hiesige(n) Schule(n) zurückgewinnen, wenn die Wege nicht zu weit seien. Für Simmeraths SPD-Vertreter Franz-Josef Hammelstein ist es gar schon «ein Riesenfehler, im Zusammenhang mit Simmerath das Wort ÈDependance» ins Spiel gebracht zu haben», denn dies bezeichne einen «kleinen, untergeordneten Ableger». Tatsächlich komme aber nur eine Lösung mit zwei gleichberechtigten Standorten in Frage, unterstrich Hammelstein.

«...damit Simmerath etwas hat»

Micha Kreitz, schulpolitischer Sprecher der Monschauer CDU, hielt es für wenig zielführend, «die Diskussion mit semantischen Spitzfindigkeien und Wortklaubereien» zu führen, «über dieses Stadium sind wir doch eigentlich schon hinweg», stellte er fest, «dass in drei von vier Punkten Einvernehmen der Verantwortlichen in der Region herrscht».

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns erinnerte aber an den einstimmigen Beschluss des Simmerather Gemeinderats, der nur für eine Gemeinschaftsschule an zwei Standorten votiert habe. «Es ist nicht sinnvoll, eine oder zwei Klassen in Simmerath anzubieten, nur damit Simmerath etwas hat», so Hermanns, der aus einem Gespäch bei der Bezirksregierung berichtete, dass man sich auch dort eine Aufteilung von je rei Jahrgängen für Monschau und Simmerath vorstellen könne.

Gleichsam zwischen den Fronten liegend, tendierten die Vertreter aus Roetgen zu einer Lösung mit einem Standort: «Durch unsere geographische Lage und die vierte Aachener Gesamtschule wird der Elternwille in Roetgen ohnehin schon sehr zerpflückt. Das würde ein zweiter Standort nicht leichter machen», merkte Silvia Bourceau (UWG) an, und Janine Köster, Mutter, Lehrerin und Schulexpertin der Roetgener SPD wagte «zu bezweifeln, dass ein zweiter Standort den Eltern gefällt». Und Roetgens Bürgermeister Manfred Eis unkte, dass auch die Gemeinschaftsschule wohl nichts daran ändern könne, dass viele Roetgener ihren Lebensmittelpunkt in Aachen hätten. Bei einer Gemeinschaftsschule mit Ortswechsel nach der sechsten oder siebten Klasse werde die Elternentscheidung wohl noch eher für eine Aachener Einrichtung fallen, mutmaßte Eis.

«Das Konzept ist wichtiger als die Stadortfrage», merkte Stefan Weber von der Simmerather UWG an, und auch Ronald Borning (CDU Roetgen) regte an, die Standortfrage nach dem Elternwille auszurichten, die Grundschulen in die Entscheidungsfindung einzubeziehen und vor allem «die Schule positiv zu bewerben».

Den Elternwillen zu erforschen, dies wird nun die Aufgabe eines wohl formulierten Fragebogens sein, den die «biregio»-Experten entwerfen werden und der im Zusammenhang mit Informationsveranstaltungen verteilt werden wird. Ebenfalls innerhalb der kommenden sechs Wochen werden alle Schulkonferenzen tagen und müssen die Gemeinderäte entsprechende Beschlüsse fassen.

Verantwortungsbewusstsein

«Wir haben heute zwar nichts verabschiedet, aber doch etwas auf den Weg gebracht», fasste Bernd Goffart, Simmeraths CDU-Vorsitzender zusammen, und Margareta Ritter dankte «allen Beteiligten für Ihr großes politisches Verantwortungsbewusstsein».


Gemeinschaftsschule:
Verfrühte Laufbahnentscheidungen gibt es nicht

01.03.2011

.Ein überzeugendes pädagogisches Rahmenkonzept hat die «Projektgruppe Gemeinschaftsschule Monschau-Simmerath-Roetgen» in relativ kurzer Zeit entworfen, das auch bei der gemeinsamen Informationsveranstaltung für die Kommunen in der Monschauer Elwin Christoffel-Realschule auf ungeteilte Zustimmung stieß.

In dem Projekt wirkten mit: Für die Elwin Christoffel-Realschule Monschau: Schulleiter Peter Groten, stellv. Schulleiter Albert Rieger und Dietmar Deuster; für die Gemeinschaftshauptschule Monschau-Roetgen: Konrektor Franz-Josef Prümmer, Margitta Isaac und Ruth Wolff; für die Gemeinschaftshauptschule Simmerath: Konrektor Rolf Sieben und für das St. Michael-Gymnasium Monschau: Schulleiter Dr. Lothar Stresius.

In der neu einzurichtenden Gemeinschaftsschule sollen die Realschule Monschau sowie die beiden Hauptschulen Monschau und Simmerath zusammengeführt werden. Die Schule bietet eine gebundene Ganztagsbetreuung. Zum Einstieg werden heterogene (also gemischte Klassen) in den Jahrgangsstufen fünf und sechs gebildet.

In diesen Gruppen sollen die Schüler mit unterschiedlichen Begabungen miteinander und voneinander lernen. Das gemeinsame Lernen aus der Grundschule wird also fortgesetzt. Verfrühte Laufbahnentscheidungen, die später korrigiert werden müssen, fallen somit weg. Ab Klasse sieben wird der Unterricht in kooperativer Form stattfinden, wobei auch in den Klassen sieben und acht die Durchlässigkeit der Bildungsgänge erhalten bleibt.

Als Abschlüsse sind der Realschulabschluss und der Hauptschulabschluss möglich. Mit dem St. Michael-Gymnasium besteht ein Kooperationsvertrag, der bei einem qualifizierten Abschluss der Sekundarstufe I die Übernahme in die gymnasiale Oberstufe garantiert. Dazu werden besondere Förderangebote der Gemeinschaftsschule in Abstimmung mit dem Gymnasium installiert. Gemeinsame Fachkonferenzen und Lehrerfortbildung sowie der Austausch von Lehrkräften sind ebenfalls Teil der Kooperationsvereinbarung.

