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Gemeinde ebnet Weg für Millionenprojekt

14.05.2020

Im Gewerbegebiet Rollesbroich dürfen Gebäude nun länger und höher sein. Weiss baut neue Verpackungsdruckerei.

Von Andreas Gabbert

Für ein Millionenprojekt im Industrie- und Gewerbegebiet Rollesbroich hat der Planungsausschuss der Gemeinde Simmerath jetzt den weiteren Weg geebnet. Weil die Monschauer Weiss-Gruppe dort eine neue Verpackungsdruckerei bauen will, sollen unter anderem die maximal zulässige Gebäudehöhe und -länge erweitert und der Bebauungsplan entsprechend geändert werden.

Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr ein 39.000 Quadratmeter großes Areal an der Siemensstraße von der Gemeinde Simmerath erworben. „Damit kauft die Familie Weiss alles, was wir in diesem Bereich noch an Grund haben“, hatte Bürgermeister Hermanns damals erklärt und gesagt, das schon im Jahr 2020 mit dem Bau begonnen werden solle. Bereits im ersten Schritt würden durch diese Ansiedlung mindestens 40 und später deutlich mehr neue Arbeitsplätze in Rollesbroich geschaffen. Da das Unternehmen für die Verwirklichung seines Projektes eine größere Hallenlänge und auch –höhe benötige, als dies der Bebauungsplan vorsehe, werde der Planungsausschuss noch im November die nötigen Änderungen einleiten.

Nachdem der Ausschuss am 30. Januar die frühzeitige Beteiligung der betroffenen Öffentlichkeit und der berührten Behörden beschlossen hatte, lagen ihm jetzt die vorgebrachten Anregungen mit den entsprechenden Beschlussvorschlägen der Verwaltung zur Abstimmung vor. Die vorgesehenen Änderungen wurden einstimmig beschlossen.

Längere Gebäude zulässig

Zukünftig sind im Rollesbroicher Gewerbegebiet also Gebäude mit einer Gesamtlänge von höchstens 225 Metern zulässig (bisher waren es 100 Meter). Dies sei auch ein Resultat aus Erfahrungen bei den bisher genehmigten Bauten und eine Reaktion auf den „zunehmenden Bedarf an funktionalen Betriebsabläufen in möglichst großen Halleneinheiten“.

Bei Schrägdächern ist eine maximale Firsthöhe von 15 Metern einzuhalten. Bei Flachdächern wird künftig eine Gebäudehöhe von 20 statt bislang 13 Metern erlaubt sein. Außerdem wird die maximale Breite der Grundstückszu- und ausfahrten von 10 auf 15 Meter je 3000 Quadratmeter Grundstücksfläche ausgeweitet. Das wird zu einer Reduzierung der vorhandenen Pflanzstreifen führen. So soll den „besonderen Transportanforderungen“ des Unternehmens entsprochen werden.

Mit der Planung verfolge die Gemeinde weiterhin das Ziel Gewerbe-, Industrie- und Handwerksbetriebe anzusiedeln, war in der Verwaltungsvorlage für die Sitzung des Planungsausschusses zu lesen. „Damit sollen Arbeitsplätze in der Region gesichert und neu geschaffen werden.“

Info
Weitere Änderungen geplant

Mit der Änderung des Bebauungsplans für das Industrie- und Gewerbegebiet Rollesbroich reagiert die Gemeinde Simmerath nicht nur auf die Anforderungen einer neuen Verpackungsdruckerei. Darüber hinaus werden Mobilfunkmasten künftig im gesamten Gewerbegebiet zugelassen, „um das Mobilfunknetz im gesamten Gemeindegebiet und darüber hinaus zu sichern“. Außerdem soll die Nobelstraße teilweise etwas schmaler werden, um die angrenzenden Baugrundstücke besser nutzen zu können.

 

Simmerather Klimmzüge für den neuen Großinvestor

Foto: Marco Rose

07.02.2020

Neue Maße im Gewerbegebiet Rollesbroich

Für den Bau der neuen Verpackungsdruckerei im Gewerbegebiet Rollesbroich streckt sich die Gemeinde Simmerath – im wahrsten Sinne des Wortes. Damit das Bauvorhaben der Familie Weiss aus Monschau auf einer Fläche von 39.000 Quadratmetern Realität werden kann, pulverisiert der Rat die bislang festgesetzten, zulässigen Gebäudemaße.

Einstimmige Zustimmung

Der Simmerather Planungsausschuss befasste sich nun mit der zugehörigen Änderung des Bebauungsplans und stimmte den darin genannten textlichen Festsetzungen einstimmig zu. Stadtplanerin Carolin Derks stellte die Änderungen für das Bauvorhaben an der Völlesbruch- und Siemensstraße erneut im Ausschuss vor. Danach wird die maximale Gebäudehöhe von 15 auf 20 Meter erhöht, die mögliche Gebäudelänge von 100 auf 225 Meter mehr als verdoppelt und auch die erlaubte Zufahrtsbreite von 10 auf 15 Meter je 3000 Quadratmeter Grundstücksfläche vergrößert.

Des Weiteren darf der Investor auf die eigentlich üblichen Anpflanzungen in einem bestimmten Bereich des Grundstücks verzichten und muss nur für jeweils zehn Stellplätze einen hochstämmigen Baum pflanzen. Im Bebauungsplan war ein Hochstamm für fünf Parkplätze vorgeschrieben. Immerhin sollen diese Änderungen künftig für den Gesamtplan im Rollesbroicher Gewerbegebiet gelten.

„Wir sind natürlich auch froh über diese Investition und neue Arbeitsplätze, aber mit so gewaltigen Änderungen tue ich mich schon schwer“, sagte Klaus Stockschlaeder (Grüne). Besonders die Rücknahme der Vorschrift, Ersatzpflanzungen vorzunehmen, störte den Grünen: „Das muss doch nicht sein. Es ist doch wirklich genug Platz auf dem Grundstück, und ein bisschen grüne Auflockerung täte dem Riesengebäude nur gut“, meinte Klaus Stockschlaeder.

Auf Antrag der Grünen soll in der nächsten Sitzung, wenn über die eingegangenen Bedenken und Anregungen zum Bebauungsplan abgestimmt wird, eine Visualisierung des Geplanten vorgelegt werden.

Funkmast jetzt auch möglich

Eine positive Begleiterscheinung des „runderneuerten“ Bebauungsplans ist, wie die Stadtplanerin erläuterte, dass im nördlichen Plangebiet die Voraussetzungen zur Errichtung eines maximal 50 Meter hohen Mobilfunkmastes geschaffen werden. Unklar ist aber nach wie vor, ob ein solcher Mast auch die Mobilfunkprobleme in der Ortslage Rollesbroich wird beheben können. (hes)  


Quelle: Eifeler Zeitung