Ab Klasse sieben wird in differenzierten Bildungsgängen unterrichtet. Dann werden auch so genannte «ASA-Klassen» (angestrebter Schulabschluss) eingerichtet. Ergänzungsstunden, eigenverantwortliches Lernen sollen der Sicherung des gymnasialen Standards dienen.

Ab der Klasse acht erfolgt eine intensive Beratung im Hinblick auf den weiteren Bildungsgang und den angestrebten Schulabschluss.

Als Fazit hält die Projektgruppe fest: «Die Gemeinschaftsschule nutzt die Chance, die Schülerinnen und Schüler nach neuesten Erkenntnissen der Unterrichtsforschung auf ihr zukünftiges Leben in Beruf und Gesellschaft vorzubereiten - unter Berücksichtigung der persönlichen Begabungen und Interessen.»

Quelle: Eifeler Zeitung

 


Schul-Zukunft

Treffen der Nordeifel Stadt- und Gemeinderäte

Stimmen:

biregio:
Für die biregio ist die Gemeinschaftsschule der einzig gangbare Weg, der nach heute vorliegenden Zahlen auch bis 2025 abgesichert wäre.

Konzept der Schulvertreter:
In der Orientierungsstufe 5/6 mit zwei Standorten zu arbeiten, «um Eltern und Kinder der Gemeinde Simmerath besser und dauerhaft an die neue Schule zu binden».

Simmerather Ratsvertreter:
dieser Kompromiss ist nicht weitreichend genug bewertet.

Günter Scheidt (CDU) Simmerath:
«Das Konzept ist hervorragend, aber sinnvoller wäre es, die Eingangsstufe 5/6 komplett in Simmerath zu fahren und ab der siebten Klasse in Monschau».

Bruno Löhrer (CDU) Simmerath:
glaubt, man könne die Kinder aus Randbereichen wie Schmidt oder Einruhr nur dann für die hiesige(n) Schule(n) zurückgewinnen, wenn die Wege nicht zu weit seien.

Franz-Josef Hammelstein (SPD) Simmerath:
ist es schon «ein Riesenfehler, im Zusammenhang mit Simmerath das Wort «Dèpendance» ins Spiel gebracht zu haben», denn dies bezeichne einen «kleinen, untergeordneten Ableger». Tatsächlich komme aber nur eine Lösung mit zwei gleichberechtigten Standorten in Frage, unterstrich Hammelstein.

Micha Kreitz (CDU) Monschau:
schulpolitischer Sprecher der Monschauer CDU, hielt es für wenig zielführend, «die Diskussion mit semantischen Spitzfindigkeien und Wortklaubereien» zu führen, «über dieses Stadium sind wir doch eigentlich schon hinweg», stellte er fest, «dass in drei von vier Punkten Einvernehmen der Verantwortlichen in der Region herrscht».

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns Simmerath:
Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns erinnerte aber an den einstimmigen Beschluss des Simmerather Gemeinderats, der nur für eine Gemeinschaftsschule an zwei Standorten votiert habe. «Es ist nicht sinnvoll, eine oder zwei Klassen in Simmerath anzubieten, nur damit Simmerath etwas hat», so Hermanns, der aus einem Gespäch bei der Bezirksregierung berichtete, dass man sich auch dort eine Aufteilung von je rei Jahrgängen für Monschau und Simmerath vorstellen könne.

Bürgermeister Eis, Roetgen:
Roetgens Bürgermeister Manfred Eis unkte, dass auch die Gemeinschaftsschule wohl nichts daran ändern könne, dass viele Roetgener ihren Lebensmittelpunkt in Aachen hätten. Bei einer Gemeinschaftsschule mit Ortswechsel nach der sechsten oder siebten Klasse werde die Elternentscheidung wohl noch eher für eine Aachener Einrichtung fallen, mutmaßte Eis.

Stefan Weber, (UWG) Simmerath:
«Das Konzept ist wichtiger als die Standortfrage»,

Ronald Borning (CDU) Roetgen:
regte an, die Standortfrage nach dem Elternwille auszurichten, die Grundschulen in die Entscheidungsfindung einzubeziehen und vor allem «die Schule positiv zu bewerben».

Bernd Goffart, (CDU) Simmerath:
«Wir haben heute zwar nichts verabschiedet, aber doch etwas auf den Weg gebracht»

Quelle: Aachener Zeitung


 

Monschau

Annäherung an neue Schule
Informationsveranstaltung zum Thema Gemeinschaftsschule für die drei Eifelkommunen.
Schülerzahlen würden für einen Versuch reichen.

28.02.2011

Beschlossene Sache ist eine Gemeinschaftsschule für die drei Eifelkommunen Monschau, Roetgen und Simmerath noch nicht, aber die Annäherung an die neue Schulform macht Fortschritte. Gestern abend durfte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter in der Aula der Elwin-Chris­toffel-Realschule (die ja vielleicht bald Elwin Christoffel-Gemeinschaftsschule heißen könnte) die Ratsvertreter der drei Eifelkommunen, die Schulleiter und rund 60 Zuhörer zu einer weiteren Informationsveranstaltung zum Thema Gemeinschaftsschule begrüßen.

Nach einer umfangreichen Darstellung der aktuellen Schulentwicklung im Hinblick auf die weiterführenden Schulen durch die Projektgruppe „biregio“ wurden einige Fakten rasch klar. Weder der Hauptschule Simmerath noch der Hauptschule Monschau/Roetgen mit jeweils nur 15 Anmeldungen für das kommende Schuljahr ist eine Zukunft beschert; auch eine Zusammenlegung würde daran nichts ändern, weil die Tendenz weg geht von dieser Form der weiterführenden Schule.

Besser steht es da schon um die Realschule, wie von Projektleiter Wolf Krämer-Mandeau deutlich gemacht wurde, aber nur auf den ersten Blick, denn die Realschule habe vor allem deshalb ihre Struktur gefestigt, weil dahinter die Abkehr der Eltern von der Hauptschule stehe.

Handlungsbedarf ist also auf mehreren Ebenen gegeben, selbst wenn der demographische Wandel die Region im NRW-Vergleich nicht so hart trifft.

Ein denkbares Modell wäre eine Gemeinschaftsschule, die in der Klasse fünf und sechs an zwei Standorten (Monschau und Simmerath) und ab der Klasse sieben nur noch in Monschau, dem in der Region etablierten Schulstandort, angeboten würde. Für zwei Standorte reichten die Schülerzahlen definitiv nicht aus, so die Erkenntnisse der Projektgruppe.

Für einen sechs Jahre währenden Schulversuch mit einer Gemeinschaftsschule reichen die Zahlen dagegen definitiv. An der Elwin-Christoffel-Realschule wurden zum Schuljahr 76 Schüler angemeldet, wobei man die je 15 angemeldeten Hauptschüler an den beiden Standorten noch hinzu rechnen müsste.

Für eine Gemeinschaftsschule hatten die Schulleiter auch bereits ein vorläufiges pädagogisches Konzept erarbeitet, das gestern abend ebenfalls erläutert wurde. Die Vorteile einer Gemeinschaftsschule, vom differenzierten Unterricht in den beiden Eingangsklassen bis zur garantierten Chance, nach der Klasse zehn aufs Gymnasium wechseln zu können, wurden aufgezählt, ehe dann in eine intensive Diskussionsrunde eingestiegen wurde. (P. St.)

Quelle: Eifeler Zeitung

 

 

Simmerath

05.02.2011

Demographischer Wandel
Die Schullandschaft wird sich radikal verändern
Was wird aus unserer Hauptschule?

- dramatisch rückläufige Schülerzahlen
- die Zukunft unserer Hauptschule ist gefährdet
- aber nicht abgeschrieben

Hauptschule/Sporthalle

Derzeit findet die energetische Sanierung des Schulgebäudes und der Turnhalle mit 6,7 Millionen Euro, davon 4,5 Millionen Euro Landesmittel, statt.


www.ghs-simmerath.de

Im letzten Jahr wurden in Simmerath 100 Kinder geboren.
In Monschau wurden im Jahr 2010 bis Ende Oktober ganze 49 Kinder geboren.

Simmerath alleine kann die Voraussetzungen für den Erhalt der Schulform nicht erfüllen. Deshalb setzt sich die CDU-Simmerath für eine gemeinsame Schule der Sekundarstufe I (bis 10. Schuljahr) mit den Kommunen Simmerath, Monschau und Roetgen ein.

Was wir bieten ist ein modernes, energetisch saniertes Schulgebäude mit den entsprechenden Sportstätten. (Sporthalle, Schwimmbad, Sportplatz) sowie eine hoch motivierte Lehrerschaft.

Gemeinschaftsschule

Aus unserer Hauptschule könnte eine Gemeinschaftsschule mit zwei Standorten, in Monschau und Simmerath, in der Trägerschaft der Kommunen Monschau und Simmerath werden.

Kürzlich trafen sich die CDU-Fraktionen der Stadt Monschau und der Gemeinde Simmerath zu einem Vorgespräch.

Die von der Stadt Monschau beauftragte Projektgruppe Bildung und Region (Biregio) hat nun erstes Zahlenmaterial zur Schul-entwicklungsplanung den Spitzen der Verwaltungen Monschau, Roetgen und Simmerath vorgestellt. Vereinbart wurde, eine weitere gemeinsame Informationsveranstaltung für die Räte der 3 Kommunen durchzuführen. Diese findet am: Montag, dem 28.02.2011 in Monschau statt.

Die CDU-Simmerath setzt alles daran, dass es auch zukünftig ein Schulangebot der Sekundarstufe I in Simmerath geben wird.

 

Wer ist Biregio?

Die Planungsfirma
Biregio mit Sitz in Bad-Godesberg berät Politik und Verwaltung bei der Planung von Schulen, Kindertagesstätten und Sporteinrichtungen.

Aktuelles Monschauer Projekt:
Schulentwicklungsplanung, Demographie, Standortgutachten

www.biregio.de
 

Düsseldorf/Aachen

21.01.2011

Lehrer: „Bloß Etikettenschwindel“
NRW-Schulministerin will 17 Gemeinschaftsschulen gründen, von denen sechs nur aus Hauptschulen entstehen sollen. Das kritisiert der Philologen-Verband und sieht darin ein falsches Signal.

Von Thorsten Karbach

Peter Silbernagel ist über sechs der 17 Gemeinschaftsschulen gestolpert, die NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) gestern in Düsseldorf vorgestellt hat. Der Landeschef des Philologen-Verbands, einem Zusammenschluss der Gymnasiallehrer, moniert, dass in diesen sechs Fällen Hauptschulen zu Gemeinschaftsschulen wurden, obwohl in den Richtlinien des Ministeriums steht, dass „die Gemeinschaftsschule in der Regel durch die Zusammenführung bestehender Schulen entsteht“. Und eben nicht nur aus einer Schule. In zehn anderen Fällen schließen sich je eine Haupt- und Realschule zusammen, einmal entsteht eine Gemeinschaftsschule an Stelle einer Realschule.

Zwei Anträge abgelehnt

So hatte Peter Silbernagel das Ministerium auch verstanden, als die neue Schulform vorgestellt wurde. „Aber das ist nicht die Regel. Wir sind nicht auf Frontalkurs, aber das ist ein Etikettenschwindel und nicht seriös“, sagt der Eschweiler. „Die Richtlinien sind anders.“ Im Schulministerium ist man sich dessen bewusst. „Der Bedarf ist in diesen Fällen dennoch da. Es geht um die jeweils einzige Schule am Ort und auch die Mindestschülerzahl von 69 und die Heterogenität der Schüler sind gegeben“, erklärt Sprecher Jörg Harm auf AZ-Anfrage. Peter Silbernagel reicht dies nicht. „Das ist ein falsches Signal. Die 640 Hauptschulen im Land müssen doch denken, sie könnten ihre Zukunft sichern, indem sie sich als Gemeinschaftsschule bewerben.“ Zuletzt wurde allein in Aachen die Schließung von drei Hauptschulen beschlossen.

Im Ministerium spricht man nach der Pressekonferenz dagegen von einem „sehr guten Schritt“. 20 Gemeinschaftsschulen waren angedacht, 17 sind es geworden: in Bad Honnef, Billerbeck, Blankenheim/Nettersheim, Bochum, Bornheim, Burbach, Finnentrop, Kalletal, Köln (2), Langenberg, Lippetal, Morsbach, Neuenrade, Rheinberg und Sprockhövel. 40 weitere Interessensbekundungen für den Modellversuch liegen vor. In zwei Fällen wurden Anträge abgelehnt. Einmal konnte der Bedarf in einer Elternbefragung nicht nachgewiesen werden, einmal wurde eine Bedrohung für die Zukunft benachbarter Schulen ausgemacht.

Auch in fünf genehmigten Fällen räumt das Ministerium ein, Widerstände zu erwarten. Weil die neue Gemeinschaftsschule alle Abschlüsse mitsamt des Abiturs (nach neun Jahren/G9) verspricht, gibt es gerade unter den Gymnasien viele Kritiker. Die Landeselternschaft der Gymnasien hat mit Unterstützung der Schulleiter-Vereinigungen und des Philologen-Verbandes einen Fragenkatalog für Eltern entwickelt, um auf die weiterhin bestehenden Unterschiede der „gymnasialen Standards“ aufmerksam zu machen. Es gehe um eine „konstruktiv-kritische Auseinandersetzung mit dem Schulform­angebot der Gemeinschaftsschule“, erklärt Silbernagel.

Quelle: Eifeler Zeitung

 

Düsseldorf

11.01.2011

Partei-Vorstand legt Schulkonzept vor
CDU: Keine Garantie für Hauptschulen

Von Rainer Kellers

Die CDU in Nordrhein-Westfalen will keine Schulform abschaffen. Für die Hauptschule allerdings soll es keine Existenzgarantie mehr geben. Das geht aus dem Schulkonzept der Partei hervor, das der Vorstand am Dienstagabend vorgestellt hat.

Schulpolitik als "wichtigstes Profilthema"

Eine Neuausrichtung der Schul- und Bildungspolitik kündigt der nordrhein-westfälische CDU-Parteichef Norbert Röttgen an, als er am Dienstagabend (11.01.11) vor die Mikrofone tritt. Gemeinsam mit dem
Fraktionsvorsitzenden Karl-Josef Laumann stellt er den Leitantrag des Landesvorstands zur Schulpolitik vor. "Jedem Kind gerecht werden", lautet der Titel des Antrags, der im März beim Parteitag den Delegierten vorgelegt wird. Er soll als Gegenentwurf zum Schulkonzept der rot-grünen Landesregierung verstanden werden. Denn dieses - so die CDU - laufe auf eine Einheitsschule hinaus. Die Christdemokraten wollen stattdessen eine Vielfalt von Schulformen im Land erhalten.

Hauptschulen sollen sich dem Wettbewerb stellen

Unantastbar ist für die CDU nach wie vor das Gymnasium. Überraschend deutlich fällt aber auch das Bekenntnis zur Realschule aus. Beide Schulformen seien akzeptiert und müssten für jeden Schüler in "zumutbarer Entfernung" erhalten werden. Eine solch deutliche Garantie will die CDU künftig aber nicht mehr für Hauptschulen aussprechen. "Die Hauptschule ist doppelt getroffen von der demografischen Entwicklung und von sinkender Akzeptanz", sagt Röttgen. Seine Partei wolle zwar keine Hauptschulen abschaffen, aber auch nicht um jeden Preis an ihr festhalten. "Hauptschulen müssen sich dem Wettbewerb stellen und sich auf dem Markt behaupten." Immerhin will die CDU jedem Schüler, der einen Hauptschulabschluss schaffe, eine staatliche Ausbildungsplatzgarantie geben.

Verbundschulen sollen leichter genehmigt werden

Dort, wo die Hauptschule keine Chance mehr hat, sollen nach dem Willen der CDU vermehrt Verbundschulen entstehen. Diese Schulform ist bereits im NRW-Schulgesetz vorgesehen, bislang allerdings nur als Ausnahme und unter bestimmten Bedingungen. Es handelt sich um einen organisatorischen Zusammenschluss einer Haupt- mit einer Realschule. Das Zusammengehen der beiden Schulformen soll nun deutlich erleichtert werden. Die CDU möchte Verbundschulen künftig sowohl auf dem Land wie in der Stadt genehmigen. Gegründet werden dürfe sie schon bei zwei, statt wie bisher ab drei Parallelklassen. Jede Klasse müsse mindestens 15 Schüler haben.

Auch Gymnasien sollen ab zwei Gründungsklassen genehmigt werden. Neue Gesamtschulen hingegen nur dann, wenn ein zusätzlicher Bedarf für diese Schule besteht und weder ein Gymnasium noch eine Realschule dadurch gefährdet würden. Der zusätzliche Bedarf sei bewiesen, wenn es genügend Anmeldungen für vier Parallelklassen gebe. Ganztagsangebote an Schulen will die Union "bedarfsgerecht" ausbauen, ohne eine Schulform zu bevorzugen. Die durchschnittlichen Klassengrößen sollen landesweit sinken - bei Grund- und Hauptschulen auf 20, bei allen anderen Schulformen auf 24 Schüler. Außerdem plant die CDU ein verpflichtendes beitragsfreies Lernjahr für Fünf- bis Sechsjährige. Wie das umgesetzt werden kann, ist aber noch völlig offen.

Keine grundlegenden Änderungen am System

Insgesamt haben die von der CDU vorgeschlagenen Reformen keine grundlegenden Veränderungen am Schulsystem zum Ziel. Sie sind für die CDU nach den Worten ihres Vorsitzenden dennoch schmerzlich. Denn dass die Hauptschule bei Verwirklichung des Konzepts eine Zukunft hätte, bezweifeln selbst Röttgen und Laumann. "In großen Regionen unseres Landes hat die Hauptschule keine Akzeptanz mehr", sagt der Fraktionschef. Im vergangenen Jahr hatte Laumann sogar noch propagiert, ganz aus dem dreigliedrigen Schulsystem auszusteigen. Nach dem "Zwei-Säulen-Modell" sollten im Wesentlichen nur noch Gymnasien und eine aus Haupt- und Realschule zusammengesetzte neue Schulform übrig bleiben. Dieses weitergehende Konzept war in der CDU aber offenbar nicht durchsetzbar.

"Unser Leitantrag ist ein faires Angebot für einen Schulfrieden", sagt Röttgen nun und möchte das Konzept als Einladung an die anderen Parteien im Landtag verstanden wissen, gemeinsam den Kampf um Schulformen endgültig zu beenden. Gleichzeitig macht er aber deutlich, dass die CDU nicht bereit sei, die von der rot-grünen Landesregierung favorisierte Gemeinschaftsschule mitzutragen. "Wenn man das Gymnasium zerstören will, ist das mit uns nicht zu machen", sagt Röttgen. "Alle Seiten müssen sich bewegen."

Regierung will Gemeinschaftsschule im Gesetz verankern

In der Gemeinschaftsschule, die zunächst als Schulversuch geplant ist, sollen die Schüler länger gemeinsam unterrichtet werden und dann integriert oder nach Bildungsgängen getrennt weiterlernen. Dass es nicht beim Schulversuch bleiben soll, hatte vergangene Woche schon Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) signalisiert. Mehr als 60 kommunale Schulträger in NRW hätten Interesse, eine Gemeinschaftsschule einzuführen, sagte Löhrmann. Nun sei das Ziel, die Gemeinschaftsschule im Schulgesetz zu verankern. Gegenüber WDR.de sagte Löhrmann, sie hoffe dabei auf die Unterstützung der CDU. Danach sieht es aber jetzt nicht aus.

Quelle: WDR 5

 

Düsseldorf

20.12.2010

Die NRW-CDU rückt von der Hauptschule ab
Die Basis nimmt murrend zur Kenntnis, dass das dreigliedrige Schulsystem vor dem Ende steht. Die Partei will nun eine zweigliedrige Variante.

Von Wilfried Goebels

Düsseldorf. Die NRW-CDU rückt vorsichtig vom dreigliedrigen Schulsystem ab. Weil der Hauptschule die Schüler ausgehen, setzt CDU-Landeschef Norbert Röttgen auf eine pragmatische Neuausrichtung der Partei hin zu einem „differenzierten Zweisäulen-Modell“ mit unterschiedlichen Sekundarschulen. An der CDU-Basis ist der Öffnungskurs allerdings nicht unumstritten.

Auf acht Regionalkonferenzen hatte die CDU-Basis über eine neue Schulpolitik diskutiert. Am Samstag zog Röttgen auf einem Bildungskongress mit 200 Delegierten aus Partei und Gewerkschaften eine Zwischenbilanz: Die CDU will zwar keine Schulform abschaffen, aber sie will sich weiter für neue Schulstrukturen öffnen. Demnach soll es neben dem Gymnasium vier Formen von Sekundarschulen geben: Hauptschule, Realschule, Aufbau-Realschule (Verbund aus Haupt- und Realschule) sowie die Gesamtschule.

Die NRW-CDU will die unter Schülerrückgang leidende Hauptschule als eigenständige Schulform erhalten. Wenn Schüler fehlen, kann die Kommune aber auch Haupt- und Realschule mit nur 40 Schülern pro Jahrgang zusammenlegen. Damit könne ein „Schülerklau“ durch Nachbarschulen verhindert werden, sagte CDU-Schulexperte Klaus Kaiser.

Auf der Bildungskonferenz warnte die Chefin von „Lehrer NRW“, Brigitte Balbach, unter lautstarkem Beifall vor einem Abrücken der CDU vom dreigliedrigen Schulsystem. „Das Schulsystem muss wie das Steuerkonzept von Merz auf einen Bierdeckel passen. Sonst versteht das keiner.“ Zudem wirke die Formulierung „Zweisäulen-Modell“ wie eine leise Verabschiedung von Haupt- und Realschule.

CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann glaubt, dass die Menschen die „quälende Debatte über Schulstrukturen“ leid sind. Die CDU muss aber der Gemeinschaftsschule von SPD und Grünen eine Alternative gegenüberstellen. Dem rot-grünen Konzept des längeren gemeinsamen Lernens setzt die CDU die Idee des frühen gemeinsamen Lernens entgegen. Vor Eintritt in die Grundschule sollen Kinder künftig ein verpflichtendes „Lernjahr“ in Kita oder Grundschule absolvieren.

Das neue Schulkonzept der CDU mit den unterschiedlichen Sekundarschulen blieb nicht unkommentiert. „Das ist ein fünfsäuliges Zwei-Säulen-Modell“, kritisierte VBE-Landeschef Udo Beckmann. Grünen-Schulexpertin Sigrid Beer sprach von einem „neu lackierten gegliederten Schulsystem“.

Am 11. Januar will der CDU-Landesvorstand seinen Schulentwurf beschließen. Am 12. März wird der CDU-Landesparteitag abschließend beraten.

Quelle: Eifeler Zeitung


Gemeinsamer politischer Wille mit Beschlussfassung des Schulausschusses


Simmerath

01.12.2010

Schulausschuss: Mögliche Gemeinschaftsschule Monschau-Simmerath-Roetgen
Simmerather Fraktionen ziehen an einem Strang
Gemeinsamer politischer Wille bekräftigt

Die Fraktionen möchten, dass die Gemeinde, zusammen mit Monschau und Roetgen, die von der Landesregierung eingeräumte Chance eines Schulversuchs an einer begrenzten Anzahl von „Modellschulen" wahrnimmt.

Beschluss des Generationen-, Schul- und Sozialausschusses der Gemeinde Simmerath vom 01.12.2010:

1) Der Generationen-, Schul- und Sozialausschuss der Gemeinde Simmerath stellt fest, dass er eine enge Zusammenarbeit der Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath zur Gründung einer gemeinsamen Schule im Bereich der Sekundarstufe I begrüßt. Dabei ist nach derzeitigem Kenntnisstand die Überführung der Gemeinschaftshauptschule Simmerath in eine Gemeinschaftsschule mit 2 Standorten in Monschau und Simmerath in der gemeinsamen Trägerschaft der Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath eine zukunftsfähige Option.

2) Der GSA hält eine enge Einbeziehung der insoweit am Schulleben Beteiligten (insbesondere der Eltern und Lehrerschaften) für zwingend notwendig.

3) Weiterhin beschließt der GSA, die Verwaltung zu beauftragen, mit den Bürgermeistern der Nachbarkommunen Monschau und Roetgen weitere Gespräche über die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule der Sekundarstufe I zu führen. Er begrüßt eine 2. gemeinsame Zusammenkunft des zu der 1. Besprechung in Monschau vom 8. Nov. 2010 eingeladenen Personenkreises sowie der interessierten Öffentlichkeit.

4) Nach Abstimmung mit der Stadt Monschau und der Gemeinde Roetgen soll zeitnah eine Elterninformation mit anschließender erweiterter Elternbefragung der ab 4-jährigen Kinder sowie der Grundschulklassen 1- 4 erfolgen.

5) Die Städteregion und die Förderschule in Eicherscheid sollen frühzeitig bei der Erstellung einer Konzeption mit dem Ziel der Inklusion von Schülern beteiligt werden.

6) Der GSA appelliert an die Kommunen Monschau und Roetgen, möglichst bald eine Willenserklärung zur Errichtung einer Gemeinschaftsschule abzugeben, damit zeitnah ein Antrag auf Einrichtung einer gemeinsamen Gemeinschaftsschule abgegeben werden kann.

7) Der GSA begrüßt, wenn das Gymnasium Monschau Kooperations-Partner der Gemeinschaftsschule für den weiteren Unterricht in der Sekundarstufe II würde.


Drei Kommunen, zwei Standorte, eine Schule

02.12.2010

Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. Das Ereignis in diesem Fall ist die Einführung einer Gemeinschaftsschule im Bereich Sekundarstufe I für die Kommunen Simmerath, Monschau und Roetgen.

Die Schatten: eindrucksvolle Zahlen und Daten, die eine Zusammenlegung fast schon unausweichlich machen. So lautet der Konsens auf der jüngsten Sondersitzung des Generationen-, Schul- und Sozialausschusses der Gemeinde Simmerath (GSA).

Die Zeit eilt

«Dieses Jahr wurden in Simmerath 100 Kinder geboren - eine schwierige Entwicklung», so Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns mit Verweis auf die jetzt schon rückläufigen Schülerzahlen. Allein aus diesem Anlass müsse sich die Schullandschaft vor Ort zwangsläufig ändern. «Ich sehe aber auch keine mittel- bis langfristige Lösung darin, ausschließlich die Hauptschulen in Monschau und Simmerath zusammenlegen, dafür sind die Schülerzahlen zu gering.»

Die Gemeinschaftsschule als unausweichliche Lösung für die drei Kommunen? Wenn ja, dann eilt die Zeit. Laut Ministerium haben lediglich 50 Schulen in NRW die Möglichkeit, als Gemeinschaftsschule zu fungieren. Wer also zuerst den Antrag stellt, der mahlt zuerst. Und dieser muss bis zum 31. Dezember dieses Jahres raus, will man im kommenden Schuljahr bereits mit der neuen Schulform beginnen.

So befürchtet nicht nur Stephan Weber (UWG): «Wenn wir es nicht machen, kommen uns andere zuvor, dann ist der Zug abgefahren.»

Nichts desto trotz schlugen an diesem Abend für so manches Mitglied «zwei Herzen in einer Brust», wie es Bernd Goffart (CDU) formulierte. Einerseits erfordern die Umstände schnelles Handeln, auf der anderen Seite wolle man Eltern, Lehrer und vor allen Dingen die Nachbarkommunen nicht vor den Kopf stoßen. Seitens der Lehrerschaft wurde aber genau dieses schnelle Handeln gefordert. Marianne Stiel, Schulleiterin der Grundschule Lammersdorf: «Ich habe heute noch einen Elternabend für die vierten Klassen. Was soll ich denen für eine Schulempfehlung geben? Wir brauchen langsam Fakten, feste Termine und Perspektiven.»

Die gab es: Am Ende der Sitzung lautete der einstimmige Beschluss der 16 Mitglieder, dass der GSA eine enge Zusammenarbeit der drei Kommunen zur Gründung einer Gemeinschaftsschule begrüße. «Die Einrichtung einer solchen Schulform nur für Simmerath sehe ich weder umsetzbar noch zielführend» so Hermanns. Eine zukunftsfähige Option sei laut GSA eine Schule mit zwei Standorten in Simmerath und Monschau. «Zudem ist es absolut wünschenswert, dass Roetgen mit im Boot ist.» Weiter wurde die Stadt Monschau als Kooperationspartner für die Sekundarstufe II (Gymnasium) begrüßt.

Schnellstmöglich sollen nun Gespräche mit den Nachbarkommunen geführt werden, an die der GSA zudem appellierte, möglichst bald eine Willenserklärung für die Gemeinschaftsschule auszusprechen. So könne der Antrag im Idealfall noch dieses Jahr bei der Regierung eingehen.

Weiter hält der Ausschuss eine enge Einbeziehung der am Schulleben Beteiligten für zwingend notwendig. Hermanns: «Es ist ja Konsens, dass eine Schule ohne Elternzustimmung zu nichts führt. Aber wir müssen hier und heute ein politisches Signal geben.»

Zukünftig wolle man in Abstimmung mit den Nachbarkommunen erweiterte Elterninformationen sowie -befragungen durchführen, und «das nicht nur in den Klassen eins bis vier, sondern auch schon bei Eltern von Kindern ab vier Jahren», wie Günter Scheidt (CDU) betonte. Zudem sollen auf Antrag der SPD unter Einbeziehung der Städteregion und der Förderschule Eicherscheid frühzeitig Punkte der Integration sowie Inklusion in die Entscheidung einfließen. Der Antrag der Grünen, ein professionelles Büro einzubeziehen, das die Rolle eines Moderationspartners übernimmt, wurde mit elf Gegenstimmen und einer Enthaltung abgelehnt.

Quelle: Eifeler Zeitung (Nadine Preller)

Die CDU-Simmerath begrüßt eine gemeinsame Schule der Sekundarstufe 1 mit den Kommunen Monschau, Simmerath und Roetgen.

Dabei könnte unsere Hauptschule in eine Gemeinschaftsschule mit zwei Standorten, in Monschau und Simmerath, in der Trägerschaft der drei Kommunen gebildet werden.

Unbedingt erforder- lich ist die frühzeitige Einbeziehung der Lehrer und der Eltern.


Simmerath

01.12.2010

Grundsatzberatung zum Thema Schule

Die Diskussion über die künftige Schullandschaft in der Nordeifel hat begonnen. Nach einer großen Runde mit Vertretern der Bezirksregierung im Rathaus Monschau wird die Thematik möglicher gemeinsamer Schulangebote jetzt in den einzelnen Kommunalparlamenten diskutiert.

Die Grundsatzberatung über die Einrichtung einer gemeinsamen Schule im Bereich der Sekundarstufe I durch die Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath steht jetzt auch im Simmerather Generationen-, Schul- und Sozialausschuss an. Die öffentliche Sitzung findet am Mittwoch, 1. Dezember, statt und beginnt um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Simmerath.

Bei der Beratung im Monschauer Schulausschuss war bereits festgestellt worden, dass eine Zusammenlegung der beiden Hauptschulen in Monschau und Simmerath „politisch nicht gewollt“ sei.

Quelle: Eifeler Zeitung

 

Monschau

25.11.2010

Schullandschaft vor großen Veränderungen

Der Blick auf die Statistik der Schulstadt Monschau zeigt: Hier ist die Welt noch in Ordnung - volle Klassen, Mehrzügigkeit in fast allen Schulformen und Jahrgangsstufen, gut ausgelastete und baulich intakte Schulgebäude. «Noch», sagt Bürgermeisterin Margareta Ritter.

Ritter nannte im Schulausschuss am Dienstag nur eine einzige Zahl, um auf die Bedrohlichkeit der künftigen Entwicklung dieser intakten Schullandschaft zu verweisen: «Im Jahr 2010 wurden in der Stadt Monschau bis Ende Oktober ganze 49 Kinder geboren.» Es bedarf keiner großen Phantasie vorherzusagen, was solche Geburtenzahlen selbst für nur noch drei Grundschul-Standorte, geschweige denn für vier weiterführende Schulen in Zukunft bedeuten.

Zusammenlegung nicht gewollt

«Das ist dramatisch», meinte auch Bernd Händler (Grüne) beim Blick auf die aktuellen Zahlen der Schüler und ihrer Herkunftsorte. So kommen von aktuell 889 Mädchen und Jungen am städtischen St. Michael-Gymnasium alleine 542 Schüler oder 61 Prozent aus dem Stadtgebiet Monschau, an der Hauptschule liegt der Anteil sogar bei über 64 Prozent.
Dieser Anteil wird sinken. «Deshalb ist Handlungsbedarf schon alleine beim Blick auf die Monschauer Geburtenzahlen gegeben», fasste die Bürgermeisterin zusammen.
Da die Schulstadt Monschau auch auf Schülerinnen und Schüler aus den Nachbargemeinden angewiesen ist, sind für die Schulentwicklungsplanung auch deren Zahlen unabdingbar. «Sie liegen aber offiziell noch nicht vor», so die Bürgermeisterin, die deshalb anregte, «diese Zahlen vor einer weiteren Diskussion und Entscheidung noch abzuwarten».

Die Bürgermeisterin zeigte auf, welchen Weg die Schulentwicklung nehmen könnte. Kritisch seien zum jetzigen Zeitpunkt nur die Anmeldezahlen der Gemeinschafts-Hauptschule Monschau-Roetgen, die in den Klassen fünf bis sieben nur noch einzügig ist, jedoch ab dem achten Schuljahr wieder über zwei Klassen verfügt.

Da die Entwicklung in Simmerath ähnlich ist, wurde schon vor geraumer Zeit das Gespräch mit der Nachbargemeinde gesucht - «mit dem Ziel einer Zusammenlegung der beiden Hauptschulen», so Margareta Ritter. Mittlerweile aber sei deutlich, «dass eine Zusammenlegung der beiden Hauptschulen in Simmerath politisch nicht gewollt ist», stellte die Bürgermeisterin klar.

Bei der anstehenden Diskussion um die Zukunft der weiterführenden Schullandschaft stelle sich daher nun die Frage, ob man sich am Modellvorhaben Gemeinschaftsschule des Landes NRW beteilige oder nach einer anderen Lösung (beispielsweise eine Verbundschule mit zwei Standorten) suche, erläuterte die Verwaltung.
«Aber dazu bedarf es der Zahlen», regte Margareta Ritter an, sich Anfang kommenden Jahres erneut zusammenzusetzen und unter Bewertung der Schülerzahlen zu diskutieren.
«Alle Beteiligten mitnehmen»

Mit dieser Vorgehensweise konnten sich die Fraktionen im Schulausschuss anfreunden. «Wir sollten wie bei den Grundschulen auch hier in Ruhe das Zahlenmaterial abwarten, auswerten und dann bei der Diskussion und Entscheidung alle Beteiligten mitnehmen», schlug auch CDU-Sprecher Micha Kreitz vor.
Für Brigitte Olschewski (SPD) sind drei Faktoren für die Zukunft der weiterführenden Schulen wichtig: «Die Erhaltung der ortsnahen Beschulung, die Chancengleichheit und die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen.» Bernd Händler (Grüne) regte an, bei Vorliegen der Zahlen «schnellstmöglich in die nichtöffentliche Diskussion mit allen Beteiligten» einzusteigen. Schon die vorliegenden Zahlen seien ein Alarmsignal.

Auch wenn im Schulausschuss kein Beschluss zu fällen war, schlossen sich alle Mandatsträger der Auffassung der Verwaltung an, die nun auf konkrete Zahlen zur Schulentwicklungsplanung der Nachbargemeinden wartet und dann - «insbesondere im Hinblick auf die Realisierbarkeit von zwei Schulstandorten und unter Einbeziehung der Nachbarkommunen» weiter beraten wird.

Quelle: Eifeler Zeitung (Hes.)

Erste Gemeinschaftsschule in der Eifel soll kommen

In der Eifel soll eine der ersten Gemeinschaftsschulen der Region entstehen. In einer gemeinsamen Sitzung aller drei Gemeinderäte wollen Blankenheim, Dahlem und Nettersheim am Donnerstag ein sechsjähriges Versuchsmodell beschließen. Die beiden Hauptschulen in Nettersheim und Blankenheim und die Realschule Blankenheim sollen eine Gemeinschaftsschule bilden. Beide Standorte blieben erhalten. In Blankenheim könnten Schüler in einigen Jahren außerdem zum ersten Mal ihr Abitur machen. Der Antrag für die Gemeinschaftsschule soll bis Jahresende beim Schulministerium liegen. Sinkende Schülerzahlen in ländlichen Gebieten zwingen die Politik zum Handeln. So ist etwa die Zahl der Hauptschüler in Blankenheim und Nettersheim in den vergangenen sechs Jahren um mehr als 10 Prozent zurückgegangen.

Quelle: WDR Studio Aachen

Bürgermeisterin Margareta Ritter, Monschau:
.» Gemeinsames Ziel der Eifelkommunen müsse es sein», den Kindern die beste Bildung vor Ort zu bieten.»
Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, Simmerath:
«Für mich gibt es im Moment kein anderes Gebiet, wo die Zusammen- arbeit der drei Eifelkommunen von solch hoher Bedeutung ist.»

Monschau-Simmerath-Roetgen

08.11.2010

Demografische Entwicklung
Die Schullandschaft in der Nordeifel
wird sich verändern


Das liegt einerseits daran, dass die Hauptschule in der Öffentlichkeit immer mehr als Auslaufmodell gehandelt wird, vor allem aber an der Tatsache, dass die demographische Entwicklung in der Nordeifel keinen Zweifel darüber zulässt, dass die Schülerzahl kontinuierlich zurückgehen wird.

Die Eifelkommunen Monschau, Simmerath und Roetgen wollen daher ihren Gestaltungsspielraum, um die künftige Schullandschaft in der Nordeifel mitzubestimmen.

Diesem Zweck diente jetzt auch eine Art Gipfeltreffen der drei Eifelkommunen im Rathaus Monschau, die vor allem zum Ziel hatte, die Entscheidungsträger vor Ort mit Informationen zu versorgen.

Nahezu 100 Teilnehmer fanden sich, denen fünf schulfachliche Vertreterinnen der Bezirksregierung Rede und Antwort standen. Eingeladen waren die Ratsvertreter der drei Kommunen, die sachkundigen Bürger der Schulausschüsse und die Schulleiter aller öffentlichen Schulen.

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter sprach von einer «sehr guten Veranstaltung,», wobei sich der Schwerpunkt der Nachfragen auf die Möglichkeit der Einrichtung einer Gemeinschaftsschule konzentriert hätten.

Informationsbedarf gab es aber auch zum Thema Verbundschulen. Die Vertreterinnen der Bezirksregierung machten dabei deutlich, an welche gesetzlichen Voraussetzungen und Bedingungen ein Schulangebot gebunden ist und ob dafür die perspektivischen Schülerzahlen ausreichen.

Für Margareta Ritter steht aufgrund der zu erwartenden Zahlen bereits fest, dass es ohne Roetgen nicht geht.» Gemeinsames Ziel der Eifelkommunen müsse es sein», den Kindern die beste Bildung vor Ort zu bieten.»

Die weiteren Beratungen finden nun auf der Grundlage der kommunalen Schulentwicklungspläne statt. Ehe im Januar 2011 die zweite interkommunale Runde stattfindet, beraten in den nächsten Wochen zunächst einmal - ebenfalls nicht öffentlich - die jeweiligen Schulausschüsse, um die Informationen zu verarbeiten.

Einen «wichtigen ersten Schritt» in der Zusammenkunft in Monschau sieht auch der Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, der von einer «sehr konstruktiven Veranstaltung» und «kompetenter Informationen durch die Bezirksregierung spricht.

Bei dieser für die Schullandschaft der Eifel so wesentlichen Fragen sollten auch die Eltern frühzeitig einbezogen werden. Hermanns: «Wir sollten offensiv mit der Thematik umgehen, und nicht den Anschein erwecken, als gäbe es Geheimnisse.» Ebenso sollten parteipolitische Aspekte in den Hintergrund treten.

«Erst in einigen Jahren konkret»

Im Blickpunkt stehe das gemeinsame Interesse der drei Eifelkommunen, ein adäquates Schulangebot für die Region zu schaffen. Es stehe eine mittel- bis langfristige Entscheidung an, denn die Auswirkungen erst in einigen Jahren konkret würden. Karl-Heinz Hermanns: «Für mich gibt es im Moment kein anderes Gebiet, wo die Zusammenarbeit der drei Eifelkommunen von solch hoher Bedeutung ist.»

Quelle: Eifeler-Zeitung




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Letzte Änderung: 29-Okt-2012

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